Ein neuer Fahrwerks-Kit nach Art der alten Norton-Federbettrahmen und ein Harley Sportster-Motor, Norton und Harley macht zusammen „Norley“.

Die Bezeichnung Norley klingt seltsam, daher wollen wir sie hier erklären: Wortschöpfungen wie diese, die sich aus zwei Markennamen zusammensetzen, waren in den 50er und 60er beliebt: Triton (Triumph-Motor im Norton-Federbettrahmen), Tribsa (Triumph-Motor in einem BSA-Fahrwerk) oder Norvin (Norton-Rahmen mit Vincent-Motor) waren damals beliebte Tuning-Bikes.

Sportster-Motor im Federbett-Rahmen

Und seit rund einem Jahrzehnt gibt es einen ambitioniert gemachten Fahrwerks-Kit aus Großbritannien, in den Sportster-Motoren von Harley-Davidson passen, den „Norley“-Kit. Das Fahrwerk ist vom Layout her den legendären Federbett-Rahmen alter Nortons nachempfunden.

Harley-Davidson Sportster Motor im Norton-Rahmen

Gebaut werden die Rahmen-Kits in England in der Manufaktur JW Motorcycles. Die Jungs dort produzieren nicht nur den Rahmen für diesen Harley-Hybriden, sondern auch feines Rohrwerk für die legendäre Norton Manx, verschiedene BSAs und alte Einzylinder-Ducatis.

Achtung: Nur Evo-Sportster-Motoren bis zum Modelljahr 2003 passen in das britische Chassis; die in Gummi ge- lagerten Sporty-Aggregate ab Modelljahr 2004 haben geänderte Motorgehäuse

Aus handwerklicher Überzeugung lehnen es die Briten ab, ihre Rahmen und Schwingen zu schweißen. Stattdessen bevorzugen sie das gute alte Hartlöten (im englischen „bronze welding“ genannt), das die gleiche Steifigkeit bringt, den Stahl an den Stoßpunkten und Gehrungen aber nicht so stark stresst.

Norton plus Harley macht Norley

Im Falle des Norley-Kits sind auf Wunsch auch ein Aluminiumtank, eine kurze Sitzbank mit charakteristischem Knubbelbürzel und der Öltank in der typischen Rautenform lieferbar. Die Form des Öltanks sieht zwar etwas komisch in dem ansonsten so rund und harmonisch geformten Rahmen aus, saß so allerdings in den altehrwürdigen Nortons und ist damit historisch korrekt.

Der Sound des V2-Motors zaubert nicht nur dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht

Aufgebaut wurde die hier gezeigte Maschine von Santiago Chopper in Tampa. Gabel, Räder, Bremsen, Motor, Armaturen und Kleinteile muss der Kit-Kunde sich selbst besorgen. Im vorliegenden Fall griff der erfahrene Customizer Alain Bernard auf die Gabel einer 1000er Ducati zurück. Die Speichenräder bietet der Aftermarket.

Interessantes Fahrwerks-Kit

Die Bremsen sind von Brembo, der 2-in-1-Auspuff von Supertrapp. Die edlen Handhebel besorgte sich der gebürtige Franzose bei seinem Landsmann Beringer, die zurückverlegten Fußrasten findet man im Programm von Storz.

Die Fußrasten stammen von Storz

Die restliche Teile, bis auf ein paar Kleinigkeiten, beinhaltet das Fahrwerks-Kit-Paket, das die Briten geschnürt haben. Mit gebrauchten Motoren fängt der Norley-Spaß für den Endkunden in Florida bei um die 17.000 US-Dollar an. Dafür bekommt er ein fahrfertiges Einzelstück, das er nach eigenen Vorgaben komplettieren lassen kann.

 

 

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