Laut ist diese Ironhead Sportster. Und stolz ihr Besitzer. Die beiden verbindet eine interessante Geschichte.
Der Weg zu seiner Sporty war lang für Mikael. Vor vielen Jahren hatte er sie mit einem „For Sale“-Schild auf dem Parkplatz einer Bikerparty gesehen. Doch die Party war sehr feuchtfröhlich, und am nächsten Tag konnte sich sein Brummschädel nicht mehr an die Telefonnummer des Besitzers erinnern.
Lange suche nach der Ironhead Sportster
Ein ganzes Jahr brauchte Mikael, um dieses Bike wieder ausfindig zu machen. Zwar fuhr er seit rund 17 Jahren eine zum Bobber mutierte Knucklehead, doch es war Zeit für etwas Neues. Im Zuge der Oldstyle-Welle gilt es ja schon länger als schick, eine Pan oder eine Knuckle zu fahren. Doch gerade deshalb suchte der gebürtige Pole den anderen Weg; er wollte nicht in der Masse untergehen.

Für ihn war es schon immer wichtig, sich von anderen abzusetzen. Zwar warnte ihn jeder davor, sich eine alte Ironhead zuzulegen, doch das stachelte sein Verlangen nur noch mehr an. Endlich hatte Mikael den Besitzer ausfindig gemacht und die beiden wurden sich schnell handelseinig.
Eine lose Zündplatte verhinderte das Anspringen
Bald schon wusste der neue Besitzer auch, warum. Im Fahrzeugbrief waren bereits fünfzehn Halter vor ihm eingetragen. Und alle hatten – mal mit mehr, mal mit weniger Talent – an dem Bike herumgefrickelt. Die meisten Bastler waren wohl schnell mit ihren Fähigkeiten am Ende. Der Letzte in der langen Reihe vor Mikael hatte das Bike am Ende nicht einmal mehr zum Laufen gebracht.

Das war aber für den kundigen Schrauber kein großes Problem. Die Zündplatte war lose und hatte sich so komplett verstellt. Kaum korrigiert, sprang der Motor ohne Klagen an – allerdings nicht sehr lange. Mikael war nämlich gleich mit seiner Neuerwerbung in Richtung Autobahn gestartet, um die Leistungsfähigkeit des Bikes zu testen.
Vollgas mit der Ironhead Sportster – Keine gute Idee!
Leider streikte einer der Kolben und warf mit kleinen Teilchen um sich, die mit den Ventilen kollidierten. Der schnelle Reiter meint dazu nur: „Vielleicht hätte ich sie nicht auf 170 beschleunigen sollen. Ich wollte aber wissen, was sie bringt. Na ja, so hatte ich wenigstens den Grund, den Motor komplett zu überholen.“ Der Motor bekam neben neuen Kolben größere Ventile, auch die Kompression wurde erhöht.

Als es daran ging, die Farbgebung zu bestimmen, wollte Mikael etwas, das ihn an Hawaii und heiße polynesische Nächte in Tikibars erinnerte. Er selbst kommt aus der Skater- und Surfer-Szene und fand diese Lösung passend. Das Hanfblatt auf der Lichtmaschine ist ein weiterer Versuch, der bürgerlichen Welt den Mittelfinger zu zeigen.
Starrrahmen-Building auf die andere Art
Zwar nimmt der langhaarige Rebell selbst keine Drogen, provoziert aber gern. Das schafft er sicher auch mit seiner unorthodoxen Art, sein Bike auf Starrrahmen „umzustellen“. Er entfernte die hinteren Federbeine und verschraubte starre Edelstahlstreben an deren Stelle.

Sowas setzt eine Menge Leidensfähigkeit voraus. Zur Zeit ist er mit seinem kleinen Gefährt glücklich. Obwohl, der Motor einer XR 750 oder XR 1000 in seiner Sporty, das wäre noch was. Leider sind solche Aggregate extrem selten zu bekommen. Aber wer weiß … der in Schweden lebende gebürtige Pole hat schon oft seinen zähen Willen bewiesen.















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