Nach Aussagen von Marcus Walz war dieses Motorrad das aufwendigste, spektakulärste und extremste Bike, das Walz Hardcore Cycles je realisiert hat.
Auch wenn es WHC schon lange nicht mehr gibt und in Hockenheim seit mehr als fünfzehn Jahren keine Harley-Dragstyler sondern bayrische Gummikühe gebaut werden, sind die WHC-Maschinen noch immer echte Eyecatcher. Dabei war die „Rampage“ ein absolutes Highlight der Dragstyle-Ära – und sie war keine unfahrbare Trailer-Queen, sondern fahrbarer Teileträger.
Die Rampage war ein absolutes Highlight bei Walz Hardcore Cycles
Das Bike basierte auf einem neuen Rahmen. Dieser ähnelte äußerlich zwar dem bekannten „Grand Prix“-Rahmen, hatte jedoch eine andere Fahrwerksgeometrie. Durch einen geänderten Lenkkopfwinkel in Verbindung mit einer kürzeren Gabel und einer etwas kürzeren Schwinge wurde der Radstand zugunsten eines besseren Handlings verkürzt.

Wie bei allen WHC-Bikes wurde auch an der Rampage ein Air-Ride Fahrwerk verbaut. Rund fünfzehn Zentimeter lässt sich das Heck in der Höhe stufenlos verstellen und bietet somit ausreichenden Fahrkomfort und genügend Schräglagenfreiheit. Die Gabel mit superfetten fünfzig Millimeter Standrohrdurchmesser wurde extra für die Badener bei Marzocchi hergestellt.
Den Primärtrieb fertigte Baker Drivetrain exklusiv für WHC
Die Federbeine stecken in superleichten Gabelbrücken. Diese gab es in alusilber oder schwarz-eloxiert. Die Vorderkante der oberen Brücke ist so gestaltet, dass das halbrunde Motogadget-Instrument passgenau integriert wird. Sogar Riser lassen sich auf der Gabelbrücke montieren.

Den Primärtrieb fertigte Baker Drivetrain exklusiv für WHC. Für diesen Primärtrieb gab es auf Wunsch auch passende „Mid-Control“-Rasten. Der Öltank ist, wie schon bei einigen anderen WHC-Bikes, schwerpunktgünstig im Bugspoiler untergebracht. In dem geschwungenen Behälter unter der Sitzbank dagegen sitzt die gesamte Elektrik.
Allein die Auspuffanlage verschlang 40 Arbeitsstunden
Die Auspuffanlage der Rampage ist ein aufwendiges Einzelstück. Zusammengesetzt aus einzelnen in einem bestimmten Winkel abgeschnittenen geraden Teilstücken, verschlang die Herstellung dieser Anlage rund 40 Arbeitsstunden!

Die Hydro-Kupplungseinheit ist ebenfalls ein WHC-Produkt. Das Teil gab es in schwarz kunststoffbeschichtet oder auch mit Echt-Carbon-Beschichtung. Ebenso wie die bekannten Ventildeckel. Sämtliche Motorenanbauteile sowie der Luftfilter sind mit echtem Carbon beschichtet.
Die Rampage war dem Leichtbau verpflichtet
Die Firma, die dies für Walz erledigte, fertigt auch Carbonteile für Ferraris-Formel 1-Boliden. Die seitliche Schwingenabdeckung besteht ebenfalls aus Carbon, zahlreiche Schrauben und Muttern aus hochfestem Titan. Die Rampage war dem Leichtbau verpflichtet und sollte möglichst kein Gramm Fett auf den Rippen tragen – im Dragstyle-Kontext gesehen, versteht sich.

Ein extremer Hingucker und der absolute Knaller an der Tankstelle sind die Schnelltankverschlüsse. Hierfür gibt es einen Adapter, genauer gesagt einen Doppeladapter. Der sitzt während des normalen Fahrbetriebs gut getarnt hinter dem Primärkasten.
Wenn selbst der Maserati-Fahrer Stielaugen bekommt …
Muss getankt werden, wird dieser Tankverschlussadapter (TVA) einfach abgeschraubt und auf die Schnellverschlüsse auf den beiden Tankhälften gedrückt. Sobald beide Schnellverschlüsse eingerastet sind, entsteht eine gas- und flüssigkeitsdichte Verbindung. Jetzt kann über den seitlichen Einfüllstutzen ganz konventionell getankt werden. Wir sind überzeugt: Das ist ganz großes Spektakel. Da bekommt selbst der Maserati-Fahrer an Säule 4 mächtig Stielaugen. Nichts gegen BMW, aber irgendwie schade, dass solche Hardcore-Bikes bei Walz nicht mehr gebaut werden.
Info | walzwerk-motorcycles.de




Schreibe einen Kommentar