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Fotos: H. Rösler, F. Sander | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Radikaler Eigenbau mit Harley Twin Cam V2 – Breakin’ The Rules

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Der tschechische Customizer Vaclav Vavra beweist mit diesem radikalen Eigenbau mit Harley Twin Cam V2, daß aus dem ehemaligen Ostblockland nicht nur gutes Bier kommt. 

Auch granatenmäßige Custombikes kommen seit etlichen Jahren aus dem Land von Smetana und Pilsener. Ihre ersten Gehversuche machte die Firma VAV-Tuning mit normalen Harley-Modellen, die breitere Hinterreifen und gestretchte Tanks erhielten. Doch das waren nur Fingerübungen. Schon vor mehr als 20 Jahren stellte das Team in seiner 120 qm großen Werkstatt das erste Showbike auf die Räder. Die „Innominate“ basierte auf einem modifizierten Penz-Rahmen und trug ein Airbrush von Markus Pfeil. Im Rahmen der Biker Mania in Saalbach-Hinterglemm belegte das Bike Platz 1 in der Kategorie „Radical Customs“.

Breakin’ The Rules – Radikaler Eigenbau mit Harley Twin Cam V2

Schon damals erkannte Vaclav Vavra einen Trend in der Custombike-Szene: Reduzierung aufs Wesentliche. So kam es folgerichtig zur Entwicklung der „Breakin’ The Rules“. Ein Bike, das nur aus Stahl, Carbon und Aluminium zu bestehen scheint. Der Motor ist ein Twin Cam B von Harley-Davidson. Er musste einige Veränderungen im Zylinderkopf über sich ergehen lassen. Das originale Fünfgang-Getriebe wich einem Sechsgang-RSD-Teil von RevTech. Dieses wurde für den Einsatz einer Getriebebremse umgebaut, ein von VAV entwickeltes System, bei dem zwischen Primärtrieb und Getriebe eine schwimmend gelagerte Scheibe von einem 4-Kolbensattel in die Zange genommen wird. Bedient wird die Bremse über den linken Griff am Lenker, der gedreht werden muss. Die Kupplung wird hydraulisch unterstützt.

Unter dem Carbon-Sattel lauern Dämpfer, Kompressor und Rückleuchten

Um die Fußrasten clean zu halten, verbauten die Tschechen das britische Klicktronic-System. Mit dem werden per Knopfdruck die Gänge gewechselt. Die Bedienknöpfe hierfür sitzen im Halter des Flüssigkeitsbehälters der Frontbremse. Ein wesentlicher Vorteil des ganzen Umbaus ist die Möglichkeit, den Sekundärbelt außerhalb des Rahmens laufen zu lassen, sodass der Belt ganz unkompliziert gewechselt werden kann. Da die hintere Bremse neben dem Getriebe sitzt, verdeckt sie nicht den Blick auf das Rad und das schicke Pulley von MSB.

In der Einarmschwinge ist Platz für eine Büchse Bier oder Dokumente und Schlüssel

Sehr gelungen ist auch die Einarmschwinge, die auf der linken Seite eine Öffnung besitzt. Hier finden, je nach Gusto des Fahrers, eine Büchse Bier oder Dokumente und Schlüssel Platz. Die Federung übernehmen Airtail-Dämpfer von Progressive Suspension. Der Kompressor und die Federeinheit wurden sichtbar unter dem federgedämpften Sitz verbaut.

Dr. Vaclav Vavra hinter seinem ungewöhnlichen Bike

Technik ist schließlich zum Betrachten da. Diesem technischen Anspruch sollte auch der Rahmen entsprechen. Ober- und Unterzug bestehen aus 2¼ Zoll rostfreiem Stahl. Die unteren Teile, die als Öltank dienen, bestehen aus 1⅝-Zoll-Rohren. Der komplette Rahmen ist poliert und beschichtet. Am um 40 Grad gereckten Vorderteil arbeitet eine Marzocchi-Gabel.

Bissfest: Vorne verzögert eine Doppelscheibenbremse mit Sechskolbenzangen von ISR

Das größte Problem bei ihr war das Ändern der Farbe in Silber, da diese ab Werk nicht lieferbar war. Die Gabelbrücken sind ebenfalls aus italienischer Produktion. Sie stammen von Style & Performance, sind aber von VAV modifiziert.

Sportlich: Marzocchi-Gabel mit Doppelscheinwerfern und Stummellenker

Die Bremsanlage am Vorderrad sollte den Dragstyle des Bikes unterstützen. Die Wahl fiel hier auf Ware von ISR aus Schweden. Die Sechskolbenzangen verbeißen sich in zwei schwimmend gelagerte 320-mm-Scheiben.

„Warum steht das Bike rechts auf dem Ständer?“

Auch das eingesetzte Carbon unterstreicht den sehr technischen Gesamteindruck des Fahrzeugs. Am auffälligsten ist der Tank. Eigentlich müssen wir sagen: die zwei Tanks, da auf beiden Seiten eigene Flugzeugdeckel eingelassen sind. Die Carbon-Fender schmiegen sich saugend um die beiden Avon-Gummis. Die Spezialisten aus Pardubice arbeiteten dafür mit der Firma Kmeki s.r.o. zusammen, die alle Teile streng nach Vorgabe in ihren Öfen fertigte.

Klicktronic mit Nothebel: Der Geber für die Druckknopfschaltung sitzt am Motorgehäuse

Die am häufigsten gestellten Fragen an die Erbauer sind: „Warum steht das Bike rechts auf dem Ständer?“ und „Warum heißt es ‚Breakin’ The Rules‘?“ Die Antworten auf beide Fragen sind relativ simpel. Die linke Seite mit dem freien Hinterrad sieht einfach besser aus, und das erklärt auch den Namen. Und solch eine Anordnung bricht halt mit den „normalen Regeln“.

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HD Köln/Bonn
Technische Daten
Modell Breakin’ the Rules
Erbauer VAV-Tuning s.r.o., Pardubice

Motor
Typ H-D Twin Cam 88 B, modifiziert
Auspuff VAV-Tuning, Edelstahl
Getriebe modif. Rev-Tech 6-Gang RSD, mit Getriebebremse von VAV-Tuning
Kupplung hydraulisch modifiziert durch VAV-Tuning
Schaltung Klicktronic
Fahrwerk
Rahmen DSF 050I von VAV-Tuning
Rake 40°
Stretch plus 4”, Downtube -2,5”
Schwinge Einarmschwinge von VAV-Tuning
Federung Airtail von Progressive Suspension
Gabel Marzocchi USD 50
Gabelbrücken Style & Performance
Rad, vo. MSB 3,5 x 18” mit Avon Venom 150/70 x 18
Rad, hi. MSB 11 x 18” mit Avon Venom 300/35 x 18
Bremsen vo. zwei schwimmend gelagerte ISR 320 mm-Scheiben mit 6-Kolbensätteln
Bremsen, hi. VAV-Tuning Getriebebremssystem
Lackierer Olaf Pugner
Carbonteile Kmeki s.r.o.
Scheinwerfer VAV-Tuning
Rücklicht VAV-Tuning, LED
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