Fast ein Vierteljahrhundert hat es gebraucht, bis Michael Kirchner aus Rottenmann in der Steiermark seinen Jugendtraum endlich hat wahr werden lassen können. Eine Harley-Davidson Road King im Chicano-Style. Sehr gelungen, finden wir.

Schon mit 17 wusste der junge Michael, wo es für ihn motorradseitig einmal hingehen sollte. Eine Custom-Harley stand dick auf seiner künftigen Sollliste. Allerdings dauerte es noch 24 Jahre, bis er das Projekt Harley-Davidson anging.

In dieser Zeit war Michael aktiv im Motocross-Sport unterwegs, wer schon mal Motorradrennen fuhr, ganz gleich in welcher Klasse, weiß, wie viel Geld das verschlingt.

Harley-Davidson Road King

Der Motocross-Sport ist körperlich sagenhaft anstrengend und irgendwann war es für Michael an der Zeit, den Cross-Helm an den Nagel zu hängen. Die Zeit war reif für seine Harley. Nach einiger Abwägung fiel seine Wahl auf eine Road King Classic des Modelljahrs 2009.

Die perfekt passenden Extensions von CycleSmiths am unteren Kofferrand sind aus dem Vollen gefräst

Die hatte bereits genau den Lack, den der V2-Einsteiger wollte. In den Farben Türkis/Elfenbein (im Harley-Sprech heißt das ‚Deep Turquoise & Antique White‘) wurden damals nur 360 Stück gebaut, um die 20 schafften es nach Europa.

Chicano-Style sollte es sein

Und weil die Classic weiche Satteltaschen hat, habe ich mir noch die passenden Hartschalenkoffer besorgt. Ich wollte das Bike in einen Schlitten im „California-Style“ verwandeln: großes Vorderrad, tiefes Bike, extra lange Fishtails, Apehanger, und viel Chrom – heutzutage sagt man da Chicano-Style dazu“, klärt Michael auf.

Bis auf wenige Ausnahmen hat Michael die Beleuchtung komplett auf moderne LED-Technik umgestellt

Allerdings sollte das Bike auch uneingeschränkt alltagstauglich sein, denn der ehemalige Rennsportler fährt um die 15000 bis 18000 Kilometer im Jahr. Inzwischen hat er mit seiner Dream-Machine rund 90000 km zurückgelegt. Damit das Bike in seinem Sinne läuft, hat er eine Menge Teile und Arbeit sowohl ins Fahrwerk wie auch in den Motor gesteckt.

Motortuning und Framework

Die Road King wurde mittels feiner Wilbers-Federbeine hinten um 18 Millimeter höher gelegt, das bringt mehr Schräglagenfreiheit und mehr Federweg. Die Pendelneigung wurde dem Tourer mit einem Frame Stabilizer und einem Glide-Pro-Kit für die Motoraufhängung ausgetrieben. Zudem peppt ein Cartridge-Kit von Progressive Suspension die Gabel auf.

Mehr Info: Zusätzlich zum runden Hauptinstrument ist auf der Riser- Platte noch eine Multi-Anzeige verbaut

Dem Motor half Michael mit Woods-Nockenwellen, S&S-Krümmern, ellenlangen Töpfen und einem Luftfilter von Thunderbike auf die Sprünge. Das alles in Tateinheit mit einer Neuabstimmung mittels Dynojet- Powervision und einem Target-Tune-Modul, das ständig mit zwei Wideband-Lambdasonden kommuniziert, ergibt laut Besitzer 85 PS Leistung und 135 Nm Drehmoment am Hinterrad.

Die Road King im Chicano-Style ist top gelungen

Das müsste eigentlich zusammen mit der Höherlegung und den besser positionierten Trittbrettern für reichlich Fahrspaß sorgen.

Michaels Bagger ist eine wahre Orgie in Chrom

Und weil Michael von Anfang an den Chicano-Stil als Vorbild hatte, musste natürlich noch ein 21-Zoll-Rad mit dicken Speichen in die Gabel und ein relativ breiter Apehanger obendrauf. Wir meinen: Schöne Sache, das! Wirklich sehr gelungen!

 

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