Die Prägung, die sein ganzes Leben bestimmen sollte, erhielt Roman Hold in seiner Jugend. Damals war der junge Roman mit seinen Eltern im Urlaub tief im Süden unterwegs. Dort erblickte er eines Tages ein Pärchen mit einem El Camino, auf dessen Ladefläche eine Harley stand! Sofort war ihm klar: Das ist cool! Ein cooles Auto mit V8-Motor, ein cooles Motorrad, genau solche Fahrzeuge gehören zu einem coolen Leben!

Als er dann endlich alt genug war, um Autos und Motorräder fahren zu dürfen, setzte Roman konsequent seine Bestrebungen in Richtung Ami-Autos und Harleys um und machte seine Leidenschaft schon früh zum Beruf.

Es kommt, wie immer, auf die Proportionen an. Das an und für sich große 26-zöllige Vorderrad kommt hier gar nicht so riesig rüber

Er betreibt in Gleisdorf unweit Graz eine Firma namens „Custom Future Trends“ und hat sich auf den Import von Fahrzeugen aus den USA, dem dazugehörigen „Customizing“ und der Legalisierung für unsere mitteleuropäischen Straßen spezialisiert. Nach Jahren der Arbeit an Hot Rods, US-Cars und Harleys war ihm klar, dass er anfangen musste, seine eigenen Vorstellungen und Interpretationen von Autos und Motorräder zu bauen.

Boss Hoss der 1. Generation

Nach etlichen Jahren auf entsprechenden Messen und Meetings rund um die US-Car- und Harley-Szene begab sich Roman auf die Suche nach Trends, die bekanntlich im Mutterland des Customizing, den USA, stets früher starten als bei uns in Europa. Nach Chopper, Digger, Bobber, Bagger oder Old Style traf er 1993 zum ersten Mal persönlich auf eine Boss Hoss. „WAAAUUU, ein Motorrad mit einem Chevy-V8-Motor, das hat mich umgehauen. So etwas musste ich unbedingt auch haben. Jedoch, die Optik war nicht das, was ich mir vorstellte. Und die Leute, die Boss Hoss fuhren, waren auch ziemlich anders, als ich das von der Harley-Szene kannte!“

V8-Motoren mag er, die Motorräder von Boss Hoss nicht. Doch den 5,7-Liter-Chevy kann man, wie man sieht, auch anders verpacken

Unter Customizing verstanden die Boss-Hoss-Owner, wenn sie Teile aus dem Zubehörkatalog an ihre Riesenböcke schraubten. Für Roman war das nichts. „Das kann doch jeder, der etwas Geld hat“, schüttelt der Mann aus der Steiermark den Kopf. Jahre später allerdings musste er für einen Kunden eine Boss Hoss der ersten Generation in Österreich legal auf die Straße bringen. Eher zum Spaß sagte er zu dem Kunden: „Wenn du die mal verkaufst, melde dich vorher bei mir.“ Jahre später war es dann so weit. Der Kunde hat sich tatsächlich bei ihm gemeldet und dem V8-Freak ein Angebot unterbreitet, das er unmöglich ausschlagen konnte.

Was man bauen kann, wenn man es kann

Ein paar Wochen später reiste der frisch gebackene Boss-Hoss-Besitzer Roman zur European Bike Week an den Faaker See. Dort besuchte er auch den Stand von Boss Hoss. Aber, oh Graus …, was für zweirädrige Monster standen da: lang, breit, hoch, schwer. Und auch die Überheblichkeit der Eigentümer dieser Gefährte war ihm ein Dorn im Auge. Noch in Faak beschloss er, seine eigene Version eines V8-Lowriders zu bauen. „Um diesen Leuten mal zu zeigen, was man bauen kann, wenn man es kann!“ Es folgten gut 500 Arbeitsstunden in der Werkstatt, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Und alles mit dem Segen des TÜV! „Einen schönen Gruß an alle, die mich kennen und ein besonderes Dankeschön an diejenigen, die mich bei diesem Vorhaben unterstützt haben!“, lässt Roman ausrichten.

 

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