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Harley-Davidson Road King Umbau – Cool Running

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Harleys sind zum Reisen da, sollte man meinen. Die Custom-Szene sieht das anders, hier zählt eine andere Performance. Was dabei herauskommt, wenn Customizing und Tourenqualitäten verknüpft werden, zeigt die Road King von „Haggy“ aus Fulda.

Von weitem wirkt diese Road King irgendwie anders. Mit breiter Lenkstange, Zusatzleuchten, dicken Kotflügeln, Packtaschen und in Schwarz. Pechschwarz natürlich – für manche die schönste Farbe der Welt. So und nicht anders muss sich ein Bike in der Sonne spiegeln. Auffällig und doch unauffällig, so jedenfalls der erste Eindruck. Die Überraschungen steckt an diesem Bike im Detail. Insbesondere in der Airbrush-Lackierung. Idee und Ausführung kommen einem Kunstwerk nahe. Mystik, Exotik und Erotik liegen dicht beieinander.

Der Lack gewann die Europameisterschaft der Airbrusher

Beim Betrachten spielen auch noch die Lichtverhältnisse und der Blickwinkel eine entscheidende Rolle. Fast so, als stände man vor der „Nachtwache“ von Rembrandt. Ständig entdeckt man etwas Neues. Doch das Design ist die eine Seite. Motor- und Fahrwerksmodifikationen sind die andere Seite des Custom-Tourers.

Immer on the Road – Mit dem Road King Umbau bis ans Ende der Welt

„Haggy“, der Besitzer des Bikes, pflegt seine eigene Custom-Philosophie: „In meinem Bikerleben habe ich bisher alle meine Ausflugsziele per Achse erreicht. Das begann bereits ab 1980 in meiner Sturm- und Drangzeit auf verschiedenen japanischen Reiskochern. Mein Harley-Faible sollte sich aber erst 1990 mit einer 1000er Shovelhead Sportster erfüllen. Weit über 100.000 Kilometer habe ich mit ihr zurückgelegt. Nutzwert ist für mich immens wichtig, damals wie heute. Von Trailer-Queens halte ich nichts.

Bitte an Bord gehen, die Luke schließt gleich. Raumschiff- und Flugzeugmotive in Lack

Für die Touren, ganz gleich, ob zu den Hamburg Harley Days, zum Faaker See, in den Urlaub nach Skandinavien, Griechenland, Südfrankreich oder Irland, möchte ich bequem und luxuriös biken. Diesen Anspruch erfüllt die Road King von Haus aus. Als Individualist stimme ich das Bike technisch wie optisch speziell auf meine Bedürfnisse ab. Dabei spielen Fahrbarkeit und Fahrspaß eine große Rolle. Und ich muss mich mit dem Bike identifizieren können.“ Entscheidend für Haggy sind die technischen Detaillösungen und das Design. Die Gabel wurde um 40 mm „rausgelassen“. Das ändert die Optik, verlängert aber auch etwas den Nachlauf, gibt dem Bike einen ruhigeren Geradeauslauf und vergrößert die Schräglagenfreiheit.

aus optischen Gründen wurde der Tank um 10 Zentimeter gestretched

Eine 110 cm breite Butterfly-Lenkstange vom V-Team sorgt für eine entspannte Sitzposition und gutes Handling. Das 1¼ Zoll-Rohr ist schwarz kunststoffbeschichtet und vermittelt den Eindruck, als ob der Lenker schon immer zum Bike gehört. Der Allerwerteste ruht auf einem Sitzpolster aus der Sattlerei Schwab, das Komfortmöbel ließ sich der Tourenfreak speziell anfertigen. Nicht aus einer technischen Notwendigkeit heraus, sondern aus optischen Gründen wurde der Tank um rund 10 Zentimeter in Richtung Sitzbank gestreckt. Für eine zusätzliche Rahmenversteifung sorgt ein Stabilisator von Tough Stuff, gut versteckt zwischen den unteren Rahmenrohren. Ansonsten beließ man das Fahrwerk in seinem originalen Zustand.

Echte Einzelstücke: Veränderte Koffer, verlängerter Heckfender

Mit dem H-D Big-Bore-Kit wurde der Hubraum auf 1550 ccm erhöht, eine Mikuni HSR 42-Gasfabrik sorgt für das erforderliche brennbare Gemisch. Die Zündanlage stammt von Screamin’ Eagle, die verstellbare Auspuffanlage von AMC. „Mit diesem Fahrwerks- und Motortuning haben wir die Road King auf meine persönlichen Tourenbedürfnisse angepasst. Das Bike liegt satt auf der Straße, der Sound stimmt und der Motor hat nun erheblich mehr Dampf, ohne die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen“, freut sich Haggy.

H.R. Giger lässt grüßen – Surrealism on wheels

Haggy ist bekennender Alien-Fan: „Der biomechanische Stil von H.R. Giger übt eine unbeschreibliche Faszination auf mich aus. Und Alien Im Kino finde ich einfach genial. Meine Road King sollte in diesem surrealistischen Stil ein „Ghostbrush“-Design bekommen. Mit Gerd Müller vom Studio Luftpinsel wurden meine Ideen und Vorstellungen im Alien- und Monster-Stil im Mix mit Exotik und Erotik, aber auch mit technischen Elementen aus der Flugzeugtechnik von Raumschiffen, und natürlich auch Hightech-Darstellungen, in ein Konzept gebracht.

Der Twin Cam bekam ein Big-Bore-Kit spendiert und hat jetzt 1550 ccm Hubraum

Was sich im Rückblick in ein paar Sätze fassen lässt, war ein Entwicklungsprozess, der sich über Wochen erstreckt hat. Detaillösungen mussten überdacht und neu erfunden werden. So passten die Packtaschen einfach nicht mehr in das Gesamtbild und nicht zu den nostalgisch geschwungenen Kotflügeln. Sie wirkten wie ein Fremdkörper am Bike. Da Seitenkoffer aber zum Tourencharakter der Road King gehören, wurden die Staufächer kurzerhand im unteren Bereich verlängert, und auch die Kofferdeckel bekamen eine neue, runde Form.

Road King Umbau für ursprüngliches Motorradfahren

Ebenfalls zur stilechten Tourenausstattung gehört die Windschutzscheibe, hier ist Haggy allerdings wählerisch und verrät: „Normalerweise fahre ich meine Road King ohne diesen Wetterschutz. Mir gefällt die Maschine ohne besser, sie wirkt dann puristischer. Ich sitze gerne im Freien, den Fahrtwind möchte ich auf der Haut spüren. Ursprünglicher kann man kaum Motorrad fahren. Auf den Helm könnte ich dabei auch gut und gerne verzichten, doch das ist eine andere Geschichte“, sprach’s und fuhr der Abendsonne entgegen.

Info | your-bike-house.de

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DM 2/26

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H-D Köln Open House (bis 25.4.)

Modell Harley-Davidson Road King
Baujahr 2002
Besitzer Haggy

Typ H-D Twin Cam 88 mit H-D Big-Bore-Kit
Baujahr 2002
Hubraum 1550 ccm
Vergaser Mikuni HSR 42-Vergaser
Luftfilter Skull
Zündung Screamin’ Eagle
Auspuff AMC, verstellbar
Getriebe org. H-D Twin Cam 88
Primär/ Sekundär org. H-D Twin Cam 88
Rahmen orig. H-D
Räder orig. H-D
Bremsen orig. H-D
Besonderheiten H-D Telegabel: 4 cm herausgelassen, schwarz Kunststoff beschichtet mit Airbrush
Sonstiges Tough Stuff Rahmenstabilisator zwischen den unteren Rahmenrohren
Fender Robe’s Bike House
Lenker V-Team, 110 cm breit, mit Airbrush
Windschild wahlweise
Zusatzlampen H-D-Zubehör
Spiegel H-D-Zubehör
Tank um 10 cm gestretched von Robe’s Bike House
Sitzbank Sattlerei Schwab, Wolfgang Blum
Packtaschen Robe’s Bike House
Kennzeichenbel. Beleuchtung in den Schrauben, Robe’s Bike House
Chromblenden aus dem H-D-Zubehörprogramm und von Küryakyn
Blinker Kellermann
Lackierung Studio Luftpinsel, Gerd Axel Müller

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Fotos: Winni Scheibe
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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