Radikaler Schwedenstahl der Extraklasse: Dieser Harley Flathead Low Rider entstand fast komplett in Handarbeit!
Der „Esox Lucius“ ist stromlinienförmig, kann bis zu 35 kg schwer und ausgewachsen 1,50 Meter lang werden. Bekannt ist der Raubfisch auch unter dem Namen Pike, Häk, Brochet, Heekt oder Wasserwolf – und auch in Schweden landet er gerne und oft auf dem Speisetisch.
Außergewöhlich: Ein Custombike mit dem zoologischen Namen für „Hecht“
Viele Interessierte standen auf verschiedenen Events mit fragendem Blick vor dem Namensschild mit der Aufschrift Esox Lucius gestanden – aber ein Custombike mit dem zoologischen Namen für „Hecht“ zu taufen, hat noch niemand gewagt. Eins stand allerdings schon beim ersten Blick fest: Hier steht ein Hammerbike!

Ganz Skandinavien scheint die (Un-)Gunst der langen Polarnächte in kreative Tätigkeiten umzusetzen. Auch in Stockholm, noch weit südlich des Polarkreises gelegen, ist es in den Wintermonaten nur relativ kurz richtig hell. Viel dunkle Zeit, die in zahllosen kleinen Garagen und Werkstätten genutzt wird, um unglaubliche Custom-Kreationen auf die Räder zu stellen.
Radikaler Low Rider mit Flathead V2
Der Erbauer dieses radikalen Low Rider heißt Stellan Egeland und ist kein unbeschreibenes Blatt in der Customszene. Mit seinem Rudge Harley Racer namens Hulster holte er sich den Weltmeistertitel im Customizing – eines der schönsten V2-Bikes ever!

Die „Esox Lucius“ setzt Maßstäbe im Retro-Look-Bereich, an denen sich andere messen lassen müssen. Herzstück des Bikes ist ein 1943 UL Motor mit immerhin satten 1380 ccm – Harleys fettester Flathead-Treibsatz mit „UL“-Schlagzahl wurde 1943 – also mitten im Krieg – nur elf Mal produziert. Kein Wunder, daß der Vorbesitzer den Treibsatz mit VL-Zylindern ausbessern mußte.
Die gnadenlose Retro-Optik manifestiert sich in zahlreichen Details
Flathead-Power lieferte mit den Köpfen die wohl einzigen modernen Teile, denn selbst die SU-Vergaser stammen aus den 50er Jahren. Die gnadenlose Retro-Optik manifestiert sich in zahlreichen Details, die für sich betrachtet weder praktisch noch in irgendeiner Art sinnvoll sind.

Da drehen sich „Hoosier“-Top-Fuel-Vorderrad-Slicks mit längs eingeschnittenem Profil auf Magnesium-Gussrädern aus den 60er Jahren, wie man sie in dieser Zeit an den US-Dragstern finden konnte. Die Kombination von extrem funkenfreudigem Magnesium und Nitromethan in den Tanks war damals sicher eine explosive Mischung – egal, wie viel Gewicht gespart wurde.
Nix Kompressor – das Gehäuse ist nur als banaler Öltank recycelt
Ein modifiziertes Kompressorgehäuse erweckt die Illusion einer Aufladung, ist aber nur als banaler Öltank recycelt. Im handgedengelten Alu-Tank integriert findet sich ein Tankanzeiger von Ford aus den 30er Jahren.

Der nackte Wahnsinn: Alles, aber auch wirklich alles an diesem Bike ist gnadenlose Handarbeit – und durchgestylt bis ins letzte i-Tüpfelchen. Und wird nicht nur im aggressiven Styling der Optik des Raubfisches gerecht: Die „Schwanzflosse“ mit dem integrierten Rücklicht ebenso wie die Farbe. Hier stimmt einfach alles!










