So gehört das: Ein klassischer S&S Knucklehead-Style-Bobber ohne Brimborium und Furz und Feuerstein. 

Das elementare Rezept, wenn es darum geht, einen Bobber zu bauen, heißt: Rigoros alles weglassen, was nicht unbedingt für den Fahrbetrieb notwendig ist. Daran hat sich auch Johan Kjölvmark aus Schweden gehalten, als er sich seinen Bobber mit einem S&S Knuckle als Antrieb gebaut hat.

Dank kraftvollem modernem Motor mangelt es nicht an Leistung; im Gegenteil, die Bremsen sind Johan zu schwach

K.I.S.S. (Keep It Simple, Stupid) ist ein Slogan, der in vielen Bereichen des Lebens gewinnbringend Anwendung finden kann. Oder um es sinngemäß mit dem großen Charles Bukowski zu sagen: „Ein Intellektueller ist ein Mensch, der einfachste Sachverhalte sehr kompliziert ausdrücken kann, ein wahres Genie aber ist derjenige, der komplizierte Dinge einfach und verständlich vermitteln kann.“

Keep it simple, stupid

Nach dieser Maxime lebt auch Johan Kjölvmark. Selbst wenn dies das Risiko in sich birgt, ein Bike zu haben, das man so ähnlich schon mal gesehen haben könnte. Es gab ein paar Eckdaten, von denen Johan nicht abrücken wollte. Vorn 21 Zoll, hinten 16 Zoll, eine Springergabel, der Benzintank einer H-D Hummer, so sollte sein Bobber aussehen.

Das Rücklicht stammt von Ford-Automobilen

Angefangen hatte sein Projekt vor drei Jahren. Er hatte ein paar Körbe voll Panhead-Brocken bei Unique Custom Cycles (UCC) erworben. „Als ich das ganze Zeug zusammensteckte, stand plötzlich ein „Alte-Männer-Bobber“ vor mir. Ich war total enttäuscht. Das war es nicht, was ich wollte“, erzählt der junge Mann.

S&S Knucklehead-Style

„Klar, ein Panhead ist klassisch und ein 14-Liter-Tank sicher vernünftig, aber ich wollte etwas anderes“. Gut, dass Johan Mitglied einer Gruppe ist, die sowohl an alten amerikanischen Autos wie auch an Bikes schrauben. Die Jungs kennen die Szene, so auch Anders Nygren, der Gründer von Flathead Power, der in den letzten Jahren auch bei S&S tätig war.

Der S&S Flathead vereint klassische Optik mit Leistung

Anders hatte einen fetten 1530-ccm-Knuckle-Motor von S&S im Regal, den sich Johan gleich schnappte. Den Hummer-Tank konnte ein Freund auftreiben, der Heckfender wurde aus der Reserveradabdeckung eines 1936er Ford gemacht, kurzum, Johan war auf dem besten Wege zu seiner Dream Machine.

Fußkupplung und Handschaltung

Auch typisch für einen klassischen Bobber ist eine Fußkupplung und Handschaltung. Doch da winkte Johan ab. „Ich habe von meinem Zuhause auf die asphaltierte Straße ein gutes Stück Schotterweg, da ist eine Fußkupplung keine wirklich gute Idee.“ Und ein 1530-ccm-V2 ist auch nicht gerade dafür geschaffen, angekickt werden zu müssen. Aber damit hat der Schwede keine Probleme, denn aus Haltbarkeits- und Garantiegründen hat S&S die Verdichtung relativ niedrig gehalten.

Ein klassicher Knuckle-Style-Bobber ohne Brimborium und Furz und Feuerstein

Die Farbe übrigens ist der Originallack eines VW Caddys. Eigentlich wollte Johan damit einen Ford Edsel lackieren, den er zur gleichen Zeit in der Mache hatte. Doch der Edsel fand überraschend schnell einen neuen Besitzer, also hatte Johan reichlich Braun-Metallic für seinen Bobber übrig.

Bisschen Arbeit und frische Bremsen

Bisschen Arbeit ist noch dran“, erzählt der Schwede, „die Getriebewellen bekommen demnächst gute Timken-Lager, vorn gehört eine zweite Trommelbremse hinein, und einen S&S-Doppelvergaser habe ich auch schon in der Garage liegen. Ein wenig Verrücktheit kann ja nichts schaden, oder!?“ Recht hat er!

 

 

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