Vor acht Jahren hat Marek Mickiewicz schon einmal ein Bike mit Kugeltanks gebaut. Zu seinem 10-jährigen Firmenjubiläum hat er sich jetzt selbst einen „Bomber“ entworfen

Kugeln und Erleichterungslöcher, wohin man schaut. Marek, zuhause in einem Örtchen namens Poręba Spytkowska in Kleinpolen, hat voll durchgezogen. Ob es sich um die Lenkkopfversteifung, die Verstärkungsbleche am skurrilen Oberrohr oder die Versteifungen zwischen den doppelten Schwingenrohren dreht, überall hat der Erbauer  wie ein Besessener Löcher gebohrt. Aber warum auch nicht!? Denn Erleichterungslöcher werden nicht nur ihrem Namen gerecht und machen das Bike leichter, auch optisch lockern die gelochten Flächen das Gesamtbild auf.

Die 3 Liter im Zusatztank retten oft zur nächsten Tanke

Knallerdetail ist der Tank

Knallerdetail an dem polnischen Custombike ist eindeutig der Haupttank, der an genau der Stelle sitzt, an der man den Benzintank vermuten würde. Gefertigt hat Marek den Tank allerdings aus vier unterschiedlich großen Stahlkugeln, die er mit dicken Oberrohr-Teilstücken verbunden hat. Alle vier Kugeln inklusive des sie verbindenden Oberrohrs bilden ein Spritreservoir, in das 6,5 Liter Brennbares passen. Und weil das für einen 1450 Kubikzentimeter großen V2 ein bisschen wenig ist, hat der Erbauer dem Bike noch einen Zusatztank spendiert, in den nochmals 3 Liter reinpassen. Dieser Zusatztank sitzt wie ein Bugspoiler unten vor den Downtubes, bei Bedarf pumpt eine elektrische Spritpumpe von dort Benzin in den Haupttank.

Die vier Kugeln inklusive Verbindungsteile bilden den 6,5 Liter-Haupttank

Rahmen und Schwinge sind Eigenbau

Rahmen und Schwinge sind, wie man sich aufgrund der ungewöhnlichen Formgebung denken kann, Eigenbauten des Polen. Das gleiche gilt für den Öltank, die  Fußrastenanlage, den Sitz und den Heckfender. Als Antrieb dient ein braver Twin Cam 88 von Harley-Davidson, dessen Kurbelgehäuse allerdings von S&S stammt. Die in einem Orangerot auffällig eloxierten Zylinderkopfdeckel gibt es bei Thunderbike. Allerdings: Eine technische Besonderheit am Antriebsstrang bildet der auf die rechte Fahrzeugseite verlegte Sekundärtrieb. Den hierfür notwendigen „Right Side Drive“-Kit hat der Erbauer nicht etwa durch ein entsprechendes, im Handel erhältliches Getriebe realisiert.

Gabel und Lampe sind die einzigen Originalteile von Harley

Der Sekundär ist Right Side Drive

Technisch simpler geht es am Frontend zu. Eine originale Gabel von Harley-Davidson wurde um fünf Zentimeter gekürzt und mit Covern von Rough Craft und schwarzer Farbe verschönert. Dazu kommen noch Komponenten aus dem weltweiten Aftermarket-Portfolio (PM-Bremszangen, Kodlin-Lenker, Ness-Griffe, Daytona-Uhr, CCE-Leuchten), und fertig ist der Hingucker. Zu welcher fertigungstechnischen Akkuratesse man bei BT Choppers in Poręba Spytkowska fähig ist, davon zeugt die Auspuffanlage. Die aus Edelstahl hergestellte Abgasanlage glänzt mit Schweißnähten, wie sie ein Roboter nicht präziser herstellen könnte. Ganz großes Kino.

Erbauer Marek hat sich selbst seinen Jubiläums-Bomber designed

Da war doch noch die Lampe …

Ach ja, da war doch noch was: Richtig, die Lampe, das dicke Ding, das fast das Volumen der größten der vier Tankkugeln einnimmt, diese Lampe ist eines der ganz wenigen Originalteile von Harley-Davidson an diesem Motorrad. Sie stammt von einer Fat Boy. Ein schönes Teil hat sich Marek da zu seinem 10-Jährigen selbst geschenkt und dazu eins, was während der Bike Week in Faak am See garantiert nicht an jeder dritten Straßenecke zu sehen ist.

Geht es geiler? Die selbst gefertigte Auspuffanlage verheißt wahre Wunder

 

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