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Fotos: CBS | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Panhead Bobber – Zwischen Knöchel und Schaufel

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Keine Angst, es wird im weiteren Verlauf nicht zu einer Abhandlung über Totengräber kommen, sondern vielmehr um einen Panhead Bobber mit hohem Eigenbauanteil gehen.

Klarheit in die etwas verwirrende Überschrift bringt ein Blick auf die englische Sprache, die einen Knöchel als Knuckle und eine Schaufel als Shovel in ihrer Wörtersammlung führt. Der informierte Motorradfahrer und speziell die Fans der populären amerikanischen Zweiradfirma aus Milwaukee wissen spätestens jetzt Bescheid: Gemeint sind natürlich die nach dem Aussehen ihrer Zylinderkopfdeckel mit Spitznamen versehenen Motorenbaureihen Knucklehead bzw. Shovelhead. Aber in unserem Fall hier soll es um die Zeit zwischen diesen beiden Baureihen gehen, genauer gesagt um die 18 Jahre von 1948 bis 1965.

der neu entwickelte Motor wurde wortgewaltig als „Standard of the world“ eingeführt

Wie alle anderen Baureihen bei Harley wurde auch der im Jahr 1948 neu entwickelte Motor werbewirksam und wortgewaltig als der „Standard of the world“ eingeführt. Sein späterer Nickname „Panhead“ (zu Deutsch: Pfannenkopf) war wie immer inspiriert durch den „Hut“ auf dem Zylinderkopf, der die Ventile unter sich verbirgt – und bei dieser Baureihe eben an eine umgedrehte Bratpfanne erinnerte. Die zeitlich in diese Panhead-Ära fallenden Weiterentwicklungen in Bezug auf das „Gesamtkunstwerk Harley-Davidson“ reichen von der Einführung eines Motorgehäuses aus Aluminium 1948, welches das Gusseisengehäuse („cast iron“) ersetzte, über die neue Telegabel 1949 anstelle der Springergabel bis hin zum Debüt des elektrischen Anlassers im Jahr 1965.

Sorgen für Hochspannung: Die zwei Zündspulen für die Doppelzündung

Das waren in der Tat bahnbrechende und komfortable Neuerungen zur damaligen Zeit. Wer fährt denn heute noch eine Panhead, in einer Zeit, wo man selbst die jüngeren Shovels bei den meisten offiziellen Harley-Werkstätten vergeblich sucht („Nee, so ein altes Zeug machen wir nicht mehr“). Doch nicht von ungefähr konnte sich ein markanter Ausspruch wie „Be a man, ride a pan“ etablieren.

Audiodiagnose: „Hört sich an wie zwei Pans und drei Shovels, noch einige Evos dabei“

„Auf diesen alten Teilen fordert es schon eine gehörige Portion Manneszucht von deinen Rückenwirbeln“, stöhnte einst ein alter Bekannter. Die ersten voll gefederten Dickschiffe kamen erst 1958 auf den Markt (die „K“ allerdings schon 1952). Andererseits beeindruckten aktive Besitzer solch alter Schätzchen wie einer Panhead nicht nur durch körperliche Leidensfähigkeit.

Bestechender Beweis aus dem Bayrischen Wald: Oldstyle-Bikes müssen nicht schnarchig aussehen und Harleys müssen nicht immer schwarz lackiert sein

Ich erinnere mich an eine Begebenheit eines heißen Sommertages vor einer Kneipe in irgendeiner Einöde: Gerade von den Böcken abgesessen, war für uns das zunehmende Grollen und Donnern weiterer, herannahender Maschinen zu vernehmen. „Hört sich an wie zwei Pans und drei Shovels, noch einige Evos dabei“, entfuhr es obigem Leidensgenossen, bevor wir die Meute sehen konnten. Und es stellte sich heraus: Abgesehen von ein, zwei Ungenauigkeiten hatte mein Bekannter mit seiner fachmännischen Audio-Diagnose fast voll ins Schwarze getroffen.

Der Panhead Bobber setzt auf S&S-Power und wird so zur Feuerkugel

Solche Fähigkeiten sind, wenn überhaupt, eben nur bei alten Hasen, sprich „richtigen Pan-Männern“ ausgebildet. Dank fortschrittlicher Technik kann man heutzutage auch aus relativ alten Motorrädern unter Zuhilfenahme moderner Teile ohne Weiteres einen fahrbaren Kompromiss aufbauen, wie die hier abgebildete „Feuerkugel“ vom Classic Bike Shop beweist. Im originalen Rahmen aus der Pan-Ära werkelt jetzt allerdings ein neuzeitliches Aggregat von S&S – mit 1608 Kubik, Schmiedekolben, heißer Nocke und entsprechend pfundiger Leistung.

Der S&S-Panhead hat mehr Hubraum und Leistung als das Original, was bei einem Starrrahmen-Bobber aber nicht weiter wichtig ist. Eher schon, dass so ein frischer V2 in der Regel weniger Scherereien mit sich bringt als ein siebzig, bald achtzig Jahre altes Triebwerk

Ansonsten haben die Classic Biker um Konrad Hofer sehr viel selbst hergestellt: Auspuff, Achsen, Beltabdeckung, Luftfiltergehäuse, Armaturen, Griffe, Lenkerschalter, Sitzbank, Tank, Fußrastenanlage – alles made by Classic Bike Shop. Und damit die Hinterradnabe angesichts der gebotenen Power nicht die Grätsche macht, verpasste das CBS-Team ihr gleich drei zusätzliche Rollenlager. Für moderne Technik ist also gesorgt bei diesem Ofen. Bloß die Anforderungen an eine leidensfähige Rückenmuskulatur, die bleiben …

Info | classic-bike-shop.de

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HD Köln/Bonn
Technische Daten
Erbauer Konrad Hofer (Classic Bike Shop, CBS)

Motor
Typ S&S Panhead
Hubraum 1608 ccm
Kolben S&S Schmiedekolben
Kurbelwelle S&S
Zylinder S&S
Zylinderköpfe STO
Nockenwelle Andrews
Ventile Manley, Edelstahl
Rockerbox Schweden Style
Getriebe 4-Gang Sonderaufbau (mit Kickstarter) von CBS
Beltdrive-Kit m. Motor/Getriebestütze u. geschlossenem Lager CBS
Kupplung Barnett
Fahrwerk
Rahmen Wishbone Starrrahmen
Baujahr 1954
Rad, vo. 3,5 x 16” mit 130er
Rad, hi. 6 x 16” 80 Speichen mit 200er
Bremsen vo.: Trommel, hi. Ritzelbremse
Sonstiges Eigenbauten von CBS siehe Text
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