Diese außergewöhnliche Ironhead Sportster im Dragstyle Look ist „Race Developed“, daher das merkwürdige Typenkürzel.
Gesehen habe ich dieses Schmuckstück am Faaker See. Ich traute meinen Augen nicht, denn die Maschine stand so nebenbei geparkt auf dem Arneitz-Gelände. Ich sofort hin und gefragt, wem das Herzchen denn gehöre.
Ironhead Sportster im Dragstyle – Fototermin mit Hindernissen
„Meiner Frau“, antwortete ein südländischer Mann. „Die muss ich haben, die ist klasse. Die will ich fotografieren“, antwortete ich. „Wann?“, fragte der Mann der Besitzerin. „Am besten gleich. Sofort. Subito“, kam’s von mir. „Nein, meine Frau kommt erst in ein paar Stunden wieder, erst dann können wir das machen.“

„Geht nicht, dann habe ich Gegenlicht am See. Musse jetzt, sonst habe fertig“, sagte ich. Francesco ließ sich Gott sei Dank überzeugen. Und so kommt es, dass auf dem Bild nicht die Fahrerin, sondern ihr Mann zu sehen ist. Schade, aber immerhin blieb es in der Familie. Und immerhin war es ja auch Francesco, der seine Paola zum Harley-Fahren gebracht hat.
Den Umbau realisierte kein geringerer als Rikki Battistini aus Bournemouth
Beide sind Members des H.O.G. Padua Chapters und nehmen, wann immer das möglich ist, mit ihren Maschinen – Paola auf ihrer STP-Sporty, Francesco auf einer Custom E-Glide – an Ausfahrten teil. So genial auf- und umgebaut hat die ehemalige XL kein Geringerer als Rikki Battistini aus Bournemouth in England. Bei einem Treffen bat Paola ihn, etwas aus ihrer Sporty zu machen.

Sechs Monate später präsentierte Rikki Battistini diese geniale Adaption einer Ironhead Sportster mit zarten Dragstyle Anleihen. Den Rahmen und die famos geniale Schwinge schweißte Battistini selbst. Überbleibsel von Harley ist lediglich die Gabel. Aber auch die kürzte der Customizer um fünf Zentimeter.
Der herrliche, 997 ccm große Ironhead-Motor blieb mechanisch unangetastet
Die aus heutiger Sicht wohltuend schmalen Räder (vorne ein 110er, hinten ein 150er) zog der italienischstämmige Engländer auf Akront-Alu-Felgen auf. Den herrlichen, 997 ccm großen Ironhead-Motor ließ er mechanisch in Ruhe, peppte aber die Optik mit mannigfaltigen Erleichterungsmaßnahmen sportlich immens auf. Beide Motorendeckel sind gekonnt skelettiert, der Betrachter hat fast freien Blick auf den Kupplungskorb.

Die sportlichen „Erleichterungslöcher“ finden sich rundum an der ganzen Maschine, wie auch an etlichen Ecken Versteifungsbleche zu finden sind. Eine Frage der Ehre ist das Faktum, dass ein Motorrad für eine Italienerin – gebaut von einem Mann, der Battistini heißt – von nichts anderem beatmet werden darf als von einem Dell’Orto. Von uns gibt’s für dieses bildschöne Teil jedenfalls 180 Punkte auf der 100-Punkte-Skala.












