Die Jungs vom „German Chop Chop“ haben eine Harley-Davidson V-Rod in einen Bagger verwandelt. Die Power eines luftgekühlten Big Twins war einfach nicht genug …

„Mich hat es einfach jedes Mal unheimlich angegraben, wenn meine Frau mir mit ihrer V-Rod auf- und davonbrauste. Mit meiner Street Glide konnte ich nicht dagegen halten. Deshalb musste etwas Schnelleres her, aber ein Bagger sollte es trotzdem sein“, klärt mich Andre Irmscher vom German Chop Chop auf. Das war also der Beweggrund für den Umbau. Zusammen mit seinem Kumpel Markus Stier machte sich Andre Gedanken und landete schließlich folgerichtig im V-Rod-Lager. „Für uns kam von Anfang an nur eine Night Rod Special in Frage, denn der Motor sollte unbedingt ein schwarzes Finish haben“, so Andre.

Hat schon so etwas wie Clubstyle-Elemente an sich

Nachdem sie im Netz vergeblich nach Bagger-Rods gesucht hatten, war klar: Sie mussten das Ding selber bauen. Da traf es sich blendend, dass bei Chicken im Würzburg Village eine 2016er Night Rod stand. Und nicht nur das: Dort stand auch noch eine Road Glide aus dem Jahr 2000, die fortan als Teileträger diente.

Harley Davidson V-Rod – Etwas Schnelles musste her

Um die originale, extrem voluminöse Road-Glide-Fairing an die V-Rod montieren zu können, bestellten die Schwaben den passenden Halter von Cycle Vision/San Diego, den sie allerdings sehr stark modifizierten. Denn genau wie beim Ahlsdorf’chen Umbau stellte sich heraus, dass der Lenkeinschlag durch den rahmenfesten Halter sehr stark eingeschränkt wurde. Das wollten die Chop Chopper so nicht akzeptieren und bauten den Halter mit Know How so um, dass der volle Lenkeinschlag gewährleistet ist und auch das serienmäßige Lenkradschloss tadellos funktioniert.

Wie aus einem Guß: absolut gelungenes Projekt

Die nächste Hürde war der Anbau der Crossover-Auspuffanlage einer V-Rod Muscle. Die Jungs dachten, das funktioniert wie „plug and play“, aber Pustekuchen … Wie sich zeigte, unterscheiden sich die Kupplungsdeckel von Night Rod und Muscle. Wollten die Jungs die Muscle-Auspuffe verbauen, musste der Kupplungsdeckel getauscht werden. Zudem gab es Ärger mit dem Öleinfüllstutzen der Night Rod, der dem Muscle-Krümmer im Wege war.

Harley Davidson V-Rod – Das Heck war zu schwer

Diese Probleme, wie auch die notwendige Modifikation des Seitenständers, wurden bewältigt. Nun konnten sich die Chop Chopper dem Heck zuwenden. Dabei gingen sie zunächst einen Irrweg, denn das anfänglich angedachte eigene Heck aus Stahlblech erwies sich als viel zu schwer. Hilfe kam in Person von Aleksandar Vasilevic-Rieger ins Spiel. Der Chef vom Shop Gemo-Custom hatte ein leichtes langes Heckteil im Programm und erklärte sich bereit, sowohl dieses Heck als auch die verlängerten Koffer nach den Wünschen von Andre und Markus optisch und halterungstechnisch zu modifizieren. Den Bau der Halter für das gesamte Heck übernahmen German Chop Chop selbst.

Custom-Cockpit: Genug Platz für zusätzliche Instrumente und eine Musikanlage

Dann ging’s ans Endfinish. Die Sitzbank wurde von einem Sattler verschönert, die Inner-Fairing bekam noch Zusatzinstrumente und ein wetterfestes Radio samt Boxen verpasst, dann kam der Lack drauf. Zunächst ein weißer Grundlack in Matt, danach brachte Andre das Airbrush und die getupften Zierflächen auf. Insgesamt macht die Road-Rod des Teams „German Chop Chop“ einen sehr guten Eindruck. So hätte das Harley eigentlich auch in Serie bauen können.