Für eine Whiskey-Firma namens „Rebel Yell“ baute Greg Hageman diesen Promotion-Scrambler auf Basis einer Harley-Davidson XL 1200. Rattenscharf das Teil!

Es nimmt uns nicht wunder, dass die Bourbon-Jungs aus Kentucky sich an Greg Hageman gewandt haben. Der Mann entwickelt sogar Fahrzeugkonzepte für Yamaha und schraubt dermaßen unamerikanisch akkurat wie kaum ein anderer in den Vereinigten Staaten. „Ich habe mit Absicht keine „One-off“-Teile an diesem Bike verbaut, denn ich weiß ja nicht, wer es einmal besitzen wird. Ich habe alles so gemacht, dass der künftige Besitzer Probleme am Bike bei jedem Harley-Händler beheben lassen kann“, erklärt Greg.

Von Yamaha gern als Designer gebucht: Greg Hageman

Das Thema „Scrambler“ ist derzeit weltweit total hip und Greg Hageman ist einer der Protagonisten dieser Bewegung. Yamaha hat den Prototyp, den Greg im Auftrag der Japaner aus der XV 950 R Bolt entwickelt hat, fast 1:1 übernommen und im letzten Jahr unter der Modellbezeichnung SCR 950 Scrambler auf den Markt gebracht.

Harley-Davidson XL 1200

Viel Ehre für die One-Man-Show Hageman, aber so ganz zufrieden ist er nicht damit, wie das gelaufen ist. „Die haben mich total abgekocht. Ich habe fast nichts bekommen und denen ein vollständiges Konzept entwickelt. Aber das passiert mir kein zweites Mal“, erzählt uns Greg bei unserem letzten Treffen im März, „nächste Woche hat sich eine Gruppe von vier Yamaha-Mitarbeitern bei mir angemeldet. Dieses Mal werde ich auf der Hut sein.“

Auf den Sandböden Floridas zeigte uns Greg direkt einmal, warum sein Scrambler grob- stollige Gummis trägt

Zurück zu der Sportster: Basis für den Umbau war eine 2015er Forty-Eight. Der verpasste Greg als Erstes ein neues Fahrwerk. Die mit Faltenbälgen geschmückte Gabel bekam neue Innereien und lässt sich jetzt dank Teilen von Burly auch von außen justieren. Hinten setzte Greg, um mehr Bodenfreiheit zu gewinnen, auf längere Edelstahl-Stoßdämpfer von Hagon.

Rebel-Yell-Scrambler

Mit den grobstolligen TKC-Reifen von Continental ist die Sporty jetzt auch in Maßen geländegängig, beim Fotoshooting pflügte der Customizer ganz schön den sandigen Boden auf Alain Bernards Grundstück um. Wie fast jedes Hageman-Bike steht auch der „Rebel-Yell-Scrambler“ auf bildschönen Speichenrädern der kalifornischen Firma Buchanan. Um die Optik ein bisschen auf Old School zu trimmen, zieren den Motor rundherum gerippte Cover von EMD.

Wie fast alle Hageman-Bikes, rollt auch dieses auf Buchanan-Rädern

Das Aggregat selbst arbeitet jetzt mit einem H-D-Stage-1-Steuergerät, das Ein- und Ausatmen erleichtern Teile vom Zubehörmarkt. Der modernistische Zahnriemenantrieb zum Hinterrad musste weichen, Greg stellte den Scrambler auf Ritzel, Kettenrad und Rollenkette um.

XL 1200 in scharf

Auf den Heckfender modellierte der Perfektionist und Ästhet einen filigranen Gepäckträger aus dünnen Stahlrundrohren. Aus dem gleichen Material stellte er die blitzsauber verarbeiteten Halter für die Ledertaschen her. Auch für den Tank baute er ein schnell und ohne Werkzeug abbaubares Rack, auf dem man leichtes Gepäck oder einen Tankrucksack verstauen kann. Der für Geländemaschinen typisch hohe Lenker mit Mittelsteg und die etwas tiefer gelegten mittigen Fußrasten ergeben eine entschärfte Ergonomie, so dass auch etwas größer gewachsene Menschen vernünftig auf der Ex-Forty-Eight sitzen können.

Für das Foto hat Greg das Tankrack mit ein paar Handgriffen entfernt, damit das Logo der auftraggebenden Whiskey-Firma besser zur Geltung kommt

Alles in allem ist das Bike ein echter Hageman: Superclean bis in die letzte Ritze, überaus geschmackvoll gestylt, dabei praktisch und uneingeschränkt fahrbar. Alles Dinge, die man längst nicht von jedem Custombike behaupten kann. Greg ist wirklich ein Meister seines Fachs. Nicht umsonst konsultiert ihn die Großindustrie.

 

Kontakt | www.hagemanmc.com