Roland Sands ist ein glänzender Stern am Custom-Himmel. Der Kerl sprudelt nur so vor Ideen. Eine davon ist die „Grunt“ – ein waschechter Sportster Racer.
Der Name des Bikes heißt so viel wie „Malocher“ oder „Arbeitsknecht“. Damit wollte der Designer ausdrücken, in welche Richtung das Motorrad gedacht ist. Die Grunt ist nämlich zum harten Arbeiten gebaut – vornehmlich auf der Rennstrecke.
Roland Sands war aktiver Rennfahrer – ein sehr erfolgreicher obendrein
Dazu muss man wissen, dass Roland einst aktiver Rennfahrer in der amerikanischen Meisterschaftsserie war, und ein sehr erfolgreicher dazu. 1998 gewann er überlegen die AMA 250 GP Championship, holte damals fünf Siege und sechs Podiumsplätze in insgesamt 12 Rennen. Roland hat Benzin in seinen Adern fließen, und das kommt nicht von ungefähr.

Sein Vater Perry Sands ist der Gründer und Besitzer der weltweit außerordentlich erfolgreich operierenden P&A-Firma Performance Machine. Zusammen mit Frau Nancy und Bruder Ted baute Perry ein kleines Imperium auf – gut 150 Mitarbeiter zählt die Firma im kalifornischen La Palma.
Papa Perry holte seinen Sohn mit einer Panhead von der Wöchnerinnen-Station ab
In diesem zweiradverrückten Umfeld wuchs Roland auf. Selbst die erste Fahrt seines Lebens absolvierte der Säugling auf zwei Rädern, denn Papa Perry holte seinen Sohn mit einer Panhead von der Wöchnerinnen-Station ab, um ihn nach Hause zu bringen. Nichts, was Räder hatte, war vor dem kleinen Roland sicher.

Und egal, auf was er fuhr, immer bewies er außerordentliches fahrerisches Talent. Wild und ungestüm, hat er stets die Grenzen ertastet. Zusammengerechnet 34 Knochenbrüche sind die Folge seiner Kindheit und Teenager-Jahre.
Dieser Sportster Racer gehört zu Rolands absoluten Lieblings-Bikes
Roland ist so etwas wie der Art Director, sozusagen der kreative Kopf bei PM. Er ist es, der sich neue Designs für Räder, Bremsen oder andere Parts ausdenkt, diese am Computer in 3D generiert und an die Vorentwicklung weitergibt. Und um etwa Eigenes zu haben, hat er auch noch eine eigene Firma gegründet, die „RSD“ (Roland Sands Design) heißt und ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich am Markt besteht.

Unter diesem Label entwirft er Bikes und baut sie – mit Hilfe – auch auf. Die hier gezeigte Grunt ist nicht der optisch spektakulärste seiner bisherigen Entwürfe, doch die Sporty ist eines seiner Lieblinge. Roland ist in allererster Linie ein rasanter Motorradfahrer.
Rahmen, Schwinge, Tank, Heckbürzel und Auspuff sind Einzelanfertigungen
Und mit dieser Sporty kann man richtig stramm ums Eck brennen. Selbst bei den Fahraufnahmen auf dem Firmenparkplatz ließ der Schräglagen-Freak die hoch angebrachten Fußrasten kräftig kratzen.

Rahmen, Schwinge, Tank, Heckbürzel und Auspuff sind Einzelanfertigungen von RSD. Bei den übrigen Bauteilen konnte der PM-Juniorchef auf hauseigene Teile zurückgreifen. Die Räder, Bremsen und Griffarmaturen sind im Lieferprogramm von PM.
„An einem Bike darf verdammt nochmal keine schwule Kacke verbaut sein.“
Doch das schmälert die kreative Leistung keineswegs. Nicht selten dienen diese Projektbikes als Prototypen-Entwicklungsträger für neue Produkte. So war das auch mit den hier verbauten, ultraleichten CNC-Rädern. Erst als diese sich auf der Grunt vollends bewährt hatten, wurden sie ins Programm aufgenommen.

Sehr konkret auch Rolands Einstellung dazu, wie ein Custombike auszusehen hat: „An einem Bike darf verdammt nochmal keine schwule Kacke verbaut sein. Die Plattform hat einfach, prägnant und sehr gut fahrbar zu sein. Ein Bike muss für sich selbst sprechen, ohne dass die Lackierung schreit: ‚Hey, schau her, ich will Bewunderung‘“. So gesehen ist der Paintjob der Grunt fast schon ein bisschen drüber …










