Dieser Umbau entstand auf Basis einer Harley-Davidson Softail Bad Boy. Vom „bösen Kerl“ blieb allerdings fast nichts übrig.
Eigentlich ist das manchmal schon ein bisschen schade. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich davon erfahre, dass für einen solchen Breitreifenumbau eine sehr seltene, originale „Factory Custom“-Maschine geschlachtet wird, tut mir das in der Seele weh. Die Basis für dieses Bike war eine sogenannte Bad Boy aus dem Jahr 1996, seinerzeit der Versuch des Herstellers, den Kunden etwas Obercooles anbieten zu können.
Die seltene Harley Bad Boy ist eigentlich zu schade für Umbau-Projekte
Was auch gelang. Die Bad Boy war eine Evo-Softail mit Springergabel und schmalem 21-Zoll-Reifen vorne, und sie hatte genau jene stark gestufte Sitzbank, die Harley mit dem Modelljahr 2006 an der Softail Custom als „King and Queen“-Sitz wieder gebracht hat. Ein schöner Bobtail-Fender und ein geschwungener, halbhoher Lenker machten den Custom-Look perfekt.

Und genau solch ein geiles Original musste „sterben“, um daraus dieses zugegeben bildschöne, gelbe Bike zu bauen. Dabei blieb kaum eine Schraube unangetastet. Die Firma H-Paradise aus Verona war schon lange ein Custom-Shop, bevor später die Harley-Davidson-Vertragshändlerschaft dazukam.
Die Springergabel kürzten die Italiener, um dem Bike eine flachere Linie zu geben
Das merkt man noch heute, denn den Jungs aus Oberitalien liegen spektakuläre Custombikes immer noch sehr am Herzen. Aus geschäftspolitischen Gründen baut man heute aber nur noch Harleys um; Rahmen und Motoren des Aftermarket sind aus verständlichen Gründen tabu. Von der Bad Boy blieb nur der Rahmen, die Springergabel und der Motor übrig.

Und selbst diese Teile wurden kräftig modifiziert. Die Springer kürzten die Italiener, um dem Bike eine flachere Linie zu geben. Der Rahmen wurde teils umgeschweißt und im Bereich des Übergangs zur Schwinge mit Blechstreifen umgestylt.
Der Sitz selbst ist nahezu „unsichtbar“ in das Design integriert
Die überbreite Schwinge für den 300er-Reifen stammt ebenso von H-Paradise wie der mitschwingende Heckfender. Um die Elektrik sauber unterbringen zu können, konstruierten die Italiener einen neuen, zweigeteilten Öltank, in dessen trockener Kammer das Kabelwerk Platz fand. Die Tank-/Sitz-Linie ist äußerst elegant ausgeführt, der Sitz selbst ist nahezu „unsichtbar“ in das Design integriert.

Bei den wichtigen technischen Parts wie Bremsen, Griffen und Fußrasten blieben die Tifosi im eigenen Land, hat man doch mit OMP einen der führenden Hersteller für feinstes Material im Heimatland. Auch der Evo-Motor bekam noch sein Fett weg. Ein 1400er Screamin’ Eagle-Kit in Verbindung mit einem Mikuni-Flachschiebervergaser und offenen Brüllrohren von Yaffee sorgen für artgerechten Vortrieb.
Rosa Farbe und Blümchen für Luca, der offenbar nicht auf mattschwarze Totenköpfe steht
Bloß mit der rosa Farbe auf dem Rücken und den Blümchen kommen wir nicht so zurecht. So was sieht man normalerweise an Bikes, die von Girls pilotiert werden. Der Besitzer aber heißt Luca. Nun denn …
Info | harley-davidson-verona.com
















