Bei diesem Flathead Lowrider Umbau verfängt der Spruch „Nomen est omen“, denn er trägt seinen Namen „Fusion“ zu recht. Es ist die Verschmelzung von alten Parts und neuer Technik.
Seit nunmehr 35 Jahren gilt der erste Samstag im Juni als absoluter Pflichttermin für alle Customizer in Skandinavien. An diesem Tag startet traditionell die international renommierte Norrtälje Custom Bike Show. Bis zu diesem Tag müssen alle Umbauprojekte des vergangenen Winters fahrbereit sein.
Die beiden Schweden sind keine Profis – sie haben einfach Spaß am Umbauen
Ulf Stjernholm und sein bester Freund Per Cederquist zählen sich selbst nicht zu den großen Namen in der Szene. Sie betreiben das Umbauen von Bikes nicht einmal professionell, aber sie dachten, es wäre ein cooles Abenteuer, mal an der Europameisterschaft teilzunehmen. Wie sich zeigte, war es ein goldrichtiger Entschluss. Ihre „Fusion“ schaffte es auf einen hervorragenden neunten Platz in der extrem hochkarätig besetzten Freestyle-Klasse.

Doch bis es soweit war, hatten die beiden Erbauer einige Hürden zu nehmen. So verlangten die Organisatoren der Bike Show einen Firmennamen für die Datenblätter. Es wollte ihnen nicht in den Kopf, dass es keinen gab. Die Schweden schrauben ja nur aus Spaß an der Sache in einer Werkstatt auf ihrer Heimatinsel Gotland. Aus purer Verzweiflung nannten Ulf und Per dann einfach die Buchstabenkombination USPC.
Das Design des Bikes entstand durch simple Bleistiftzeichnungen
Das stellt einfach ihre Initialen dar. Alle Parteien waren glücklich und einer Teilnahme stand nichts mehr im Wege. Das Design des Bikes entstand durch Ulf nach alter Väter Sitte durch simple Bleistiftzeichnungen – Computerprogramme waren Fehlanzeige. So entstand der Entwurf für einen ultraflachen Lowrider.

Der ungewöhnlich geformte Rahmen stammt natürlich aus eigener Fertigung. Und da die Jungs auch in der automobilen Hot Rod-Szene aktiv sind, erinnern die gelochten Rahmenelemente nicht zufällig an gewichtsoptimierte Bauteile von Wettbewerbsfahrzeugen. Für die Führung des Vorderrades nutzten die Schrauber die Gabel einer VL aus dem Jahr 1939. Allerdings verpassten sie dieser eine Verlängerung von 8,5 Zoll.
Flathead Lowrider Umbau mit 250er Heckschlappen
Der verwendete Motor ist ebenfalls schon recht betagt. Ein 1946er Flathead wurde dazu auserkoren, das Bike standesgemäß anzutreiben. Über einen speziellen, „Traktor Version“ genannten Primärtrieb werden die Pferde ins nagelneue Delkron-Getriebe gescheucht.

Der benutzte Belt ist aus Kevlar und stammt von Goodyear. Eigentlich ist er für die industrielle Nutzung bestimmt. Ulf hat ihn an sein Bike angepasst und wäre auch bereit, bei Interesse weitere Kits herzustellen. Um die Kette am fetten 250er Hinterrad vorbeizuführen, musste eine extra Welle her.
Kupfer ist nicht wirklich das geeignete Material für die Krawalltüten
Auch dieses Problem wurde gelöst. Die Tanks für Benzin und Ölvorrat entstanden ebenso in Handarbeit wie die Fußrastenanlage und die Schaltstange. Das Pedal für die hydraulische Kupplung ist alten H-D-Teilen nachempfunden. Weitere Eigenanfertigungen waren Lenker, Griffe, Sitz und Heckfender.

Ein weiteres Highlight sind die Auspuffrohre aus Kupfer. Eigentlich ist das nicht wirklich das geeignete Material für die Krawalltüten. Da Ulf aber nicht viel fährt, werden sie sicher noch eine ganze Weile ihren Kupferglanz behalten. Für den Besitzer dieser eigenartigen Fusion von alten und neuen Bauteilen ist das Entwickeln von Ideen und das Schrauben viel wichtiger als das Erlebnis auf dem Bike.
turbogeladener 113 cui S&S-Evo-Motor als Basis für das nächste Projekt
Er hat bereits das nächste Projekt im Auge. Ein turbogeladener 113 cui S&S-Evo-Motor soll es werden. Um das finanziell durchziehen zu können, hat er seinen bereits halb fertigen Chevy Pickup verkauft. Die Schrauberei an Bikes macht ihm einfach mehr Spaß. Und darum geht es doch im Leben.















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