Seit mehr als 20 Jahren werden bei Led Sled Customs in Ohio abgefahrene Bikes gebaut. Dieser Shovelhead Umbau fuhr uns in Daytona vor die Linse.
Die Mannen von Led Sled Customs bauen Bikes, die nicht den üblichen Vorstellungen entsprechen. Die Jungs aus Dayton (Ohio) laufen keinem Trend hinterher, sondern setzen eigene Visionen um. So wie schon die Flugpioniere, die Gebrüder Wright, die ebenfalls aus der Stadt im Nordosten der USA stammen.
Led Sled Customs sind immer prima fahrbar
Von Serienfertigung kann bei Led Sled Customs wirklich keine Rede sein. Die Jungs um Chef Paul Patterson versprechen ihren Kunden nur zwei Dinge: Das Bike, das sie erhalten, wird einzigartig sein und es wird sich prima fahren lassen. Dabei ist es egal, ob sich der Kunde einen oldstyligen Bobber oder einen breitbereiften Chopper wünscht. Mit dem ihnen eigenen Gespür verpassen die Schrauber jedem Bike, das ihre Werkstatt verlässt, einen ganz speziellen Look.

So auch bei dem hier präsentierten Bike, das auf den Namen Mercury Pusher getauft wurde. In den Staaten war Mercury ein eigene Automarke unter dem Dach des Ford-Konzern. Mercury-Autos hoben sich von den normalen Ford-Versionen durch veränderte, höherwertige Details ab. So wie das Bike sich ebenfalls vom Ausgangsprodukt unterscheidet.
Shovelhead Umbau mit eigenwilligem Frontend
Zwar stammt der Rahmen aus der H-D-Serienproduktion, wurde von Led Sled Customs aber durch ihren eigenen Umbaukit in einen Starrrahmen verwandelt. Für die Federung am Frontend ist eine girderartige Gabel mit halber Blattfeder zuständig. Sie stammt von Kiwi Cycles, die auch Parts für alte Indians herstellen.

Mit Recht dachten sich die Schrauber, warum eine Gabel selber bauen, wenn es so etwas Abgefahrenes zu kaufen gibt. Aus optischen und stilistischen Gründen verzichteten die Led Sledder auf eine Bremse am Vorderrad und auf einen Frontfender.
Shovelhead Umbau mit Fußkupplung und Handschaltung
Der oldstylige Shovelhead bekam per Neuaufbau eine Verjüngungskur. Durch einen offenen Belt leitet er seine Kraft an das Getriebe weiter, dessen vier Gänge mit Hilfe der links neben dem Tank platzierten Handschaltung gewechselt werden. Die dafür notwendige Fußkupplung spart die Handarmaturen und sorgt somit für einen cleanen Lenker.

An alte Zeiten erinnert der spartanische Sitz. Der stammt von Rich Phillips, einem weiteren Meister der US-amerikanischen Custom-Zunft. Zwei Schraubenfedern müssen sich um die Entlastung der geplagten Rückenwirbel des Fahrers kümmern.
Vorn gibt’s keine Stopper, hinten dafür eine fette Buell-Perimeter-Bremse
Für die Verzögerung ist einzig eine originale Buell-Perimeterbremse am Hinterrad verantwortlich. Den schmalen Weißwandreifen bedeckt ein schlanker Fender mit Finne mehr schlecht als recht. Interessant gestylte Struts halten ihn am rechten Fleck.

Bei einigen Details setzten die Jungs auf einfache, aber effektive Lösungen. So ummantelten sie die Krümmer mit flexiblen Schläuchen und die Auspuffrohre mit Hitzeschutzband. Den einzigartigen Luftfilter fertigten sie mit Hilfe von simplen Nägeln. Gedrehte Spikes platzierten sie an der Gabel, der Scheinwerfer steht vor dem rechten Floorboard.
Bikes wie die Mercury Pusher würde der hiesige TÜV zu verhindern wissen
Die Verzierungen am Tank und dessen Lackierung waren danach nur noch Feinschliff. Doch genau an diesen liebevollen Details zeigt sich, dass die Led-Sled-Freaks über einen ausgesuchten Geschmack verfügen. Solche Bikes, die noch dazu preislich nicht abgehoben sind, würden wir gerne öfter sehen – auch hier bei uns. Doch das würde der TÜV schon zu verhindern wissen …

Info | ledsledcustoms.com

















