Dieser Panhead Chopper entstand in nur neun Tagen im Rahmen eines Build-Off-Wettbewerbs in den USA.
„Ich kann mich nicht erinnern, jemals nicht vernarrt in Motorräder gewesen zu sein. Genauso wenig kann ich mich an die Zeit zurückerinnern, als ich noch nicht Motorrad fahren konnte”, erzählt uns Lor Izzard, der Gründer von Jailhouse Choppers. Geerbt habe ich den Bike-Virus wohl von meinem Vater, denn der ist auch ein Fan von allem, was zwei Räder und einen Motor dazwischen hat. Er und meine Mutter haben mich stets darin bestärkt, meinen Weg zu gehen, und so wurden Motorräder das Wichtigste in meinem Leben.
warum geben sich Leute freiwillig mit alter, simpler Technik ab?
Der Name meines Shops entstand durch eine Diskussion mit einem Freund. Der kapierte einfach nicht, was Oldschool ist, was diesen ausmacht. Er verstand nicht, warum sich Leute freiwillig mit alter, simpler Technik abgeben. Ich erklärte ihm, dass ein Oldschool-Bike, wenn es richtig gemacht ist, aussehen muss, als wäre es im Gefängnis aufgebaut worden.“

„Rudimentär, funktional und knüppelhart“, so Lor. Die „Hard Time“ genannte Maschine entstand in nur neun Tagen im Rahmen eines Biker-Build-Off-Wettbewerbs. Zwar war den Jungs von Jailhouse (Lor hat seinen Freund Harry Normington zum Geschäftspartner gemacht) klar, dass sie eigentlich eine superbreit bereifte Kiste bauen müssten, um auf dicke Hose zu machen, doch sie entschieden sich, ihrer Linie treu zu bleiben und ihr Oldstyle-Ding zu machen.
Jailhouse Chopper – Der Panhead V2 kommt von S&S und hat knapp 1,6 Liter Hubraum
Das Lastenheft wurde formuliert: Ein Starrrahmen war ein Muss. Am halbhohen Apehanger sollten keine Handhebel montiert sein. Für die Kupplungsbetätigung dachten sich die Jailhous-Schrauber eine eigene, neue Mechanik aus, die – ähnlich des früher verbauten Suicide-Clutch-Pedals – mit dem linken Fuß betätigt wird.

Lor dachte sich aber eine Mechanik aus, bei der beide Funktionen – das Kuppeln und das Bremsen – mit ein und demselben Pedal ausgeführt werden. Bei nur leichtem Druck wird die Kupplung betätigt, bei stärkerem Druck aufs Pedal wird bei gleichzeitigem Auskuppeln gebremst. Kombiniert wurde das Ganze mit einem riesig langen Handschalthebel, den eine Billardkugel krönt.
Die halbierte Blattfeder stammt von einem Oldtimer-Auto aus den 40er-Jahren
„Dieses System habe ich mir erst während des Aufbauens ausgedacht. Deshalb lief uns auch die Zeit weg. Wir haben Tag und Nacht rangeklotzt wie die Blöden. Und doch haben wir uns beim Abgabetermin des Build-Off-Wettbewerbs um sechs Stunden verspätet. Doch die anderen drei Customizer, gegen die wir angetreten waren, waren sehr fair und gewährten uns diese Zeit“, erinnert sich Lor.

Die auffällige Gabel mit der Blattfederung à la Indian ist ebenso wie der Rahmen und fast alles Übrige am Bike ein Eigenbau der Jungs aus Savannah/Georgia. Die halbierte Blattfeder entnahmen die Jungs einem Oldtimer-Auto aus den 40er-Jahren. Die Auspuffe und den Öltank fertigten sie aus Edelstahl.
Das herrliche Luftfiltergehäuse diente früher mal als Hülle eines Lautsprechers
Als stimmige Verkleidung des Öltanks wählten die überzeugten Oldschooler eine historische Öldose von Mobil, die sie im Internet ersteigert hatten. Ebenfalls über eBay kamen sie an das herrliche „Luftfiltergehäuse“ heran. Was jetzt dem Filter als Gehäuse dient, ist ein originales, aus den 50er-Jahren stammendes Lautsprechergehäuse, das man seinerzeit in Autokinos ins Auto gehängt bekam – eine echt supergeile Idee.

Der spartanisch gefederte Sitz stammt von einem Fahrrad aus den 20er-Jahren. Lediglich die moderne Scheibenbremse mit der abgespacten Sechskolbenzange passt nicht so recht ins Ensemble. Doch Sicherheit geht den Jungs vor.
„Bei den Bremsen darf man keine Kompromisse eingehen“
„Wir fahren das Bike ja täglich im dichten Straßenverkehr. Und mit dem 1600 ccm-Panstyle-Motor von S&S geht schon was. Da darf man bei den Bremsen keine Kompromisse eingehen“, erklärt Lor. Wo er recht hat, hat er recht.














