Als Jack Deagazio 1979 seinen Chopper auf Sportster-Basis in andere Hände abgab, bereute er das nahezu umgehend und nahm sich vor, nochmal einen anderen zu bauen. Heraus kam ein herrlicher 60er Jahre-Chopper auf Basis einer Harley-Davidson XL 1000.

Die Chance, sich einen neuen klassischen Chopper zu bauen, bekam Jack, als einer seiner Freunde eine 1967er Sportster kaufen wollte. Der Knackpunkt an der Aktion war: Der Verkäufer der 1967er XL wollte nur in einem Fahrzeug-Paket verkaufen. Derjenige, der die 1967er haben wollte, musste in jedem Fall auch noch eine 1964er Sporty dazunehmen. Und da kam Jack ins Spiel. Er nickte seinem Kumpel den Deal ab, übernahm im Hintergrund die 1964er XL und stellte sie sich für seinen geplanten Chopper-Umbau in die Garage. Ursprünglich wollte er sich für den Aufbau des Choppers alle Zeit der Welt lassen, denn das Teil war nur als reine Fahrmaschine gedacht, doch alles kam anders.

Sarg-Tank von Al’s Cycle Parts

Dann passierte etwas, mit dem Jack niemals gerechnet hätte. Er bekam eine Einladung von Szene-Starfotograf Michael Lichter,  an der von Michael organisierten „Passion Built Show“ in Sturgis teilzunehmen. Das ist in Amerika eine große Ehre, denn wer von Michael Lichter zu dessen Sonder-Show (in jedem Jahr steht diese unter einem anderen Thema) eingeladen wird, darf sich ohne Wenn und Aber zu den wirklich wichtigen Leuten der amerikanischen Custom-Szene zählen.

Harley-Davidson XL 1000 – Einladung zur „Passion Build“

Jack freute sich riesig, stand aber ab diesem Zeitpunkt unter enormem Druck, das Bike rechtzeitig bis Anfang August fertigzubekommen. Zudem hatte er sich vorgenommen, diesen Chopper historisch korrekt aufzubauen, er brauchte also eine Menge originale Custom-Teile aus den 60er-Jahren oder solche, die denen aus den 60er-Jahren in Form, Stil und Material entsprachen.

Fünf Trophäen gewann das Bike alleine in Daytona

Basis von Jacks Umbau bildete ein Starrrahmen von Paughco, der im Schwedenstil gehalten ist. Im nächsten Schritt nahm er Kontakt zu Bill Holland auf. Der baut in seiner Firma „Executive Choppers“ seit 2003 diejenigen Girder-Frontends, die in den 70er-Jahren John Harman berühmt gemacht haben. Bill Holland war damals Harmans Geschäftspartner und seinerzeit schon für die Fertigung verantwortlich.

Harley-Davidson XL 1000 – Die Ausstattungsliste wurde richtig lang

Auf der Ausstattungsliste von Jacks Chopper stand ebenso eine extrahohe Sissybar und ein superschmaler, mordshoher King-and-Queen-Sitz. Die Sissybar wurde nach Jacks Vorgaben von der Firma „D-Twist“ gefertigt, die Sitzpolster für die von Jack selbst angefertigte Sitzpfanne schneiderte Emily Lindseth. Der passende Tank im Sarg-Design fand sich bei Al’s Cycle Parts.

Liebe zum Detail bis in die Lenkerenden

Und weil es in den 60ern üblich war, den Motor eines Choppers zu gravieren, nahm Jack diese Tradition natürlich auf und ließ seinen Motor von Engrave Limited Inc. verzieren. An den Lack ließ er keinen anderen als Mo Diaz von Mo’s Image Customs ran. Der Name und die Grundfarbe des Bikes wurde letztendlich von Jacks Begeisterung für die Band Deep Purple bestimmt, erst kurz vor der Passion Built Show wurde der Chopper fertig.

Optisch tiptop, aber wie steht‘s um die Technik?

Da das Motorrad recht schnell aufgebaut worden war, wollte Jack sicherstellen, dass es sich technisch in einem gutem Zustand befand, zumal Jack zuvor noch nie einen Magneto und einen SU-Vergaser verbaut hat. Also ließ er vor der Daytona Bike Week die Jungs von Hartz Bros Custom Cycles drüberschauen. Diese erfahrenen Schrauber betreiben ihren Repair-Shop quasi um die Ecke von Jacks Zuhause, gerade mal 70 Meilen weiter nördlich in Watertown. Eine gute Entscheidung, denn durch den letzten Schliff läuft Jacke Ironhead-Chopper wirklich perfekt. One kick only!

Konsequent überbordend ziseliert – Rockerboxen im Floral-Style

Fünf Trophäen hat Jack mit seinem authentischen Sixties-Chopper dann in Daytona gewonnen, eine adäquate Anerkennung für seine Leidenschaft zu diesem speziellen Old-School-Genre, getreu dem Motto: Save the Choppers!