Die eine FXDR entstand beim Harley-Vertragshändler in Düsseldorf, die andere beim Schwester-Betrieb in Bielefeld. Sie sind sich irgendwie ähnlich und doch auch wieder nicht. Eben wie zweieiige Zwillinge.

Das Hauptaugenmerk bei diesem Bikeporträt legen auf die Maschine aus Düsseldorf. Der Grund ist recht simpel: Dieses Bike ist viel spektakulärer, an ihm wurde einfach viel mehr gemacht. Das drückt sich auch im Preis aus. Während für die „Halk“ aus Düsseldorf 65.000 Euro auf dem Schildchen am Lenker stehen, bekommt man die „Green Arrow“ aus Bielefeld für fast die Hälfte, nämlich 33.950 Euro. Das hat, wie schon erwähnt, gute Gründe. Zwar sind beide Custombikes auf Basis einer 2019er Softail FXDR entstanden, doch nur das Exemplar aus Düsseldorf wurde annähernd komplett zerlegt, weil dort im Umbauplan von vornherein festgelegt wurde, dass auch der Rahmen in der Fahrzeughauptfarbe lackiert werden soll. Aufwand pur also. Doch das ist längst nicht alles.

Die „Zwillinge“. Links im Bild das Bike aus Bielefeld, das selbstredend nicht so spektakulär ist wie das Bike aus Düsseldorf, dafür aber auch nur die Hälfte kostet

Die Kürzung der Gabel gleicht die große Bauhöhe des 23-Zoll-Vorderrads aus

Weil die Düsseldorfer große Raddurchmesser verbauen wollten, kamen sie um die Kürzung der serienmäßigen Upside-down-Gabel nicht herum, die Kürzung gleicht die größere Bauhöhe des 23-Zoll-Vorderrads aus. Hinten kam nicht nur eine kräftige Einarmschwinge von Thunderbike zum Einsatz, sondern auch das Airride stammt aus Hamminkeln. Überhaupt haben die Düsseldorfer eine ganz ordentliche Einkaufsliste bei Thunderbike eingereicht, denn auch die filigran gearbeiteten fünfteiligen Räder vom Typ „New Digger“, die riesige Perimeter-Bremsscheibe am Hinterrad und das Heckteil samt Sitzbankbasis sind made by Thunderbike. Dazu addieren sich Baugruppen wie die Pulleys, die Lenkerstummel, der Bugspoiler und der Frontfender, die ebenfalls aus Hamminkeln kommen.

Filigraner geht’s kaum! Fünfteiliges Vorderrad „New Digger“, hier im 23-Zoll-Format

Der Nockenwelle kann man durch ein Schauglas von RSD bei der Arbeit zuschauen

Am Milwaukee-Eight-Motor selbst wurde nicht viel verändert. Geatmet wird durch einen transparenten Luftfilter von Arlen Ness, entsorgt durch eine Anlage von Jeckill and Hyde. Der Nockenwelle kann man durch einen Schauglasdeckel von Roland Sands Design bei der Arbeit zuschauen und für eine einwandfreie Rücksicht sorgen die kongenialen glaslosen Spiegel von Motogadget. Spirit Leather zeichnet für den Sitz verantwortlich, Ingo Kruse, ein wahrer Meister seines Fachs, für die Lackierung.

Am serienmäßigen Cockpit muss man wirklich nichts ändern, das ist voll gelungen. Schön auch die Taster von Rebuffini und die glaslosen Spiegel von Motogagdet

Beim Bike aus Bielefeld blieben Fahrwerk, Gabel, Schwinge und Räder im Serienzustand

Das Bike aus Bielefeld ist um ein Vielfaches originaler im Aufbau. Fahrwerk, Gabel, Schwinge, Räder, all das verblieb im Serienzustand. Am Heck ist – unsichtbar – eine Tieferlegung von Müller verbaut, das äußerst gewöhnungsbedürftige Serienheck wurde durch eines von Thunderbike ersetzt. Blinker von HeinzBikes, Handhebel und Fußrasten aus Harleys Dominion-Collection, ein Kennzeichenträger von Wunderkind und ein Solositz von Maik komplettieren die Änderungen am Aufbau. An der Einlassseite des Motors sitzt ein Luftfilter von Screamin’ Eagle, auch der runde Endtopf mit Titanhülle stammt aus dem Horst des schreienden Adlers. Was den Lack angeht, blieben die Bielefelder in der Nachbarschaft. AHA-Design aus Leopoldshöhe, auch schon viele Jahre in der Customszene unterwegs, lieferte gewohnt gekonnt ab.

Wegen des 23-Zoll-Vorderrads wurde die Gabel gekürzt

Das Bike ist grün – wie der Hulk

Am Schluss noch ein Moment der Erhellung. Wer sich am Anfang der Story gefragt hat, wieso das Düsseldorfer Bike „Halk“ heißt, hier die Antwort: Das ist nicht falsch geschrieben, vielmehr wollte man von vornherein einem Namensrechtsstreit mit den Marvel-Leuten aus dem Weg gehen, deshalb entschieden sich die Düsseldorfer Bikebuilder, dem Bike den Namen so zu geben, wie „Hulk“ ausgesprochen wird. Und somit wissen wir auch, wieso das Bike hauptsächlich grün ist!

Info | h-d-duesseldorf.de