Mit einer extrem gestrippten Version einer Indian Chieftain stellte Roland Sands vor einiger Zeit das erste komplette Custombike auf Basis der neuen Modelle vor. Das hat mit den opulenten Tourern aber nur den Motor gemeinsam.

Bereits kurz nach der Vorstellung des komplett neu entwickelten 111-cui-Motors traten Verantwortliche vom Indian-Mutterkonzern Polaris mit der Bitte an den Kalifornier heran, ein Custombike rund um das klassisch gestaltete Triebwerk zu kreieren.

Motorrad pur… hier geht gewaltig die Post ab

Indian Chieftain – Roland Sands light

Roland Sands nahm die Herausforderung freudig an, holte sich jedoch einen Jungdesigner als Mitstreiter ins Team, den er zuvor bei der Entwicklung der BMW Concept NineT, bei der Roland auch beteiligt war, kennengelernt hatte. Der junge Designer ist ein Franzose und heißt Sylvain Berneron, besser bekannt ist seine Arbeit unter dem Namen Holographic Hammer. Sylvain erstellte einige Entwürfe, die Roland Sands als Grundlage für sein Umbauprojekt dienten.

 

Hier zwei Entwürfe von Sylvain Berneron, die die Richtung des Umbaus vorgaben
Hier zwei Entwürfe von Sylvain Berneron, die die Richtung des Umbaus vorgaben

Letztendlich setzte Sands die Ideen des Franzosen fast 1:1 um, nur in Details unterscheidet sich das Endergebnis von der gezeichneten Studie. So finden sich statt den vorgeschlagenen Speichenrädern nun speziell angefertigte 21”-Leichtmetallräder von Performance Machine am starren Rahmen, dessen hintere Radaufnahme einarmig ausgeführt ist.

Wenig blieb übrig … sehr wenig

Vom originalen Indian-Rohrgeflecht blieb nur der tragende Bereich unterhalb des Motors übrig. Der Rest entstand in Handarbeit und ist ein absolutes Einzelstück. Lenker, Tank und die Führung des Auspuffs weichen ebenfalls etwas von Sylvains Konzept ab. Die vordere Blattfedergabel stammt von Paughco.

Die „Track Chief” ist ein gewaltiger Motor mit zwei Rädern dran

Sie dient nicht nur als Träger für den kleinen Scheinwerfer, sondern hält auch die radial verschraubte Bremszange, die natürlich wieder von PM stammt. Um die angepeilte schlanke Linie zu erreichen, sind die Lenkerstummel direkt mit der Gabelbrücke verschweißt. Hinter der Startnummertafel, die, wie auch der Tank, aus ultraleichtem Titan besteht, verbirgt sich die Elektronik für das Drive-by-wire, über das die Einspritzung geregelt wird.

Track Chief

Angesteuert wird diese über einen innenliegenden Gaszug. Sage und schreibe 90 Prozent des ursprünglichen Kabelbaums konnten entsorgt werden. Dennoch arbeitet alles zur vollen Zufriedenheit, was Roland Sands bei seiner Testfahrt nach Sturgis bewiesen hat. Das Bike beschleunigt unglaublich, da der potente Motor nur noch etwa die Hälfte des ursprünglichen Gewichts der Chieftain-Basis bewegen muss.

Letztendlich setzte Sands die Ideen des Franzosen fast 1:1 um, nur in Details unterscheidet sich das Endergebnis von der gezeichneten Studie

Glücklicher Besitzer dieses „Track Chief“ getauften Hammers ist ein hochrangiger Polaris-Manager, für den dieses Einzelstück im Geheimen als Überraschung gebaut wurde. Der hat garantiert viel Spaß damit.

 

 

www.dream-machines.de