Diese breitbesohlte Harley-Davidson Softail bauten ein paar Harley-verrückte Jungs aus Brabant vor ein paar Jahren mal eben so als Hingucker für die CUSTOMBIKE-SHOW in Bad Salzuflen.

Nee, nee, wir haben deutlich mehr Kunden aus Deutschland als aus den Niederlanden“, antwortete mir Twan Grutters auf meine Frage, ob seine Landsleute die Mehrheit seiner Kunden darstellen würden. Kein Wunder: Twan betreibt im 2500-Seelen-Örtchen Heijen in der niederländischen Provinz Limburg einen piekfeinen, großen Laden.

Gute Luft für Customizer

Dein Standort Heijen – das Dorf liegt in Höhe von Goch oder Kalkar – ist Luftlinie gerade mal 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Gegend dort muss gute Luft für Customizer haben, denn im nahen Goch sitzt Mike Lensing mit seinem Shop Roadrage. Und das niederrheinische Hamminkeln, wo Thunderbike residiert, ist mit 60 Kilometer Entfernung auch nicht so schrecklich weit weg.

Durch den „Ochsenkopf“ wirkt das Frontend bulliger als beim Original

Anders als Thunderbike ist Twan kein Harley-Vertragshändler, aber sein Kerngeschäft ist der Handel mit gebrauchten Harley-Davidson-Motorrädern. Auf die Frage, was sie so alles anbieten, kommt die Antwort: Gebrauchte Harleys, Umbauten, eigene Lackierung.

Eine Harley-Davidson Softail als Eyecatcher für den Messestand

Aber auch das Durchführen von Inspektionen und Fahrzeugeinlagerung im Winter. Das Team verfügt über genügend Erfahrung, denn es ist immerhin schon 23 Jahre in diesem Geschäft.Die hier präsentierte Softail Deluxe bauten sie als Eyecatcher für ihren Messestand in Salzuflen vor ein paar Jahren.

Den schnieken Tacho mit den zwei Uhren gibt es bei Harley im P&A-Programm

„Wir bauen ausschließlich Bikes, die vernünftig fahren“, betont Twan, „deshalb beließen wir es auch bei einem 260er-Reifen hinten.“ Das, finde ich, ist nicht nur eine sympathische, sondern auch eine hochgradig vernünftige Einstellung!

Harley-Davidson Softail mit 2008er Twin Cam

Der Twin Cam 96B, Baujahr 2008, blieb fast völlig unbehelligt, lediglich der Luftfilter und die Auspuffanlage stammen vom Zubehörmarkt. Auch Primärtrieb und Getriebe stammen aus Harleys Motorenmontagefabrik in Menomonee Falls/Wisconsin.

Ein 260er-Hinterreifen muss genügen. So bleibt das Bike fahrtechnisch gerade noch so auf der richtigen Seite

Gleiches gilt für den Rahmen: Er ist original geblieben, aber die für die Softail-Familie so typische Dreiecksschwinge musste durch eine breitere von SCS ersetzt werden, sonst hätte der gewünschte 260er hinten nicht reingepasst.

Große Räder, satte Big-Spokes

Überhaupt wurden die Radgrößen komplett umgekrempelt. Normalerweise rollt eine Deluxe vorn und hinten auf 16-Zöllern. Die Brabanter Bike Builder hingegen befanden, dass vorn ein 21-Zoll-, hinten ein 18-Zoll-Rad auf Big-Spoke-Speichen deutlich satter aussehen müsste. Stimmt! Und steht der Deluxe XXL ausgezeichnet.

Luftfilter und Auspuff sind die einzigen Modifikationen am Motor

Dazu kamen noch ein selbst gestretchter Tank, ein fetter, aber sehr eleganter Eigenbau-Heckfender und vorn ein originales „Ochsenkopf“-Lampengehäuse aus Harleys Touring-Familie. All das garniert mit geschmackvollen Details wie einem bündig versenkten LED-Rücklicht, Bullet-Blinkern, einem fetten Beach-Bar-Lenker.

Weiter so!

Dazu kam ein sehr distinguiert wirkenden Schwarz/Weiß-Hochglanzlack aus eigenem Haus, dessen Design an das originale Deluxe-Geschmacksmuster aus Milwaukee angelehnt ist. Fazit: Die Jungs in Heijen wissen, wie unaufgeregtes, mehrheitsfähiges Customizing funktioniert. Weiter so!

 

Kontakt | www.south-eastmotorcycles.nl