Star-Customizer Roland Sands hat seine ganz persönliche Interpretation einer Indian Scout auf die Räder gestellt.

Als die neue Indian Scout vor einigen Jahren das Licht der internationalen Motorradmessen erblickte, schlug ihr spontan eine Welle der Begeisterung entgegen. Indian hat mit der Neuinterpretation des legendären Mittelklasse-Motorrads mitten ins Herz der Fans getroffen, gleichzeitig aber auch zahlreiche Customizer inspiriert.

Dieser erste Prototyp besitzt noch keine Trapezgabel und steht auf anderen Rädern

Roland Sands, Custom-Guru aus Kalifornien, entwarf umgehend eine Skizze, wie er sich einen solchen Umbau vorstellt. „Die Scout ist schon serienmäßig ein ausgesprochen cooles Motorrad“, so Sands. „Indian ist es gelungen, traditionelle Design-Elemente mit moderner Technik und einem zeitgemäßen Auftritt zu verknüpfen. Sie haben einen verdammt guten Cruiser um dieses moderne V2-Triebwerk herum gebaut. Aber die Scout von früher war zu ihrer Zeit kein Cruiser, sondern ein Sportmotorrad.“

Indian Scout im Roland Sands Design

Der ehemalige Rennfahrer hat deshalb vor seinem geistigen Auge sofort eine sportlichere Maschine im klassischen Scout-Design gesehen. Mit der Umsetzung seiner Idee musste sich der Ausnahme-Designer Zeit lassen, weil seine Ideen inzwischen weltweit von großen Motorradherstellern nachgefragt werden.

Vorn und hinten dämpfen allerfeinste Öhlins-Komponenten

2015 war beim Burning Man Festival in der Black-Rock-Wüste von Nevada die erste Version der RSD Scout zu sehen. „Wir haben einen ganz neuen, extrem leichten Stahlrohrrahmen aus Chrom-Molybdän gebaut“, erläutert Sands. „Die Hinterradfederung ist der von der Pikes-Peak-Rennmaschine sehr ähnlich. Dazu ein kürzerer Radstand, eine steilerer Lenkkopf, ein tieferer Lenker – alles sehr sportlich.“

Fertig und bildschön

Die Maschine von damals machte allerdings unlackiert und mit wild verlegten Kabeln und Schläuchen einen sehr unfertigen Eindruck. Ganz anders dann die finale Version, die Roland Sands zum „Wheels & Waves“ nach Biarritz fliegen ließ: Fast die gesamte Elektrik ist in einem Blechgehäuse untergebracht, das unter dem Einzelsitz einen Öltank imitiert. Die moderne Telegabel ist einer völlig neu konstruierten Old-Style-Trapezgabel gewichen.

Massive Klemmböcke packen den Lenker

Die kurzen Flammrohre der ersten Version wurden durch eine formschöne Edelstahl-Auspuffanlage im Flat-Track-Style ersetzt. Zwei kleine Wasserkühler lassen die Front aufgeräumter wirken. Rahmen, Gabel, Schwinge, Tank und Schutzblech wurden in Indian Red lackiert und mit goldfarbenen Dekors aufgewertet.

Das Federbein hinten liegt waagerecht neben dem hinteren Zylinderkopf

„Last but not least haben wir dem Motor noch ein bisschen mehr Leistung eingehaucht“, betont Sands. „Ich denke, dass die RSD Scout angemessenen Tribut an ihre Urahnen zollt, die von den Zwanzigern bis in die fünfziger Jahre so erfolgreich im Motorsport waren.“

 

 

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