Egal, wie klein eine Harley ist, gepimpt werden kann sie trotzdem. Und was wäre eine schwarze Lackierung, wenn sie nicht durch lodernde „Flames“ auf dem Tank aufgepeppt werden würde? Ein wunderbares Beispiel: unsere kleine Harley-Davidson M65 aus dem Baujahr 1967.

Als wir diese kleine Schönheit, eine Harley-Davidson M-65 aus dem Baujahr 1967, in Florida bei Santiago Chopper aufgetan haben, war am Anfang gar nicht so klar, wie viel Serie in dem Moped steckte und wie viel Customizing. Am dringendsten stand die monströse Rücklichteinheit samt Halterung im Verdacht, nicht serienmäßig sein zu können, weil sie einfach unendlich hässlich und proportional zu dem übrigen Gerät viel zu groß geraten ist.

Der Screamin’-Eagle-Topf wurde ebenso wie der Sitz nachträglich an das 65-ccm-Moped montiert. Auch der Lack ist custommade

Doch in diesem Punkt sollten wir uns getäuscht haben. Diese Leuchteneinheit ist pure Serie! Auch Tank, Rahmen, Schwinge, Stoßdämpfer und Gabel sind original, die Speichenräder und die Bremsen auch, die wurden lediglich mit etwas Farbe aufgehübscht. Auch die Lampe mit dem eingelassenen Tacho ist ein originales Bauteil, dem Abdeckglas des Tachos sieht man sein erkleckliches Alter von 52 Jahren denn auch an.

Harley-Davidson M65 mit Custom-Paket

Das augenfälligste Detail, das nachträglich an dem 65-Kubik-Flitzer geändert wurde, ist die chopperartige Sitzbank, in diesem Fall handelt es sich um ein leicht abgepolstertes Brötchen von LePera. Auch der Auspuffendtopf von Screamin’ Eagle hat natürlich nichts an dem Möppchen verloren, sieht aber geil aus. Um den Topf montieren zu können, hat jemand den Krümmer auf halbem Wege verdickt, um das zu vertuschen, kam Hitzeschutzband zum Einsatz.

Egal, wie klein eine Harley ist, gepimpt werden kann sie trotzdem

Richtig Mühe hat sich derjenige gemacht, der das Moped von Hand- auf Fußschaltung umgebaut hat, denn dafür musste eine zurückverlegte Fußrastenhaltevorrichtung her, die sehr selbstgemacht aussieht. Die Sache ist ziemlich halbgar umgesetzt, denn von oben sieht man, dass die Lage der beiden Fußrasten dadurch extrem voneinander abweicht.

Flammenbewehrt und selten

Und auch der Vergaser gehört nicht zu dem M-65-Motor. Die jetzt verbaute Gemischfabrik ist größer als das Original. Um sie montieren zu können, bekam der Ansaugstutzen einen leichten Winkel verpasst, sodass der Vergaser samt Luftfilter nun links neben dem Hauptrahmenrohr sitzt.

Ja, das Rücklicht samt monströsem Halter ist völlig serienmäßig

Andere Griffe, Handhebel und ein moderner Elektroschalter am Lenker runden das „Custom-Paket“ ab. Wir finden, das flammenbewehrte Moped sieht schick aus und ist dazu auch seltener als ein weißer Rabe!