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Fotos: Horst Rösler | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Ness Boardtrack Panhead – Thin Twin

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Dieser Eyecatcher von Cory Ness mischt klassische Boardtrack Stilelemente mit High Tech. Und natürlich ist der Panhead V2 kein altes Harley-Triebwerk aus den 50er Jahren, sondern eine Kombination von S&S-Gehäuse und Patrick Racing Performance-Teilen.

Die Motorräder von Cory Ness schmücken die Titelseiten von Motorradzeitschriften in aller Welt, seit der junge Mann erstmals den Schraubenschlüssel in die Hand nahm – und das ist schon einige Jahrzehnte her. Immer auf der Suche nach neuen Stilrichtungen und Ideen, waren seine Bikes Trendsetter – aber immer mit einem eigenen Stil. Einem Stil, der sich von dem seines berühmten Vaters Arlen deutlich unterscheidet.

Boardtrack Oldschool-Look mit modernen Einflüssen – selbst der Panhead ist up to date

Der „Thin Twin“ mag in der Optik schmal erscheinen – die Performance ist super fett! Man könnte meinen, das Gestalten von Custombikes sei in der Ness-Familie gleichsam genetisch verankert.

Die komplette Auspuffanlage wurde nach links gezogen. Mit den kurzen Auspuffstummeln konnte so auch noch die Form des Primärantriebs einbezogen werden

Doch in der Realität ist es harte Arbeit, jedes Jahr mit neuen Konzepten, Ideen und noch nie dagewesenen Details in einem hart umkämpften Markt zu punkten. Ganz besonders zu einer Zeit, in der die US-Custom-Szene zwischen Clubstyle, Performance Baggern und nostalgischem Oldschool-Look gratwandert. Und auch letzterer wird gerne mit moderner Technologie kombiniert – so auch hier.

„Der Bau der ‚Thin Twin‘ war wie das Wühlen in der Familiengeschichte“

Das vielleicht herausragendste Merkmal des „Thin Twin“ ist, dass die Maschine ihrem Namen gerecht wird: Ob von vorne oder hinten, oben oder unten betrachtet – die Erscheinung des Bikes ist um einiges schlanker, als man gemeinhin glaubt, mit einem Big Twin erreichen zu können. Auch Corys Vater Arlen hat im Laufe der Jahre zahlreiche gertenschlanke Custombikes auf die Räder gestellt – doch die bedienten sich meist des Sportster-Triebwerks, welches schon wegen des integrierten Primärantriebs nicht so breit baut.

Small tires rules! Wenn ein Motorrad vernünftig um die Ecken gehen soll, sind Breitreifen keine Option!

Corys Trick bestand darin, die komplette Auspuffanlage nach links zu ziehen und mit den kurzen Auspuffstummeln auch noch den Primärantrieb zu verstecken – was ohne Endschalldämpfer natürlich problemlos gelingt. „Der Bau der ‚Thin Twin‘ war ein bisschen wie das Wühlen in der Familiengeschichte“, erzählt uns Cory Ness, was in diesem Fall nicht bedeutet, in verstaubten Fotoalben zu blättern: „Im Lager fand ich einen 25 Jahre alten Starrahmen aus den frühen 80ern, der dort vergessen vor sich hin zustaubte – das war genau die richtige Basis für mein Oldschool-Projekt.“

Das Kraftwerk sieht aus wie ein in der Poliermaschine überwinterter Panhead-Motor

Abgestaubt und sandgestrahlt, war das fünf Zoll gestretchte Schmuckstück mit seinen extrem filigranen Rohren fertig für die Aufnahme des Treibsatzes: Das Kraftwerk ist eine Kombination von S&S-Gehäuse und Patrick Racing Performance-Teilen, die im Endresultat wie ein in der Poliermaschine überwinterter Panhead-Motor aussieht: Jedes Teil ist auf absoluten Hochglanz poliert. Und mit knapp 100 Pferden am Hinterrad würde das Bike jeden Original-Boardtracker problemlos hinter sich lassen.

Dicke Magnetos sind derzeit sehr hipp

Aus dem Ness-Katalog stammen Teile wie der offene Ansaugtrichter, der offene Primärbelt und das 5-Gang-Getriebe, um nur eine Auswahl zu nennen. Der Kickstarter ist ein Tribut an die Alltagstauglichkeit, heutzutage will ja keiner mehr – wie bei den originalen Rennmaschinen üblich – sein Bike anschieben.

Boardtrack Look mal anders – Kann man das modern Oldschool nennen?

Die wohl auffälligsten Teile entpuppen sich zu Ness Custom Wheels: Die „Speichen“ aus gefrästen Aluminiumstreben stellen eine sehr spezielle Spielart des Customizing dar – moderne Materialien und hochfestes Aluminium machen’s möglich. Die aus dem Vollen gefrästen Speichen sind mit der Felge und der Nabe verschraubt und halten im Falle von Corys Bike auch noch die wuchtigen Perimeter-Bremsscheiben von Jay Brake.

Die dicken, gefrästen „Speichen“-Räder mit den speziellen Sternnaben sind eine Ness-Entwicklung

Die Möglichkeit, Alu anodisieren und somit etliche farbliche Varianten verwirklichen zu können, machen diese Räder doppelt attraktiv. Die 41 mm Ness-Gabel ist um 3 Zoll gekürzt, was die Optik noch weiter komprimiert. Und was hätten Kreidler- und BMW-Fahrer in den 60er Jahren für verchromte „Gabelkondome“ gegeben!?

Könnte wohl bitte irgendjemand irgendwo mal wieder eine große Holz-Arena aufbauen?

Ein typisches Cory-Ness-Detail ist auch der Lenker, der gleichzeitig Lenkstange und obere Gabelbrücke ist. Battistinis coole 3-D-Billet-Armaturen runden die geile Optik ab. Ein handgefertigtes Meisterstück ist der Tank. In ihm integriert ist neben dem Spritfass auch der Öltank. „Ich wollte mit dem Bike zeigen, dass es auch zum Thema ‚Boardtrack-Style‘ noch neue Ideen gibt.“ Jetzt warten wir nur noch darauf, dass irgendjemand irgendwo mal wieder eine große Holz-Arena aufbaut …

Info | arlenness.com

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