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Radikaler Knucklehead Umbau – Zeitmaschine

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Dieser Knucklehead Umbau aus Ungarn sieht aus, als wäre er den Phantasien des Schriftstellers Jules Verne entsprungen.

Es scheint leise in seinen Holzspeichenrädern zu knarren. Der Betrachter rechnet jeden Augenblick damit, dass zischend eine Wasserdampfwolke aus den Tiefen des Knucklehead-Motors abbläst. „The Time Machine” nennen Erbauer Sapka Muvek und Besitzer Laszlo Ujhelyi aus Budapest ihre außergewöhnliche Kreation. 

Bakelit-Kippschalter, anachronistische Drehknäufe und eine mechanische Zeituhr bestimmen das Instrumentenboard der Time Machine

Hätte der Erfinder der Science Fiction-Romane, Jules Verne, neben Luftschiffen, Städten aus Stahl und Unterseebooten 1860 auch Motorräder vorhergesagt, so müssten diese zwangsläufig aussehen wie diese Zeitmaschine aus Budapest. Denn wie U-Boote und Ballons waren die diversen Erfindungen des französischen Autors nicht etwa nur Produkte seiner Phantasie, sondern sorgfältig recherchierte Technik-Visionen.

Die Time Machine scheint Fantastereien aus dem 19. Jahrhundert entsprungen zu sein

Dabei hat insbesondere die verspielte, stilistisch an viktorianische Technik erinnernde Umsetzung der Disney-Studios das heutige Bild seiner Erfindungen geprägt. Ganz ähnlich dieser fiktiven Maschinen hat der Erbauer Sapka Muvek sein Bike konstruiert.

Todschicker Ölkühler unterm Tank

Mit in Handarbeit entstandenen Details wie etwa der luftgefederten und hydraulisch anhebbaren Einarmgabel, den riesigen 4,5 x 20 Zoll Vintage-Reifen von Firestone oder dem seitlich am Tank angebrachten Scheinwerfer von Caretto Fratelli scheint die „Time Machine“ verrückten Fantastereien aus dem 19. Jahrhundert entsprungen zu sein.

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Radikaler Knucklehead Umbau mit Dreigang-Automatik-Getriebe

Angetrieben wird das baumlange Gefährt jedoch nicht etwa von einer Renoir’schen Gasturbine, sondern von einem markigen Harley-Davidson Knucklehead-V2 mit 1200 ccm. Das Dreigang-Automatik-Getriebe (!) stammt aus japanischer Fertigung, die kleinen Trommelbremsen von einem Fiat. „Das bremst in Zeit und Raum“, lacht Lazlo.

Ungarische Schnitzkunst: Die Messing beschlagenen Holzspeichenräder entstanden nach traditionellen Vorbildern

Neben den Speichenfelgen sind auch die Handgriffe aus Holz gefertigt. Das neckische Rücklicht stammt von einer britischen Blackburne aus den 20er Jahren. Blinker hingegen gibt es keine. „Die Zeit geht nur vorwärts und rückwärts, nie zur Seite“, kennt Lazlo den Grund.

Straßenverkehrsvorschriften? Für die Time Machine nebensächlich

Gratulieren wir den mutigen Ungarn also zu ihrem krassen Motorrad und entlassen sie mit den Worten Jules Vernes: “Neuzeitliche Maschinisten sollten darauf achten, dass die Gangart ihrer Fahrzeuge immer den Straßenverkehrsvorschriften angepasst ist.”

Info | Instagram Sapka Muvek

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Technische Daten
Erbauer Sapka Muvek; Ungarn
Besitzer Laszlo Ujhelyi

Motor
Typ H-D Knucklehead
Baujahr 1941
Hubraum 1200 ccm
Vergaser Linkert
Zündung Magneto
Luftfilter IZS/Sapka Muvek
Auspuff Sapka Muvek
Getriebe 3-Gang-Automatik, aus japanischer Produktion, Bj. unbekannt
Primärtrieb Sapka Muvek
Fahrwerk
Rahmen Sapka Muvek
Gabel Sapka Muvek, luftgef., pneum. anhebbar
Räder vo. u. hi.: 4.5 x 20” Holzspeichenräder (Sapka Muvek, Laszló Tòth)
Bremsen vo. u. hi.: Fiat/Sapka Muvek Trommeln
Zubehör
Benzintank Sapka Muvek
Öltank Sapka Muvek
Fender IZS/Sapka Muvek
Lenker Sapka Muvek
Armaturen Sapka Muvek
Griffe Sapka Muvek/Laszló Tòth, aus Holz
Lampe Caretto Fratelli
Rücklicht Blackburne
Elektrik Sapka Muvek
Fußrastenanlage Sapka Muvek
Sitzbank Sapka Muvek/Richard Nagg

Beitrag veröffentlicht

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Fotos: Horst Rösler
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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