Pünktlich zum fünfzigsten Jubiläum der Sportster-Baureihe betrat ein neues Familienmitglied die Bühne: die XL 1200 Nightster. Gebraucht ist sie eine sichere Bank …
Flach, schwarz und böse steht die ultracoole Nightster da. Kurze, gechoppte Fender vorn und hinten, ein niedriger Solositz, der klassische Sportster-Tank mit coolen Graphics und der breite Low Rise-Lenker prägen die Silhouette. Zu den besonderen Custom-Features zählen die in die hinteren Bullet Blinker integrierten Rückleuchten – damals geradezu revolutionär – und die Retro-Style-Faltenbälge an der Gabel.
Aircooled Nightster haben immer eine Benzineinspritzung
Den seitlichen Kennzeichenhalter gab es zwar bei den US-Modellen serienmäßig, bei uns hing das Nummernschild etwas deplaziert mittig unter dem Heckfender. Aber der Zubehörhandel bietet reichlich seitlich angeschlagene Alternativen für kleines Geld.

Logisch, dass die Farbe Schwarz bei einem Harley-Modell, das den Namen Nightster trägt, Programm ist. Gabel, Felgen, Lenker, Hebel, Blinker und Luftfilter-Emblem zählen zu den vielen Bauteilen, die in einem markanten, schwarzen Finish gehalten sind. Auch die Zylinderköpfe des schwingungsentkoppelt aufgehängten, 1202 ccm großen Einspritz-V-Twins tragen tiefes Schwarz.
Geschickt gesetzte Farb-kontraste
Das Finish lebt vor allem durch die geschickt in Szene gesetzten Kontraste: Die verchromten Speichen setzen die schwarzen Felgen und Naben erst so richtig in Szene. Genauso, wie die verchromten Stößelstangen-Cover den in einem matten Mittelgrau pulverbeschichteten Motorblock samt Zylindern und Luftfiltergehäuse noch stärker zur Geltung bringen.

„Matt“ ist überhaupt ein großes Thema, die in der hier gezeigten „Two Tone“-Version lackierten mattschwarzen Tankflanken sind kombiniert mit einem matten Silber auf dem Tank-Top und den Fendern. Auch schimmern Metallbauteile wie der Tankverschluss, der Lampenring und die Kappe des Ölmessstabes, die ansonsten in der Regel stets im Hochglanz erstrahlen, an der Nightster einen zurückhaltend noblen Satin-Look.
Smart Security System mit Keyless-Fernbedienung
Die zwei verchromten Auspuffrohre tragen seitlich angeschnittene, sogenannte „Slash Cut“-Endschalldämpfer. Nettes Design-Beiwerk, aber schon ein bisschen „racy“: Der durchlöcherte Riemenschutz und der gelochte vordere Fenderhalter. „Bullet Hole Look“ heißt das im Marketing-Latein.

Wie alle Sportster ab Modelljahr 2007, verfügt auch die Nightster über eine elektronische Kraftstoffeinspritzung, eine leicht zu betätigende Kupplung und einen besonders schmalen und widerstandsfähigen Kohlefaser-Sekundärzahnriemen. Ebenfalls an Bord: das damals in der Sportster neu eingeführte Smart Security System mit Keyless-Fernbedienung.
Gebraucht-Nightster starten bei etwa 7.000 Euro
Die Auswahl an gebrauchten Nightster ist zwar nicht üppig, aber ausreichend. Die Preise bewegen sich in der Regel zwischen 7.000 und 10.000 Euro, egal welches Baujahr. Viel geändert hat sich eh nicht, aber spätere Baujahr profitieren von diversen Modellpflegemaßnahmen wie ABS, CAN-Bus oder besseren Federelementen. Wirkliche Schwachstellen hat die Nightster nicht, schließlich hat die 1200er Evo-Sportster beim Debut der dunklen Schönheit schon 20 Jahre Modellpflege hinter sich. Viel mehr als eine undichte Ventildeckdichtung oder ein gerissener Sekundärriemen ist kaum zu befürchten – bei gepflegten und unverbastelten Maschinen versteht sich. Also gerne zugreifen, billiger wird die Nightster vermutlich nicht mehr.











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