Der Niederländer Piet Hofmann hat mit diesem Radical Dragstyle Bike einen fahrbares Kunstwerk erschaffen. Und es fährt tatsächlich – in Dubai.
Für Violator-Mastermind Piet ist dieses Bike die konsequente Weiterentwicklung seines vorherigen Dragstyle Bikes „Full Metal Jacket“. Den Schwerpunkt bei dieser Entwicklung setzte der Niederländer nicht nur auf das Ausmerzen der Schwächen des Vorgängermodells. Alles an dem neuen Bike sollte nochmals radikaler sein, sich deutlich von der Masse abheben.
Beim Motor setzte der Erbauer auf ein fettes 2-Liter-Gerät von TP Engineering
Deshalb setzte er auch gleich bei der Farbe ein Zeichen. Wie die „Full Metal Jacket“ erstrahlt auch die „Guilty to be White“ in – nomen est omen – strahlendem Weiß. Piet will damit bewusst einen Gegenakzent zu den ewigen Langweilern setzen, denen außer Schwarz kaum etwas einfällt.

Die technische Basis des Bikes bildet der hauseigene „Maximus“-Rahmen, der hier aber in einer Evolutionsstufe vorliegt. „Radical Extreme Retro“ heißt das Rohrwerk, das unterm Motor einen runden Unterzug aufweist, wie er in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts üblich war. Beim Motor setzte der Erbauer auf ein fettes Gerät von TP Engineering.
Radical Dragstyle mit mächtiger Einarmschwinge, die auch als Ölreservoir dient
Zwei Liter Hubraum sollten genügen, dem extremen Flacheisen ordentlich Vortrieb zu verpassen. Die mächtige Einarmschwinge von Violator ist wegen des Right Side Drive-Getriebes ein „Rechtsausleger“ und beherbergt zusätzlich das Öl des Trockensumpfes. Durch diesen Kunstgriff schaffte sich Piet genau den Platz unter der Sitzbank, den er für den Underseat-Auspuff brauchte.

Hinten verkniff sich der Holländer weise einen 330er oder gar 360er, er ließ es bei einem 300er Reifen bewenden. Vorne allerdings zog er auf die selbst gefräste Riesenfelge einen 23-Zöller auf. Das sieht spektakulär aus, wird aber beim Fahren handlingsfeindliche Kreiselkräfte produzieren.
Absolut clean – Sichtbare Leitungen sucht man vergeblich
Ein echter Hingucker ist der Lenker. Nicht nur wegen seiner grellroten Farbe, sondern wegen der auffällig geschwungenen Form, der Cleanness und der ungewöhnlichen Anbringung unter der oberen Gabelbrücke. Sichtbare Leitungen sucht man am Lenker – wie überhaupt am ganzen Bike – vergeblich.

Gasgeben geht konventionell, geschaltet wird aber mit einem Dreh am linken Lenkergriff – die Kupplung rückt dabei automatisch aus. Die martialisch wirkenden Fußsicheln an den Pegs dienen rechts und links als Bremspedale für die zwei Kreise der Perimeter-Stopper.
Piet hat beste Kontakte nach Dubai und verkaufte das Bike direkt nach Fertigstellung auch dorthin
Piet konnte das Bike direkt nach Fertigstellung verkaufen, und zwar nach Dubai. Dort hält er sich jeden Monat zirka eine Woche auf, denn sein Geld verdient der rührige Unternehmer nicht mit Custombikes, sondern mit Rohrleitungskupplungen und Spezialmuffen für die Erdölindustrie. Dadurch hat er beste Kontakte im reichen Emirat. Über die Farbe Weiß beschwert sich dort auch kein Mensch – im Gegenteil, die ist im Nahen Osten total beliebt.













