Das Grundrezept für einen anständigen Highneck Chopper ist eigentlich simpel: Ein starrer Rahmen, ein hoch liegender Lenkkopf, eine überlange Gabel und ein fetter V2-Motor. Die Betonung liegt auf „eigentlich“, denn …
In der Welt der Küchenchefs würde man jedoch zu Recht anmerken, dass die Zutaten alleine noch kein Gourmetmenü ausmachen. In erstklassigen Restaurants macht eben erst des Maîtres Geschmack und seine Erfahrung im Umgang mit den Zutaten das ganz große kulinarische Fest für die Sinne. Auch wenn wir keine Äpfel mit Birnen vergleichen wollen, kann dennoch eine Parallele zur Welt der Custombikes gezogen werden.
Bei Habermann Performance geht man schon immer eigene Wege
Um etwas Besonderes zu schaffen, bedarf es mehr, als nur einer Bauanleitung oder gar einem Trend zu folgen. Bei Habermann Performance geht man schon immer eigene Wege, sowohl fertigungstechnisch als auch optisch. Während in Europa derzeit alle Oldschool-Bikes oder Clubstylern huldigen, baut man jenseits des großen Teichs in abenteuerlicher Formensprache.

Extrem ist, gelinde gesagt, noch untertrieben, und es scheint oftmals, dass die Form weitestgehend vor der Funktion steht. Die Devise scheint zu lauten: Hauptsache irgendwie anders! Dabei ist es fachlich machbar, radikale Fahrwerke zu kreieren, die sowohl für Aufsehen sorgen und dennoch für den „harten Alltagsgebrauch“ geeignet sind.
Auch mit einem Highneck Chopper muss man Strecke machen können!
Thomas Habermann hat diesbezüglich eine resolute Einstellung: „Letzten Endes muss man mit einem Bike in der Lage sein, ein paar hundert Kilometer am Stück zu fahren, sonst ist das Ziel verfehlt!“ Der ständig wachsenden Nachfrage an Starrrahmen entgegenkommend, hat Habermann Performance einen eigenen Fahrwerkstyp entwickelt. Ein Rahmen, der sowohl genügend Spielraum für außergewöhnliches Design offen lässt, aber durch eine spezielle Sitzfederung auch ausreichend Komfort gewährleistet.

Thomas und Dany haben die Idee der guten, alten Rahmenrohrfederung neu interpretiert, und in eine zeitgemäße Form gebracht. Die Variante mit alten Ventilfedern unter dem Sitz mag bei einem Wishbone-Frame durchaus Bestand haben, doch ein moderner Chopper verlangt eine stimmige Lösung, und die findet sich in einem Gasdruckstoßdämpfer. Die durchdachte Sitzeinheit passt sich völlig schlüssig in die fließende Form des typischen Habermann-Designs ein.
Die filigrane Linie des Rohrwerks sollte im Vordergrund stehen
Auf die Verkleidung des Fahrwerks haben die Ulmer diesmal verzichtet. Bewusst sollte die filigrane Linie des Rohrwerks im Vordergrund stehen. Dass erneut ein Chopper als Promotionbike im Rampenlicht steht, hängt mit dem Faible der Habermanns für diese Art von Fahrzeugen zusammen.

„Wir fertigen das ganze Jahr über im Auftrag von Customshops die unterschiedlichsten Fahrwerksstilrichtungen an. Hinzu kommen die Anfragen für spezielle Tanks oder Fender von privaten Kunden, die ihrem Serienbike einen neuen Look verpassen wollen.“ erklärt uns Dany. „Wenn wir dann die Zeit für ein eigenes Projekt finden, dann brauchen wir etwas zum Austoben, und da sind echte Langgabler genau das Richtige.
Der Highneck Chopper hat einen S&S Evolution V2 mit 124 cui Hubraum
In diesen Bikes steckt einfach unser Herzblut, und dann können wir auch zeigen, was alles machbar ist.“ Aus diesem Grund gehen die Habermanns bei ihren eigenen Bikes nahezu immer ans Limit des technisch Machbaren. Primär steht dabei die Verwendung von extremen Raddimensionen und gigantischen Motoren im Vordergrund. In diesem Fall einem Evolution-V2 von S&S mit mehr als zwei Litern Hubraum.

Das komplette Bike gibt darüber hinaus einen guten Einblick in die Schaffenskraft und die Denkweise der Habermanns. Die Ulmer gehen mit solider Handarbeit einen steinigen Weg und sind glücklich damit. Sie halten an den Prinzipien der guten alten Zeit fest: Stell so viel wie möglich selbst her, und greif tief in die Trickkiste, dann sieht das Bike auch nicht aus wie alle anderen!
die Hitzebleche der radikalen Auspuffanlage sind kleine Kunstwerke für sich
Ein gutes Beispiel hierfür sind die Hitzebleche der radikalen Auspuffanlage, die kleine Kunstwerke für sich sind. Für den Lack zeichnet übrigens Diana Reinhuber verantwortlich, die aufgrund ihrer Haupttätigkeit als professionelle Tätowiererin weiß, wie Flächen und Partien zu verzieren sind, um einen guten Gesamteindruck zu erzielen. „Deadheads in Verbindung mit keltischen Ornamenten“ hieß das Thema, das sie überzeugend umgesetzt hat.
Info | habermann-performance.com















