Der Hype um Bikes mit grobstolligen Reifen brummt immer noch wie verrückt. Die hier gezeigte Sportster Scrambler ist ein gutes Beispiel dafür, warum das so ist. 

Der Vertragshändler Bertl’s mit Niederlassungen in Bamberg und Gera hat sich jetzt mit Renard zusammengetan, einer Edelschmiede aus Estlands Hauptstadt Tallinn.

Die knackige 2-in-1-Auspuffanlage hat Roland Sands entworfen

Renard ist bekannt für hochgradig extravagante Kreationen rund um dicke Moto-Guzzi- und Triumph-Motoren, jetzt haben die estnischen Ästheten im Auftrag von Bertl’s zum ersten Mal eine Harley, genauer, eine Sportster unter die Fittiche genommen.

Harley-Davidson Sportster

Die Stilrichtung war vorgegeben: Es sollte eine Scrambler werden, ein Bike mit der Attitüde von Geländetauglichkeit, aufrechter Sitzposition und coolem Retro-Look. Eine Harley ist nicht gerade die optimale Basis für solch ein Vorhaben, aber die Tallinner Jungs haben das gestellte Thema ziemlich gut umgesetzt.

Der eckige Tank, die aufgesetzten „Startnummer“-Seitendeckel und das fließende Heck geben der Sporty einen völlig neuen Charakter

„Das war kein leichter Job. Wegen des deutschen TÜV durften wir keinerlei Veränderungen am Chassis vornehmen, nichts abschneiden, keine Löcher bohren“, stöhnt Andres Uibomäe, der Kopf von Renard. Trotzdem ist es dem Team gelungen, den Look der Sportster substanziell zu verändern.

Keine Veränderungen am Chassis

Alles begann mit dem Bau eines neuen Tanks und einer Sitzbank. Um die neue Linie fortzuführen und zu unterstützen, entstanden danach Seitendeckel aus Aluminium. 70 Millimeter längere Stoßdämpfer von Öhlins bringen die genretypisch nötige Hochbeinigkeit einer Scrambler, und die stolligen Metzeler-Reifen vom Typ Karoo 3 bringen einen Hauch Gelände ins Spiel. Die Speichenfelgen stammen übrigens von einer Dyna Street Bob.

Den Gepäckträger samt massivem horizontalem Halter ersannen die Esten, um die originalen Fenderstruts dahinter verstecken zu können

Den 2-in-1-Auspuff gibt’s bei Roland Sands, die All-in-One-Blinker bei Rizoma. Das minimalistische Frontlampengehäuse fertigten die Renard-Leute ebenso selbst wie den Bugspoiler, den Heckfender und den Gepäckträger, der geschickt die original belassenen Fenderstruts überspielt.

Die Sportster gibt’s nicht für’n Appel und ’n Ei

Hinzu kommen noch diverse Katalogteile wie Lenker, Riser, Spiegel, Rasten und ein Screamin’-Eagle-Stage-1-Luftfilter, der mit einem Bertl’s-Gutachten legal in die Papiere eingetragen ist. Für’n Appel und ’n Ei gibt es solch einen ambitionierten Umbau selbstverständlich nicht, um die 22.000 Euro müssen den Besitzer wechseln.

Geländegängig: Längere Federbeine von Öhlins sorgen für mehr Bodenfreiheit

Customparts:

  •  Basis: XL 883 Iron
  • Tank und Sitzbank: handgefertigt
  • Tankdeckel-Cover: H-D Dark Custom
  • Bugspoiler und Heckfender: handgefertigt
  • Seitendeckelblenden: handgefertigt
  • Gepäckträger: handgefertigt
  •  Derby-Cover: H-D Dark Custom
  •  Spiegel und Scheinwerferhalter: LSL
  •  Riser und Lenker: Lucas
  •  Tachohalter und Fußrastenanlage: Roland Sands
  •  Auspuff und Krümmer: Roland Sands
  •  Kennzeichenhalter und Blinker vo./hi.: Rizoma
  •  Stoßdämpfer hinten: Öhlins
  •  Frontfender: höhergelegt
  •  Räder: original Dyna Street Bob
  •  Reifen: Metzeler Karoo 3
  •  Abtriebspulley-Cover: ausgefräst
  •  Bremsscheibe vorne
  •  Screamin’ Eagle-Luftfilter mit Cover von
       H-D Dark Custom (TÜV)

 

 

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