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Fotos: Hot Dock | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Harley-Davidson Sportster – Radialer Vierventiler

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Das gibt „Füllung satt“ im Brennraum: Eine kleine japanische Firma baut eigene Vierventil Zylinderköpfe für Harley Sportster-Motoren.

Den Weltmarkt für Motorräder haben die Japaner schon seit Anfang der 70er Jahre in der Tasche. Die vergangenen fünf Jahrzehnte fuhren annähernd ausschließlich Bikes aus Nippon um die verschiedenen Weltmeisterschaftspokale – sieht man mal von Ducatis jüngsten Erfolgen ab. Auch im Harley-Custombereich sind die fernöstlichen Perfektionisten ganz vorne dabei. Namen wie Chica, Go Takmine und Shinya Kimura haben weltweit Gewicht.

Leistungssuche im Kopfbereich der luftgekühlten Sportster Aggregate

Auch den Namen Keiji Kawakita kennen nicht nur Insider von den Nennlisten der Rennfahrer. Keiji ist Gründer und Chef der Firma „Hot Dock Custom Cycles“ in Tokyo. Schon vor über zwanzig Jahren verschrieb sich der Japaner der Rennerei mit heißgemachten XR 750-Geräten.

Von Hot Dock selbst entwickelte, doppelte Einspritzanlage

Schon 1985 fuhr er nationale Rennen, viele Jahre trat er auch regelmäßig international auf Harley-Sportstern bei den Battle of Twin-Läufen in Daytona an. Und weil Rennfahrer niemals genug Leistung haben, suchte er sich welche. Gefunden hat der Japaner sie im Kopfbereich der ab Werk recht behäbig ausgelegten luftgekühlten Sportster-Antriebe.

Ein Vierventilkopf mit radial zueinander stehenden Ventilen

Problem erkannt, Problem gebannt: Bessere Füllung musste her. Den Ventilquerschnitten eines Zweiventilers setzt das Maß der Bohrung aber natürliche Grenzen. Zudem hassen Riesenventile wegen ihrer größeren Massenträgheit hohe Drehzahlen.

Messing-Rücklicht aus dem Vollen

Keiji ging deshalb den Weg, den seine Landsleute von Honda, Kawasaki, Suzuki oder Yamaha seit Jahrzehnten erfolgreich beschreiten – die Lösung heißt Mehrventiltechnik. Und weil Japaner die Preußen Asiens genannt werden, genügte es natürlich nicht, einen Vierventilkopf zu konstruieren, nein, es musste gleich einer sein, dessen Ventile radial zueinander stehen. Für die optimale Brennraumfüllung mit Frischgas bringt das Vorteile, es verkompliziert die Steuerung der Ventile aber doch sehr.

Harley mit Power – 1360er Evo-Sportster mit Vierventiler

Doch all das bekamen die Japaner in den Griff. 1360 Kubikzentimeter Hubraum hat der Vierventiler in der hier gezeigten, fantastischen „Nacht Jaeger Crusader“. Jeder Zylinder wird über je eine hauseigene Einspritzpumpe gespeist, über die allzu offene Auspuffanlage schweigt der Gentlemen still.

Der komplette Kit umfaßt eine ganze Menge Teile. Leider verraten die Japaner nicht, wie groß die Leistungsausbeute ist. Letztlich auch egal, denn Hot Dock verkauft leider nur innerhalb Japans

Das deutsche Wort „Nachtjäger“, von den Japanern getrennt und verständlicherweise mit „ae“ statt mit „ä“ geschrieben, ist nicht nur dieses eine Motorrad, sondern das Markenlabel einer ganzen Motorradbaureihe von Hot Dock, das heißt, die hier gezeigte „Crusader“ hat noch einige Geschwister, alles sogenannte „Nachtjaeger“-Bikes, jedes für sich total anders als die anderen. Nur eines haben sie gemeinsam: Da sie in der Nacht auf Jagd gehen, sind sie der besseren Tarnung wegen alle schwarz lackiert. Fast alles an dem Bike ist handgemacht bei Hot Dock.

Nicht nur der Vierventiler, sondern das ganze Bike besitzt technische Finesse

Besonders auffällig ist die schlanke Upside-down-Gabel, auf der sehr aufwendige, die ganze Länge der Standrohre einnehmende Bremszangenabstützungen sitzen. Die Bremszangen, die Scheiben, all das fertigen die Japaner selbst an. Besonders putzig sind die aus Messing gedrehten Blinker und das Rücklicht, in denen aber moderne LED-Technik steckt.

Die filigranen, CNC-gefrästen Speichenräder sind ebenfalls „made by Hot Dock“

Fazit: Die Crusader ist ein glänzendes Beispiel für den Spruch, dass eines Bikers Werk wirklich niemals bis zur Gänze getan ist. Und wenn der Hersteller bloß einen Zweiventiler baut, ein 4-Ventil-Konzept aber mehr Power verspricht, dann baut man das halt selber. Das ist das Tolle an unserer Szene.

Info | hot-dock.co.jp

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HD Köln/Bonn
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Bertram Schönfelder
Bertram Schönfelder
16. August 2026 0:23

Das hat Honda bei seinen Radialventileinzylindern „Dominator“ der 80 aber sauberer gelöst: Zwischen Kipphebel und Ventilschaft war ein Schlepphebel geschaltet, der die hohen Seitenkräfte, die der Kipphebel bei der Hot Dock-Lösung zunehmend schräg während des Runterdrückens auf den Ventilschaft ausübt, neutralisierte. Das hatte Honda sich bei der Radialvierventil-Rudge der 20er Jahre angeschaut, die wie die Hot Dock Stößelstangen hatte. Hätte man sich einfach mal ansehen müssen. Die hier gezeigte Primitiv-Lösung von Hot Dock lässt für Ventilschäfte und -Führungen nichts Gutes befürchten und wird über kurz oder lang zu hohem Ölverbrauch und in der Folge zu Brennraumverkrustung => Klingeln und Klopfen… Weiterlesen »

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