Sieht man vom Lackkleid ab, ist der Umfang des Umbaus an dieser Indian FTR 1200 einigermaßen überschaubar. Dennoch trifft das Customizing voll ins Schwarze.

Es existieren eigentlich nur zwei Design-Baustellen an der ansonsten sehr charismatisch gestylten FTR. Da ist zum einen der unsägliche, schwingenmontierte Kennzeichenhalter, aus dessen Materialfülle andernorts halbe Rohrrahmen zusammengeschweißt werden. Tja, und der serienmäßige Auspuff ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

Auch eine Lösung für den Bügel der Schande gibts bei der Bike Schmiede Süd

Diese beiden „Schwachstellen“ hat das Team der Bike Schmiede Süd, das auch die Indian-Vertragshändlerschaft für den Raum Stuttgart innehat, zielsicher ausgeräumt. Den Kennzeichenhalter unter dem serienmäßig wunderschön gestalteten Rücklicht fertigen die Esslinger selbst an, weil Indian eine solche Lösung zwar als Custom-Part anbietet, diesen aber seinerzeit nicht liefern konnte.

Kennzeichenhalter und Auspuffanlage

Einen anderen Weg beschritt das Team um Custom-Urgestein Bodo Hayen hinsichtlich der Auspuffanlage. Hier schloss man sich mit dem Ringinger Auspuffbauer Hattech zusammen, der eine hoch unter der Sitzbank verlaufende 2-in-2-Edelstahlanlage konstruierte, die in ihrer Optik der Rennausführung von S&S sehr nahekommt.

Wegen des geplanten 200er-Reifen musste die originale Felge verbreitert werden

Zurzeit steht eine Serienfertigung dieser Prototypen-Anlage noch in den Sternen, bei genügend Nachfrage könnte sich das allerdings ändern. Für den kleineren Geldbeutel gibt es aber auch eine Bolt-on-Lösung von Hattech, die in Minuten auf den serienmäßigen Sammler montiert ist und nicht nur rattenscharf aussieht, sondern auch noch etliche PS an Leistungssteigerung generiert (kein Geschwätz, das haben wir live und in Farbe nachgemessen).

Glemseck und Harley and Snow mit der Indian FTR

Gebaut haben wir die Martini-FTR für das Glemseck 101. Es sollte die erste FTR mit einem Breitreifen hinten werden“, informiert Bodo Hayen. Hierfür wurde die serienmäßig 4,25 Zoll messende originale Indian-Felge auf 6,00 Zoll verbreitert, ein 200er-Schlappen macht jetzt in Verbindung mit dem cleanen Heck mächtig was her. Den gewünschten Paintjob im ewig aktuellen Martini-Look zauberte der Steirer August Mischinger, die dazu passende Sitzbank aus Echtleder nähte die Bike Schmiede Süd selbst.

Die hier montierte 2-in-2-Anlage wird so wohl nicht produziert, es sei denn, es kämen genügend Anfragen zusammen

Und weil eine FTR immer irgendwie etwas mit Flat Track, Rennen und mächtig Gas geben zu tun hat, sollte das bildhübsche Gerät seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt. Die Esslinger hatten dafür eigens ein Rennteam gegründet (Red & White Racing Team) und wollten mit der FTR bei „Harley and Snow“ im Südtiroler Jochtal antreten.  „Wir werden die Schwinge um zehn Zentimeter verlängern und die Reifen mit ordentlich Spikes bestücken“, verrät Bodo Hayen, „der Motor ist gemappt, mit den Racing-Tüten von S&S wird Leistung genug da sein.“

Bike-Schmiede-Süd-Inhaber und Indian-Vertragshändler Bodo Hayen

So der Plan. Das Leben spielte anders, diese Corina kam vorbei, wir kennen sie alle. Aber was nicht war kann ja immer noch werden.

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