Oldstyle ist seit vielen Jahren angesagt. Gerade in Schweden arbeiten viele Schrauber auf hohem Niveau an Bikes im alten Stil – wie bei diesem Shovelhead Chopper.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte der Erbauer Jakob Hedlund bei Chica oder Zero Engineering abgekupfert, doch dem ist nicht so. Auch wenn gewisse Einflüsse nicht von der Hand zu weisen sind, ist die Formensprache doch Jakobs eigene.
Für Jakob war klar, dass er Chica persönlich kennenlernen wollte
Der Schwede, der vor mehr als 20 Jahren die Fima BBC (Big Bike Customs) gründete, war irgendwann im Internet auf den in Amerika lebenden Japaner Chica und seinen speziellen Stil gestoßen – und schwerst angetan. Da war klar, dass er ihn auch einmal persönlich kennenlernen wollte.

Ein paar Jahre später war es dann soweit: Jakob reiste mit einigen Freunden zur WM der Customizer nach Las Vegas. Im Anschluss daran unternahmen die Jungs noch einen Trip nach LA. Für Jakob stand dabei vor allem ein Besuch der Werkstatt von Chica auf dem Plan.
„die Verbindung von einfachem Stil und den Feinheiten der Details begeisterte mich total“
„Ich konnte es kaum glauben. Da waren diese Japaner in diesem Loch von einer Werkstatt und fertigten unter primitivsten Umständen diese wahnsinnigen Bikes. Mir standen die Haare zu Berge.

Besonders die Verbindung von einfachem Stil und den Feinheiten der Details begeisterte mich total“, erzählt der schwer beeindruckte Schwede. Bereits einige Monate vor dem Trip in die Staaten hatte er bei Mika „Mr. Moore“ Niemenen einen Starrrahmen in Auftrag gegeben. Das Rohrwerk lehnte sich an die typischen japanischen Formen an.
Der Shovelhead Chopper hat einen recht buckligen Rahmen – daher der Name Quasimodo
Aus der langen Fertigungszeit entstand auch der Name für das Bike. „Ein Kumpel meinte, der Rahmen wäre ein wenig buckelig und nannte ihn dann nur noch Quasimodo. Jemand erzählte mir dann, dass dieses Wort im Lateinischen so viel heißt wie ‚nicht ganz fertig‘. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber seitdem heißt das Bike so.“

Da Jakob allein in seiner Firma arbeitet, gingen die Arbeiten an Quasimodo langsam voran. Schließlich waren nebenher auch noch die Kundenbikes zu versorgen. Als Motor stand schon seit Längerem ein S&S-Shovelmotor parat. Wie es sich gehört, ist der nur per Kicker zum Leben zu erwecken. Auch die Gangwechsel gestalten sich klassisch mit Handshifter, über den auch die Kupplungsbetätigung erfolgt.
cleaner japanischer Gooseneck-Stil trifft auf typisch schwedische Coolness
Da BBC auch offizieller Händler der Kultmarke Crime Scene Choppers ist, stammen Öltank und Luftfilter aus deren Programm. Die meisten weiteren Parts fand Jakob auf Swap Meets oder er fertigte sie selbst an. So entstand ein Chopper im cleanen japanischen Gooseneck-Stil und typisch schwedischer Coolness. „Das war der Stil, den ich damals bevorzugte, der mich begeisterte“, erklärte uns Jakob. „Heutzutage ist das ja leider schon wieder Mainstream.“ Zum Glück hielt seine Begeisterung lange genug an, um das Projekt zu beenden.















