Bernie „Warrior“ Tatro ist inzwischen über 60 Jahre alt und hat die Anfänge der Customszene hautnah miterlebt. Mit seinem Ultra-Chopper auf Basis eine Harley-Davidson XL Ironhead wollte er diesen „good old times“ huldigen.

Der junge Bernie wurde bereits Ende der 60er durch die damaligen Schrauber infiziert und inspiriert. Im Laufe der Jahre stellte er immer wieder eigene Bikes auf die Räder, die auch diverse Preise errangen. Darunter war ein Digger mit dem Namen „The Force“, der mit beratender Hilfe von Arlen Ness entstand und dessen Paintjob von Star Wars beeinflusst war.

Die Grundplatte des Sitzes entstand aus einem alten Verkehrsschild

Das hier gezeigte Bike hat eine ganz andere, besondere Geschichte. Es entstand über rund 15 Jahre und begann im Jahr 1993 mit dem Erwerb der überlangen Springergabel von AEE. Die stand verrostet und beschädigt in der Garage eines Freundes und ging für 75 Dollar in Bernies Besitz über. Bereits damals entstand der Wunsch in ihm, ein Bike zu bauen, das an die Anfänge der Chopper-Ära erinnert.

Harley-Davidson XL Ironhead

Zunächst machte sich ein Freund, der ein begnadeter Schweißer ist, über das Gabelwrack her. Er erneuerte sämtliche Schweißnähte und ersetzte beschädigte Teile. Die nächste Maßnahme war die Anfertigung einer passenden Gabelbrücke. Hier half der nächste Kumpel. Gut, dass es dem „Warrior“, so Bernies Spitzname, nicht an Freunden mangelt. Und obwohl der seit über 30 Jahren in Florida lebende Bernie gemeinsam mit heute sehr bekannten Customizern begonnen hat, ist er noch immer Privatschrauber.

Der Bike-Name „Born to be wild“ wurde im Airbrush passend umgesetzt

Er hat nie versucht, sich mit Bike-Aufbauten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er hat das immer als Hobby betrachtet. Und weil er bis dahin noch nie ein Custombike mit Sportster-Motor gebaut hatte, nannte er sein Projekt „The Sportster Chopper I never build“. Er begann auf Flohmärkten und bei Freunden nach passenden Zutaten für einen echten Old Schooler zu suchen.

The Sportster Chopper I never build

Die auserwählten Parts wurden dann meist noch stark verändert, so stammt der Rahmen zwar von Paughco, ist aber extrem umgearbeitet. Ebenso wie der Tank, den Bernie erst nach zehn Jahren fand. Auch der wurde noch verlängert und mit einem versenkten Tankdeckel bestückt.

Der Basismotor stammt aus einer Sportster von 1974

Den 1974er Sportster-Motor bekam Bernie von seinem Cousin Ron geschenkt und reichte ihn weiter an die Spezialisten von Black Gold Cycles in Daytona. Die überholten das Teil komplett. Nun verfügt das Aggregat über etwas mehr Hubraum, eine Nockenwelle von Andrews sowie Ventile von Manley. In den polierten Köpfen sitzen spezielle Kompressionsöffnungen von Vulcan Works, die dafür sorgen, dass der mit 10:1 verdichtete Motor auf den ersten Kick anspringt.

XL Ironhead mit Budget

Luftfilter und Vergaser stammen von Rivera, der Auspuff wiederum ist ein Eigenbau mit Trumpet-Mufflern. Jedes Jahr stellte Bernie sich selbst ein bestimmtes Budget für den Umbau zur Verfügung. Wenn das aufgebraucht war, musste er bis zum nächsten Jahr warten. Schritt für Schritt kamen alle Parts und Dienstleistungen zusammen. Der Sitz entstand in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Sattlerei. Die Grundplatte entstand aus einem alten Verkehrsschild.

Am Anfang war die Gabel. Daraus entstand in 15 Jahren Bauzeit dieser Longforker in bester 70er-Jahre-Tradition

Es dauerte bis zum Jahr 2009, bis Bernie das Bike endlich komplettiert hatte. Nach einigen Kinderkrankheiten fährt er es nun oft und gern. Zu jeder Show, an der er teilnimmt, fährt er auf eigener Achse. Meistens kommt er mit einem Preis nach Hause. So rettet er sich vor dem Schicksal als Couch-Potato und lebt das Leben, das er liebt. Das Bike sieht so aus, als stamme es direkt aus den frühen 70ern stammt. Einen Namen hat es auch: „Born to be wild“. Passt.

 

 

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