Harley-Davidson Würzburg Village „scrambled“ eine Serien-Iron in eine biestig heiße Fahrmaschine. Der Clou: Alle verbauten Teile findet man im Katalog von Custom Chrome Europe

Für die 2017er „Bolt On and Ride“-Kampagne von CCE präparierte das Würzburg-Village-Team um Chef Christoph Repp zum ersten Mal ein „BOAR“-Bike. Im Sommer rollte die „Sporty Spice“ die ersten Kilometer auf malerischen Landstraßen in West-Lothringen, da aber noch ausschließlich auf asphaltierten Straßen. Diese Sportster kann jedoch auch anders!

Harley-Davidson XL Sportster – Sporty Spice(d)

Das liegt nicht allein an den grobstolligen Reifen von Heidenau, sondern auch an den Fahrwerkskomponenten, die in diesem Fall von CCE vorgegeben wurden: Hinten federn Stoßdämpfer von Progressive Suspension die Serienschwinge ab, vorn wurde die Seriengabel gegen eine exklusive Vorderradführung aus Italien ausgetauscht: Otto di Cuori (ODC) aus Vanzaghello bei Mailand bietet zahlreiche Varianten von Upside-down-Gabeln für alle Harley-Baureihen an. Neben extremen Bagger-Gabeln auch Upside-downs für die Sportster, wie hier an der „Sporty Spice“ verbaut.

Very international: Die Gabel kommt aus Italien, die Räder, Bremsen und Stoßdämpfer aus den USA

Wir sind die veredelte Iron im Pfälzer Wald gefahren und können bestätigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Die Federungsqualitäten des Fahrwerks sind jetzt um Längen besser als mit dem Serienmaterial. Vor allem das deutlich feinere Ansprechverhalten erfreut auf Sträßchen dritter Ordnung, fast schon möchte man das Bein in „Dirt Track“-Manier ausstrecken und mal so richtig driftend um die Kurve fegen.

Angeschmurgelte Sneaker

Obwohl nur ein 883er-Motor drinsteckt, macht das Gerät in dem angespitzten Trimm eine Menge Laune, was mit Sicherheit auch an dem knackigen Sound aus der Auspuffanlage liegt. Die ist zwar mit knapp geschnittenen Hitzeschutzschilden ausgestattet, was aber nicht verhindern konnte, dass der nagelneue Sneaker des Testfahrers ordentlich angeschmurgelt wurde.

Die Fahrwerkskomponenten helfen der Sporty auf die Sprünge

Damit die Motoroptik stimmig ist, verbaute die Würzburg-Village-Crew einen kompletten Satz „Ribsters“-Cover von EMD an den Köpfen, der Nockenwellenseite und dem Primärantrieb. Die geilere Optik spricht für sich: Was die Südfranzosen ursprünglich eigentlich für Old-School-Bikes entworfen haben, passt auch zum Scrambler-Look einer sportiven Sportster. Auf der linken Motorseite platziert der „Flywheel Design“-Zündspulenversatz-Kit die Spulen direkt an den Zylindern, das Getriebe und der Primär verblieben im Serienzustand.

Harley-Davidson XL Sportster ordentlich gepimpt

Die Bodyparts der Serien-Iron wurden, mit Ausnahme des Öltanks, komplett ausgetauscht: Der schlanke CCE-Tank – hier mit Arlen-Ness-Tankdeckel – ist ohne Reserve für etwa 130 Kilometer Fahrspaß gut und toppt damit den Peanut-Benzinbehälter um etwa 25 Prozent mehr Reichweite. Das minimalistische Heck samt Sitz kommt von Rick’s Motorcycles, von der Firma Cult Werk stammen der Frontfender, der kleine Motorspoiler und der Riemenschutz.

PM-„Jet“-Aircleaner

Im Fahrbetrieb verdienen zwei Details nähere Betrachtung, denn sie sind für die Bedienung von entscheidender Bedeutung. Der mittig beziehungsweise leicht zurückverlegt montierten Fußrastenanlage von LSL merkt man ihre Herkunft vom Motorsport an: Kompromisslose Performance und exaktes Schalten gehen schnell auf den Fahrer über, der dafür auch gerne auf den Komfort eines Gummibelags verzichtet.

Blinker statt Starterknopf

Mehr Eingewöhnungszeit brauchen die CAN-Bus-Schalter von Performance Machine, die einen an die Serienschalter gewöhnten Fahrer zunächst verwirren: Die Drucktaster-Funktionen entsprechen denen der Serienschalter, doch drücken viele Fahrer aus Gewohnheit zunächst auf den Blinker, statt auf den Starterknopf.

Das schnittige Heck stammt aus dem Badischen, der Kennzeichenhalter vom Niederrhein und die gerippten Motor-Cover aus Südfrankreich

Die neue Harley-Sicherheitsausstattung macht zudem das Einstecken eines Zündschlüssels überflüssig: Die Elektronik erkennt, dass der Key-Fob in der Nähe ist. Mit einem Tastendruck wird die Maschine aktiviert und kann mit dem weiter innen liegenden Startertaster an-gelassen werden. Alles ganz einfach, wäre da nicht die verfluchte Gewohnheit …

Gewöhnungsbedürftig, aber funk- tioniert: CAN-Bus-Armatur von PM

Harley-Davidson XL Sportster  – mit ordentlich Pfeffer

Hat man sich erst einmal die Position der insgesamt zehn gleich großen Taster verinnerlicht, kommt man auch gut damit klar. Das gilt auch für die an beiden Enden des Lenkers montierten Lenkerendenspiegel, die einen unerwartet guten Blick nach hinten ermöglichen. Mit der „Sporty Spice“ hat H-D Würzburg Village einen Scrambler mit echten Alltagsqualitäten auf die Räder gestellt. Die ersten Fahrten unterstreichen den optischen Eindruck.

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