Ein junger Designer aus den Niederlanden hat eine Indian Scout umgestaltet. Heraus kam eine der schönsten Hommages an die Formensprache der 1910er Jahre.

Indian Motorcycle Benelux enthüllte Anfang 2020 auf der Bigtwin Bikeshow den Sieger des Wettbewerbs „Project Scout Bobber“. Das Motorrad wurde „Hasty Flaming Buffalo“ getauft, es wurde designt von dem Niederländer Luuc Muis. Luuc machte 2014 einen Bachelor-Abschluss in Industrial Product Design in Windesheim/ Zwolle sowie einen Merid-Abschluss 1 in Art and Design am Institute of Technology in Calow, Irland.

Mit diesem Entwurf entschied Luuc Muis den Design- wettbewerb für sich

Der Wettbewerb, der gleichermaßen Amateur- und Profibauer aus der gesamten Region Benelux offen stand, sah drei Finalisten, deren Entwürfe von einer Fachjury ausgewählt wurden, um eine öffentliche Facebook-Abstimmung durchzuführen. Der von Luuc eingereichte Design-Entwurf erwies sich als durchschlagender Erfolg, er wurde mit über 54 Prozent der Stimmen zum klaren Sieger gekürt und Luuc erhielt die Gelegenheit, seine Vision in die Tat umzusetzen.

Nur zwanzig Wochen Zeit

Luucs Design basiert auf Indians erfolgreicher Geschichte des Motorradrennsports, insbesondere der Board Track Racer der frühen 1900er Jahre. Dazu Luuc Muis: „Als Industriedesigner musste ich an diesem Wettbewerb teilnehmen. Die Idee dahinter war, herauszufinden, wie es aussehen könnte, wenn sich über einen Zeitraum von hundert Jahren die Materialien und die Technik im Motorradbau weiterentwickelt hätten, aber nicht das Design.

Der neue Rohrrahmen mit der stehenden Hinterradfederung wurde in Norwegen aus Aluminium gefertigt

Als ich erfuhr, dass mein Entwurf gewonnen und ich nun die Möglichkeit hatte, das Konzept in die Wirklichkeit umzusetzen, war ich einerseits freudig erregt, aber auch ziemlich eingeschüchtert, besonders angesichts der kurzen Frist für die Fertigstellung des Umbaus.“

Indian Scout im Look der frühen Bahn-Motorräder

Tatsächlich hatte Luuc nur zwanzig Wochen Zeit, um seinen Umbau bis zum 1. November, dem Eröffnungstag der Big-Twin Expo, in die Tat umzusetzen. Der
Designer kombinierte sein 2D-Design mit einem 3D-Scan des Scout-Bobber-Motors, um sein Rahmendesign zu verfeinern, und konstruierte seinen Rahmen aus Rohren und Teilen, die von Scheffers Engineering in Norwegen aus Aluminium gefertigt wurden.

Eine der schönsten Hommages an die Formensprache der 1910er Jahre

Der wunderschöne handgefertigte Tank ist ebenfalls Teil des Rahmens und beherbergt die Airbox und elektronische Komponenten, um den sauberen, mini-
malistischen Look zu erreichen, der von den frühen Indian-Bahnmotorrädern inspiriert wurde.

Technische Ausstattung deluxe

Luuc konnte namhafte Partner für das Projekt gewinnen, so zum Beispiel baute Akrapovic ein maßgeschneidertes Abgassystem, von CeraCarbon Racing kam die Vollcarbongabel mit diamantgeschliffenen Keramikstandrohren, JSR baute einmalige Räder, die mit Bremsscheiben von Moto-Master bestückt wurden.

Fast eins zu eins setzte der Industriedesigner seine Idee an der leibhaftigen Scout um

Die Bremssättel stammen von Brembo und den maßgeschneiderten Sitz fertigte Old Dutch Leatherworks. Ein Luftfilter von DNA, ein Instrument von Motogadget und Miniblinker von Kellermann vervollständigen die technische Ausstattung. Mehr Infos gibt es unter www.luucmuiscreations.com