Wer aus einem mächtigen Kofferfisch wie der Indian Chieftain einen grazilen Dirt Tracker macht, muss entweder verrückt sein oder so genial wie Roland Sands.

Grund für die Verwandlung war der Auftrag der amerikanischen Versicherungsgesellschaft Geico, die einen besonderen Hingucker für ihren Messestand in Sturgis haben wollte.

Zitiert die Formen der legendären Dirt-Track-Racer von Indian

Da Roland bekanntermaßen auf Rennbikes steht und die Formen der Dirt-Track-Ära besonders mag, formte sich in seinem Kopf der Plan, etwas vollkommen Ungewöhnliches zu entwerfen.

Chieftain rein – Spaßbike raus

Als zusätzliche Inspiration dienten noch die Jubiläen von 75 Jahren Black Hills Rally, 35 Jahre Buffalo Chip Campground und Rolands 25. Teilnahme an dem riesigen Bikertreffen. Also ging er frisch ans Werk. Der Kalifornier schob eine Chieftain in seine Werkstatt und kam mit dem auf diesen Seiten präsentierten Spaßgerät wieder heraus.

Von der Chieftain blieb nur der Motor unangestastet

Dazwischen lagen einige Wochen Umbau. Wobei vom ursprünglichen Bike eigentlich nur der Motor und ein Teil des Tanks Verwendung fanden. Fast alle anderen Parts sind Einzelstücke oder Sonderanfertigungen. Das Herzstück, der 111er Thunder-Stroke-Motor, ist mit originalen Speedparts und einigen eigens angefertigten Abdeckungen aufgehübscht sowie der Sekundärtrieb auf Kette umgerüstet.

Potenter Antrieb und Dirt-Track-Look

Um den potenten Antrieb schmiegt sich ein starrer Rahmen aus hochfestem Chrom-Molybdänstahl. Passend zum Dirt-Track-Look kommt an der Front eine komplett überarbeitete Blattfedergabel von Kiwi zum Einsatz, die sich zusätzlich über einen Gasdruckdämpfer aus dem Mountainbike-Sektor abstützt. Da im Dirt Track keine Vorderbremsen verwendet werden, verzichtete das Team auch bei diesem Projekt darauf.

Blattfedergabel von Kiwi, inklusive RSD-Modifikationen

Den Job der Verzögerung übernimmt dafür eine spezielle innenbelüftete Scheibenbremse von Lloyd Brothers Motorsports, welche von einem hauseigenen Sattel in die Zange genommen wird. Auch die Räder sind Prototypen, die extra für dieses Bike auf der Fräsmaschine entstanden. Sie tragen die passende Bezeichnung „Flat Track“. Die darauf aufgezogenen Dunlop-Reifen tragen sogar ein Indian-Branding.

Etwas Komfort durch Gasdruck

Der Tank nimmt die Grundform des Originals auf, wurde aber extrem verändert. Er ist deutlich schmaler als das Original, sein neuer Tunnel ist dem Verlauf des oberen Rahmenrohrs angepasst. Auch Luftfilter, Auspuff, Heckfender und Trittbretter sind eigens entworfene Parts, die es, bei genügend Nachfrage, in die Produktion schaffen könnten.

Alublende am Heckfender

Für den lederbezogenen Holzsitz konnte der bekannte Skateboard-Produzent Paul Schmitt gewonnen werden. Sein Produkt wird, wie schon die Gabel, von einem Gasdruckfederbein gedämpft. So bekommt der Pilot wenigstens etwas Komfort beim Ritt über die Sandbahn geboten.

Ronald Sands fuhr seinen Indian Chieftain Dirt Tracker gleich selbst

Apropos Einsatz auf der Rennstrecke. Roland Sands selbst hat das Custombike nur wenige Tage nach der Vorstellung auf einer Bühne vor tausenden Fans am Buffalo Chip Campground über die Inaugural Hooligan Half Mile in Rapid City geprügelt.

Innenbelüftete Bremsscheibe von LLoyd Brothers

„Ich habe zwar nicht gewonnen, aber allein die Beteiligung des Bikes an einer solchen Veranstaltung hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Deshalb haben wir das Teil ja gebaut“, erklärt der Erbauer die Zustimmung der Verantwortlichen beim Auftraggeber Geico. So etwas nennt man eine Win-Win-Situation.

 

Kontakt | www.geico.com