Als Jack Deagazio 1979 seinen Chopper auf Sportster-Basis in andere Hände abgab, bereute er das nahezu umgehend und nahm sich vor, nochmal einen anderen zu bauen

Die Chance, sich einen neuen klassischen Chopper zu bauen, bekam Jack, als einer seiner Freunde eine 1967er Sportster kaufen wollte. Der Knackpunkt an der Aktion war: Der Verkäufer der 1967er XL wollte nur in einem Paket verkaufen. Derjenige, der die 1967er haben wollte, musste noch eine 1964er Sporty dazunehmen. Und da kam Jack ins Spiel. Er nickte seine Kumpel den Deal ab, übernahm im Hintergrund die 1964er XL und stellte sie sich für seinen geplanten Chopper-Umbau in die Garage. Ursprünglich wollte er sich für den Aufbau des Choppers alle Zeit der Welt lassen, denn das Teil war nur als Fahrmaschine gedacht, doch alles kam anders.

Sarg-Tank von Al´s Cycle Parts

Einladung zur „Passion Build“

Im Oktober 2017 bekam Jack eine Einladung von Szene-Starfotograf Michael Lichter, im August 2018 an der von Michael organisierten „Passion Built Show“ in Sturgis teilzunehmen. Das ist in Amerika eine große Ehre, denn wer von Michael Lichter zu dessen Sonder-Show (in jedem Jahr steht diese unter einem anderen Thema) eingeladen wird, darf sich ohne Wenn und Aber zu den wirklich wichtigen Leuten der amerikanischen Custom-Szene zählen. Jack freute sich riesig, stand aber ab diesem Zeitpunkt unter enormem Druck, das Bike rechtzeitig bis Anfang August fertigzubekommen. Zudem hatte er sich vorgenommen, diesen Chopper historisch korrekt zu aufzubauen, er brauchte also eine Menge originale Custom-Teile aus den 60er Jahren oder solche, die denen aus den 60er Jahren in Form, Stil und Material entsprachen.

Fünf Trophäen gewann das Bike allein in Daytona

Die Ausstattungsliste wurde richtig lang

Basis von Jacks Umbau bildete ein Starrrahmen von Paughco, der im Schwedenstil gehalten ist. Im nächsten Schritt nahm er Kontakt zu Bill Holland auf. Der baut in seiner Firma „Executive Choppers“ seit 2003 diejenigen Girder-Frontends, die in den 70er-Jahren John Harman berühmt gemacht haben. Bill Holland war damals Harmans Geschäftspartner und seinerzeit schon für die Fertigung verantwortlich. Auf der Ausstattungsliste von Jacks Chopper stand ebenso eine extrahohe Sissy-Bar und ein superschmaler, mordshoher King-and-Queen-Sitz. Die Sissy-Bar wurde nach Jacks Vorgaben von der Firma „D-Twist“ gefertigt, die Sitzpolster für die von Jack selbst angefertigte Sitzpfanne schneiderte Emily Lindseth. Der passende Tank im Sarg-Design fand sich bei Al’s Cycle Parts.

Liebe zum Detail bis in die Lenkerenden

Den Motor gravieren lassen? Klar!

Und weil es in den 60ern üblich war, den Motor eines Choppers zu gravieren, nahm Jack diese Tradition natürlich auf und ließ seinen Motor von Engrave Limited Inc. verzieren. An den Lack ließ er keinen anderen als Mo Diaz von Mo’s Image Customs ran. Der Name und die Grundfarbe des Bikes wurde letztendlich von Jacks Begeisterung für die Band Deep Purple bestimmt, erst kurz vor der Passion Built Show wurde der Chopper fertig.

Ganze Arbeit von Engrave Linited Inc.

Technisch einwandfrei?

Da das Motorrad recht schnell aufgebaut worden war, wollte Jack sicherstellen, dass es sich technisch in einem gutem Zustand befand, zumal Jack zuvor noch nie einen Magneto und einen SU-Vergaser verbaut hat. Also ließ er vor der Daytona Bike Week 2019 die Jungs von Hartz Bros Custom Cycles drüberschauen, diese erfahrenen Schrauber betreiben ihren Repair-Shop quasi um die Ecke von Jacks Zuhause, gerade mal 70 Meilen weiter nördlich in Watertown.

Konsequent überbordent ziseliert – Rockerboxen im Floral-Style

Save the Choppers!

Fünf Trophäen hat Jack mit seinem authentischen Sixties-Chopper im März während der Daytona Bike Week gewonnen, eine adäquate Anerkennung für seine Leidenschaft zu diesem speziellen Old-School-Genre, getreu dem Motto: Save the Choppers!

Jack Deagazio war viele Jahre lang Juror bei der Rat´s Hole Show