Die Jungs von Black Ace Customs aus dem Freiburger Stadtteil Opfingen haben schon etliche Custombikes gebaut. Nun war die Zeit reif für etwas Neues, etwas ganz anderes. Aber was? Bislang hatten sie V-Rods nur mit dicken Hinterreifen verfeinert. Aber das wurde der Sache nicht gerecht

Die Antriebseinheit der V-Rod-Modelle ist einerseits mächtig und andererseits auch wunderschön, dieser Motor hat eindeutig etwas Besseres verdient“, so Black-Ace-Boss Matthias Granacher. Nur, wo sollte die Reise hingehen? Doch eigentlich lag es auf der Hand: Ein Café Racer wäre sehr lässig! Also beschlossen die Breisgauer, einen Café Racer mit V-Rod-Motor und TÜV-Zulassung zu bauen, der am Ende auf die Straße sollte.

Eine V-Rod? Und was für eine …

Wie packt man´s an?

Bloß, wie packt man das an? Als Basis fehlte ein passender Rahmen, denn das originale Rohrwerk der V-Rod ist viel zu niedrig und zu lang und zu speziell in Richtung Lowrider geformt. Damit war klar: Entweder man baute selbst einen Rahmen oder fand eine passende, bereits existierende Basis. Nach langer Suche fand das Team einen Gitterrohrrahmen, der für einen Aprilia-Motor mit TÜV zu erstehen war. In Absprache mit einem TÜV-Ingenieur hat Black Ace den besagten Rahmen für den Aprilia-Motor begutachten lassen, die notwenigen Änderungen, um den Rahmen für den V-Rod-Motor anzupassen, nickte der TÜV-Ingenieur ab.

Gabelbeine und Einarmschwinge stammen von einer MV Agusta Brutale

Ein neuer Heckrahmen und noch mehr Probleme

Wie man sich denken kann, gab’s natürlich dann doch zusätzliche Probleme, denn der Oberzug musste komplett umgebaut werden und der Unterzug wurde für den eigens angefertigten Wasserkühler neu hergestellt. Ein Heckrahmen gab’s sowieso nicht, den mussten die Freiburger auch komplett selbst entwickeln.

Der Wasserkühler wurde maßgeschneidert

112 Meter zusätzliche Kabel

Neben den Schweißarbeiten haben wir gefühlt kilometerlange Öl- und Wasserleitungen verlegt. Und da wir alle ab Werk eingebauten Motorfunktionen und Elektronikgimmicks (Alarmanlage) beibehalten wollten, haben wir zum bestehenden Kabelbaum zusätzlich 112 Meter Kabel eingezogen“, berichtet Matze Granacher. Und weil alles clean sein sollte, mussten sämtliche Kabel, Steuergeräte, Relais und sonstige spezifischen Bauteile verschwinden. Hinzu kam ein eigens angefertigtes Mapping, welches auf dem Prüfstand erarbeitet wurde.

Das extrem außermittig gespeichte Rad sieht aus wie nicht von dieser Welt

Weiter zur Rolling Chassis

Weiter ging’s mit dem Rolling Chassis. Die obere Gabelbrücke fertigte Black Ace selbst an, die Stummellenker sind integriert, das motogadget-Instrument ist zum Fahrer hin geneigt. Dann stellte sich heraus, dass der innenliegende Gasgriff nicht passte: Griff zu klein, Technik zu groß. Also wieder einiges umarbeiten und anpassen.

Dann tauchte ein Megaproblem auf. Die Einspritzvorrichtung steht beim V-Rod-Motor zwischen den Zylindern nach oben gerichtet, der vermeintliche Tank bei der Serien-V-Rod ist ja in Wahrheit das Luftfiltergehäuse. Bei dem Café Racer sollte der Tank aber tatsächlich Tank sein, wohin also mit dem Ansaugtrakt? Letztendlich wurde die Luftzufuhr jetzt durch den handgefertigten Edelstahltank geführt, der dazugehörige Filter sitzt vorne hinterm Lenkkopf.

Blitzsaubere Lösung: selbstgefertigte Gabelbrücke mit integriertem Lenkerstummelhalter

Nicht von dieser Welt

Was schnell fährt, sollte auch gut bremsen. Das entsprechend potente Verzögerungsequipment lieferte Probrake und Nissin. Was die Räder angeht, wurde es dann nochmals extravagant. Die Mailänder Firma JoNich konnte mit bildschönen Speichenrädern dienen, in live sieht vor allem das extrem außermittig gespeichte Hinterrad aus wie nicht von dieser Welt. Schließlich sorgte AHA Design aus Bielefeld für ein ansprechendes Lackkleid, fertig war die Freiburger Café-Rod, der man nicht ansieht, welch ein Trumm von einem Motor in dem filigran wirkenden Aufbau steckt.

Kontakt | black-ace-customs