Jede Firma und jede Marke hat ihre Geschichte. Dies hier ist die von Fanatics Motorcycle Company aus dem Westerwälder Städtchen Niederelbert.

Wie es anfing? So wie immer, ganz, ganz klein! Die Idee zu allem entstand schon Anfang 1990, an einer Kneipentheke, mit Freunden, alle V2-infiziert. Wäre doch toll, könnte man sein Hobby mit etwas verbinden, das mehr hergibt, das man mit anderen teilen kann und Spielraum lässt für die Entwicklung von eigenen Ideen und Projekten. Traumhaft! An Motorrädern geschraubt hatte Uwe Pfaff schon immer, anfänglich an Guzzis, später an Buells und dann an Harleys … so wurde er dann zur Triebfeder von FMC, zum Macher und jemandem, der auch um die Ecke denkt. „Allerdings, ohne die Unterstützung und Engelsgeduld meiner besseren Hälfte wäre nichts gegangen, nie wären wir da, wo wir jetzt stehen“, gibt der Motorradfanatiker zu bedenken.

Schlank und rank steht sie die

Eine waschechte “Garage-Story”

Also fingen sie an. Sie hatten noch keine Ahnung, was daraus mal werden würde. Es war eine waschechte „Garage Story“!  Inzwischen ist die Firma seit über 25 Jahren am Markt, residierte  nach und nach in verschiedenen Locations. Von anfänglichem Ersatzteileverkauf für Buell über die Ladentheke bis zum Versandhandel, der immer stärker wurde, entwickelte sich die Marke im Lauf der Jahre zu einer kleinen Gruppe von drei Unternehmen in den USA und Deutschland. Das FMC steht für „Fanatics Motorcycle Company“. Am heutigen Standort Niederelbert nahe Montabaur gibt es eine Ausstellungsfläche von 400 Quadratmetern, hinzu kommt eine Werkstatt und eine eigene Customizing-Abteilung, in dem Fahrzeuge wie die hier vorgestellte Dyna entstehen. Der Schwerpunkt der Arbeit von FMC liegt auf der Umrüstung von Auspuffanlagen von Vance & Hines, Freedom Performance, TBR und weiterer Hersteller, die mit dem patentierten Thor Cat Retrofit-System und EG-ABE für Europa ausgerüstet werden. FMC ist zertifizierter Hersteller von Auspuffanlagen, diese werden direkt vertrieben oder über Großhändler in mehreren Länder.

Hängende Vierkolbenzange von K-Tech

Die Leichtigkeit des Fahrens

Zum Bike: Wie kam es zu der Dyna namens Anarchy? Dazu Uwe Paff: „Du stehst eines Morgens auf und denkst, heute, ja heute mach ich alles anders! Wir reden hier nicht vom Alltag, guten Vorsätzen der Freundin oder Frau gegenüber. Nein, es geht um die Art und Weise, wie man eine Harley umbaut. Es gibt haufenweise Chopper, Bobber, Café Racer und fahrende Christbäume, alle ganz nett anzusehen, gut, um von A nach B zu cruisen, für mehr aber auch nicht“, so Uwe. Viele von uns kennen das: Immer, wenn er mit einer Harley unterwegs war, fehlte ihm etwas Entscheidendes: Sich einfach mal treiben lassen können, ohne in Kurven achtgeben zu müssen, das es irgendwo kratzt, das etwas schlingert oder kein Dampf da ist. „Mir geht es ganz bewusst nicht darum, zu rasen, es geht um Selbstverständlichkeiten, die Leichtigkeit des Fahrens selbst! Und dazu braucht es eine Fahrmaschine!“

Die Federelemente sind die halbe Miete bei einer dynamischen Fahrmaschine

Ziel war eine fahrdynamische Dyna

Das Ziel war, eine Harley-Davidson so umzukrempeln, dass sie fahrdynamisch im kompletten Gegensatz zu dem steht, was die Company ursprünglich im Sinn hatte. Sportlicher, leichter, mit angesagtem Retro-Flair und modernstem Equipment sorgt die Anarchy-Dyna von FMC jetzt für eine Fahrweise, die so keine werksmäßige Harley-Davidson bietet. Beim Fahrwerk machten die Auspuffspezialisten deshalb keine Kompromisse. Nur das Beste war gut genug. Das Vorderrad steckt in einer teuren, aber guten CR-Gabel von Öhlins. Auch hinten wird auf die schwedischen Edelstoßdämpfer vertraut, die sich auf eine massive Kastenschwinge abstützen. Auch die rotierenden Massen sind von edelster Herkunft. An den filigranen Rädern von Roland Sands Design sitzen schwimmend gelagerte Bremsscheiben von Pro Brake, vorne leisten zwei Sechskolbenzangen vom französischen Bremsenspezialisten Beringer die Verzögerungsarbeit, hinten zwickt eine hängende Vierkolbenzange von K-Tech. Um dem ansonsten serienmäßig belassenen Rahmen der Dyna mehr Steifigkeit zu verpassen, wurde das Positrac-System von Allan Sputhe verbaut.

Stilvolles Dash aus Leder

Der serienmäßige Kabelbaum musste weichen, er wurde durch eine Minimallösung komplett ersetzt. Gestartet wird mittels zweier federleichter Li-Ionen-Batterien, der Starterknopf sitzt direkt am Anlasser. Der Twin Cam selbst wurde mild optimiert, der ehemalige 88-Kubikinch-Motor besitzt jetzt deren 96. Die Zylinderköpfe wurden bearbeitet und eine Zündung von Altmann spendet nun die Funken. Eingeatmet wird über einen Flachschiebervergaser von Mikuni, das Abgas entweicht über eine hauseigene FMC-Auspuffanlage. Tank und Sitzbank sind Einzelanfertigungen von deutschen Handwerksbetrieben, Namen wie LSL (Riser und Lenker), Kellermann (Blinker) und Barnes (Fußrastenanlage) sprechen für sich selbst.

Verkleidung von Thundercycle

Und hier die wichtigste Info: Die Anarchy-Dyna muss kein Einzelstück bleiben. Für Menschen, die gerne mit einer Harley mal die Kuh fliegen lassen möchten, baut FMC gerne in Kundenabsprache vergleichbare Motorräder auf. Das Ganze ist in vier verschiedenen Ausbaustufen zu haben, die Basis bildet jeweils eine Dyna der Modelljahre 1999 bis 2005. Na dann mal ran an den Speck! Wer sagt denn, dass Harley-fahren von Natur aus beschaulich sein muss!?

Kontakt | www.fmc-store.com