Umgebaute Chopper, Bobber, Bagger und Old Schooler gibt es im Harley-Segment zuhauf. So etwas extrem Seltenes wie die hier gezeigte Supermotard-Twin-Cam auf Dyna-Basis wird aber nicht alle Tage gebaut.

Manu betreibt einen wahrlich riesigen Custom-Shop namens „Vida Loca Choppers“ im 8000-Seelen-Örtchen Bex im schweizerischen Kanton Waadt. In der jüngeren Vergangenheit engagierte sich der junge Mann immer wieder in verschiedenen Motorradmeisterschaften, darunter Moto- Cross-, Superbike- und auch Supermotard-Rennen.

Die Räder mit Magnesiumnaben stammen von Borrani

Was lag also näher, aus einer Harley einmal einen rattenscharfen Supermotard-Hobel zu machen. Das Know-how zu so etwas haben die Jungs von Vida Loca Choppers, schließlich sind in den letzten zehn Jahren schon eine ganze Menge Custombikes jedweder Couleur aus der Werkstatt gerollt.

Basis bildete eine Dyna aus dem Jahr 2012

Basis für das Projekt war eine Dyna aus dem Modelljahr 2012. Die hat bereits ab Werk einen Lenkkopfwinkel von 29 Grad, was guter Handlichkeit entgegenkommt. Die Schwinge stammt von einer Sportster XR 1200, die der rennbegeisterte Schweizer mit edlen Öhlins-Federbeinen kombinierte.

Alles feiner Stoff: Neues Dash samt Uhren von Wunderkind

Auch an der Front vertraut der erfahrene Racer auf die zwar sehr teuren, aber unumstritten hochqualitativen Fahrwerkskomponenten. Sowohl die Gabel als auch der Lenkungsdämpfer stammen vom schwedischen Spezialisten Öhlins. Weil Manu schon eine ganze Weile im Custom-Geschäft ist, hat er entsprechend gute Kontakte zur Zulieferindustrie.

Ultraleichte Räder von Borrani

Wie sonst wäre es zu erklären, dass die italienischen Räder-Gurus von Borrani dem Schweizer extraleichte Big-Spoke-Speichenräder gefertigt haben, mit Naben aus ultraleichtem Magnesium wohlgemerkt. Auch bei den Bremsen kam nur feinste Ware in Betracht, verzögert wird die rasante Supermoto-Fuhre von leckeren, radial angeschraubten Beringer-Stoppern aus Frankreich.

Gabel und Federbeine stammen vom schwedischen Premiumhersteller Öhlins

Den Innereien des serienmäßig 1690 ccm großen Motors widmete sich Manu besonders aufmerksam. High-Compression-Kolben, größere Ventile, schärfere Nockenwellen, Ansaug- und Auslasswege sowie Brennräume auf der „Flow Bench“ optimiert, eine Ölpumpe mit größerer Fördermenge in Tateinheit mit einer Racing-Zündung, dem voluminösen Luftfilter von RSD und einer 2-in-1-Anlage helfen dem Aggregat zusätzlich auf die Sprünge.

Zu heiß gibt’s nicht

Die Edelstahl-Krümmer stellte Vida Loca Choppers selbst her, sie sind jeweils mit einem Katalysator versehen. Ein Ölkühler, seitlich links unten installiert in der Manier der XB-Buells, sorgt für zusätzliche thermische Gesundheit des heißgemachten Aggregats.

Sauber: In die selbst gefertigten Krümmer sind Katalysatoren integriert

Auch ein Teil aus Deutschland fand den Weg an das stramme Gerät. Zwei moderne LCD-Uhren sitzen in einem hübschen, CNC-gefrästen Dashboard von Wunderkind Customs. Die Fender entstanden, wie die Nummerntafel mit integriertem Scheinwerfer, in der eigenen Werkstatt. Ein mächtig heißes Eisen hat sich der Schweizer da gebaut.

Die Zeichen stehen auf Sturm

Wir sind uns sicher, im Kanton Waadt wird es demnächst eine Menge Motorradfahrer geben, die eine Begegnung der besonderen Art haben werden. Kurz, laut, heftig – weg. Wenn Manu mit diesem Teil an den Szenetreffs auftaucht, wird man künftig ganz anders über die Marke Harley-Davidson denken. Nix ist mit gemütlich choppern oder beschaulich bobbern, im Kanton Waadt stehen die Zeichen ab jetzt auf Angriff.

 

 

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