Dieser grobstollige Sportster Scrambler ist eine optische Reminiszenz an die berühmte spanische Marke Bultaco.
Antriebsfeder hinter diesem Projekt war der Harley-Davidson-Vertragshändler in Belgiens Hauptstadt Brüssel. Und wie so viele von uns, hat auch deren Chef eine Motorradvergangenheit, die geprägt war von bedeutend dynamischerer Gangart auf zwei Rädern, als das für gewöhnlich auf Harley-Motorrädern üblich ist.
Eine Sportster Scrambler im Bultaco-Look
Schon im zarten Jünglingsalter von zehn Jahren war er im Enduro-Sport unterwegs, und zwar bevorzugt auf Bultacos. Bultaco baute in den 70er Jahren außerordentlich wettbewerbstaugliche Gelände- und Straßenrennmotorräder und gewann zwischen 1976 und 1981 nicht weniger als acht Weltmeistertitel (vier im Straßenrennsport, vier in der Trial-WM).

Es sollte also eine Sportster entstehen, die optisch an die Bultaco-Motorräder seiner Jugend erinnert. Schützenhilfe holte er sich bei seinem spanischen Freund Francisco „Ali“ Manén, der schon eine ganze Weile den Customshop „Lord Drake Kustoms“ betreibt. Ali verstand sofort, wo es lang gehen sollte.
Der Sportster Scrambler musste zulassungsfähig sein
Bedingung war natürlich, dass die „Bultracker“-Sportster uneingeschränkt straßenzulassungsfähig bleibt. Deshalb wurden am Rahmen, Motor und Bremsen nur Marginalien verändert. Um eine gewisse Geländetauglichkeit darzustellen, wurde die Seriengabel verlängert, hinten kamen fünf Zentimeter längere Federbeine zum Einsatz.

Für ausreichenden Grip jenseits kommoder Asphaltbänder sorgen grobstollige Pneus von Continental, die hoch angeschellten Fender aus Edelstahl sind – wie alle anderen sichtbaren Modifikationen – in der Werkstatt von Lord Drake Kustom entstanden. Wie konsequent das Thema „Enduro“ angegangen wurde, zeigt der Umbau des Sekundärantriebs; weg vom empfindlichen Belt, hin auf eine robuste Rollenkette.
Der Gummiriemen musste einer Rollenkette weichen
Belts sind im Gelände völlig untauglich, denn schon ein kleiner Stein, der sich zwischen den Gummiriemen und das Pulley verirrt, kann zum Riss des Belts führen. Auch sonst ist das Thema Bultaco Sherpa stimmig umgesetzt: Faltenbälge, kleine Leuchten, breiter Geländelenker mit versteifendem Mittelsteg, die nach Scrambler-Manier hochgelegten Auspuffe, die quer gesteppte, abgewinkelte Sitzbank – alles passt!

Wichtig ist zu erwähnen, dass die „Bultracker“ nicht als Einzelstück gedacht ist. Wem diese Art Sportster also gefällt, sollte sich mal mit den Jungs aus Spanien in Verbindung setzen. Einer Zulassung hierzulande dürfte eigentlich nichts im Wege stehen, denn eine belgische Zulassung hat das hübsche Teil in jedem Fall … und Belgien gehört schließlich zur EU.
Info | lorddrakekustoms.com












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