Der Panhead-Motor ist für viele der schönste Motor von Harley-Davidson. Wir freuen uns immer, wenn er in einem Oldschool-Bobber werkeln darf!
Eines schönen Tages kam Kai, der Airbrusher von Toxic Bikes, mit einer ziemlich heruntergerittenen Pan auf den Hof und beschloss, dieses Bike zu seinem neuen fahrbaren Untersatz zu machen. Die Pan aus den späten 1940er Jahren hatte definitiv schon bessere Zeiten gesehen und in den vergangenen 70 Jahren hatten sich einige Schrauber an dem Bike verwirklicht.

So waren sowohl die Basis als auch die zum Glück spärliche Elektrik und der Motor in einem Zustand, der – gelinde gesagt – als ziemlich übel und verbraucht bezeichnet werden kann. Deshalb reifte die Entscheidung, die Pan nicht originalgetreu aufzubauen, da diverse Originalteile schlichtweg fehlten. Etwas Patina mit neuen Komponenten und vor allem fahrbar war der Plan für das Projekt.
Geräuschvorschriften? In den späten 40ern noch ziemlich egal
Ein originaler Aufbau war allein schon deshalb nicht möglich, da der Motor ein Big-Bore-Aggregat mit großen Ventilen ist und obendrein über ein STD-Kurbelgehäuse verfügt. Der Ursprung einiger Teile war nicht mehr feststellbar, was die Überholung nicht einfacher machte. Einige Teile mussten in Handarbeit angefertigt werden. Der Big-Bore-Motor wurde überholt und mit neuen, gelaserten Kopfdichtungen versehen, da die alten Dichtungen dem Druck nicht standhielten. Die Ventildeckel wurden umgearbeitet, um Platz für die Ventilfedern zu schaffen.

Der Motor war technisch ansonsten in einem recht anständigen Zustand und benötigte lediglich noch eine leichte optische Retusche. Ein neuer Primärtrieb verbindet ihn mit dem H-D-Vierganggetriebe. In diesem Zuge verlegte das Toxic-Team den Vergaser auf die linke Seite, was zwar keinen Sinn macht, aber „geil aussieht“, wie Arno sagt. Und da aufgrund des biblischen Baujahrs kaum Geräuschvorschriften gelten, baute das Team einen Auspuff mit Oldschool-Pipes an.
Panhead-Bobber mit W&W-Springergabel
Die Toxic-Jungs renovierten den Rahmen komplett. Und sie verpasstem ihm eine Springergabel von W&W. Sie fertigten außerdem den Heckfender, diverse Halterungen und neue Spacer. Der lässig gebogenen, handgemachte Lenker im Kingsize-Format bildet das Finsh. Der Kunde selbst lieferte das Kickerpedal. Es stammt ursprünglich vom Mountainbike seines Sohnes, was zeigt, dass Recycling auch sinnvoll sein kann.

Die Griffarmaturen stammen von Kustom Tech, was zu dem Oldschool-Look des Bikes beiträgt. Tank und Öltank wurden lediglich überarbeitet und stammen genau wie die Trittbretter und die 16-Zoll-Felgen aus dem Harley-Davidson-Regal. Um auch im heutigen Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein, verzichtete man bei der Bremse auf Originalität und verbaute vorn und hinten Scheibenbremsen, die das Bike anständig verzögern.
Spiegel und Blinker braucht der Panhead-Bobber nicht
Bates-Scheinwerfer und Rücklicht sorgen für sehen und gesehen werden bei abendlichen Ausfahrten. Auf solch überflüssiges Zeug wie Spiegel, Blinker oder Anlasser darf man bei dem Baujahr getrost verzichten. Die Lackierung übernahm Kai natürlich selbst und kombinierte das Himmelblau mit klassischen Hot-Rod-Scallops, wie sie in den 50er angesagt waren. Und es auch heute noch sind …
Info | toxic-bikes.de






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