Unter dem Namen „MHC Workshop“ schraubt Roman Vuagnoux an Bikes aller Art. Natürlich auch an Harley-Davidsons, wie die scharfe Ironhead Sportster und ihr Geschwisterchen hier eindrucksoll belegen. 

Der Customizer, der sich besonders gerne alten Geräten aus den Siebzigern annimmt, residiert im südfranzösischen Marseille und hat somit das passende Traumrevier für Probefahrten direkt vor der Haustür. Im ebenso malerischen wie wildromantischen Küstengebirge der Côte d’Azur kann er seine Umbauten ausgiebig testen.

Traumstrecken vor der Tür: Unmittelbar östlich der Stadtgrenze von Marseille geht’s hoch zum Col de la Gineste

Zwar ist der Shopbetreiber mit Fremdaufträgen reichlich ausgelastet, trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, immer wieder auch Bikes für sich selbst zu bauen.

Egal ob Krümmer, gelochte Hebeleien oder Luftfilter, alles Eigenprodukte

Wie etwa die schwarz-grüne Ironhead auf diesen Seiten. Bitte genau hinschauen: Das Teil ist drastischer, als es auf den ersten Blick scheint, denn das Heck ist mit selbst gefertigten, konisch gefrästen Alu-Streben hinten starr gelegt.

Harley-Davidson Ironhead Sportster

Auch sonst hat diese Sportster schon etliche Metamorphosen hinter sich. Zum aktuellen Ausbaustadium kam sie nach einer Motorrevision. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Roman den Motor schon einmal in der Mache, seinerzeit hatte er ihn mit Andrews-Nocken, Wiseco-Kolben, Zylindern von Axtell und Ventilen von Black Diamond ordentlich heiß gemacht.

Bikes von MHC bieten eine enorm hohe Fertigungstiefe

Das forderte nun seinen Tribut. Neue Ventile inklusive Sitze und Stößel wanderten in den mit geteilten Ventildeckeln und außen liegenden Ölleitungen ausgestatteten Motor. Diese Aktion bot Gelegenheit, gleich noch ein paar weitere Kleinigkeiten zu ändern.

Tanks von Fremdfabrikaten sind ein Markenzeichen des Franzosen

Dazu zählen die formschönen Krümmer und der spartanische Luftfilter. Auch der schmale Heckfender und das kleine Spritfass, das von einem Herkules-Mofa stammt, sind erst seit kurzem verbaut. Tanks von Fremdmarken und echte alte Frontlampen zu benutzen ist eines von Romans Markenzeichen.

Auch die Schwester hat´s faustdick hinter den Vergasern

So auch geschehen am zweiten Bike, das er für seinen französischen Kunden Lilian auf die Räder gestellt hat. Anders als bei seinem eigenen Bike sind hier die Motorinnereien des Ironheads auf Serienstand. Dafür wurde die Optik den Wünschen des Kunden, der übers Internet auf Roman aufmerksam wurde, angepasst. Lilian, dem das Modelabel „Le temps de cerises“ gehört, schwebte ein Bike im Vintage-Look vor.

Der originale Indian-Schriftzug wird für einige Fragen sorgen

Daher entschied Roman, die Springergabel einer alten WL zu montieren. Den Fender und die geteilten Ventildeckel mit außen liegenden Kupferleitungen kennen wir schon von seinem eigenen Bike.

Vintage-Reifen von Firestone runden den coolen Look ab

Auch die Krümmer und der nach Art eines frühen Boardtrackers nach unten geschwungene Lenker stammen aus Romans eigener Fertigung, der kleine schmale Tank hingegen stammt diesmal von einem 80-Kubik-Moped, das in den 70er Jahren im asiatischen Raum unter dem hehren, wohlklingenden Markennamen Indian verkauft wurde.

Used look und ein zufriedener Kunde

Für die passende Optik sorgt ein Lack im „used look“. Die Vintage-Reifen von Firestone und die gelbe Lampe mit dem um 180 Grad gedreht montierten Lampenschirm runden den coolen Look ab. Der Kunde war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wird aber wohl bei jedem zweiten Stopp Fragen zum irritierenden Schriftzug auf seinem Tank beantworten müssen.

 

 

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