Old School ist nach wie vor schwerstens angesagt, aber es muss nicht immer ein Einspurfahrzeug sein. Bei Chili Custom Motors entstand ein feines Gespann auf Basis einer Harley-Davidson FL von 1952.

Schon seit etlichen Jahren stehen originale alte Bikes oder solche, deren Optik auf alt getrimmt ist, bei den Kunden von Chili Custom Motors ganz hoch im Kurs. Kein Wunder also, dass man sich im brandenburgischen Falkensee verstärkt um den Aufbau solcher Gefährte gekümmert hat.

Als gute Basis für das geplante Gespannprojekt erwies sich eine bereits modifizierte FL aus dem Baujahr 1952

In letzter Zeit entstanden je ein Bike mit Knucklehead-, Shovelhead- und Evo-Motor. Fehlte also noch ein Panhead in der Sammlung. Als gute Basis für das geplante Gespannprojekt erwies sich eine bereits modifizierte FL aus dem Baujahr 1952, die zunächst einmal komplett zerlegt wurde. Der original ab Werk mit Seitenwagenaufnahmen ausgestattete Rahmen wurde genauestens inspiziert und auch statisch optimiert.

Harley-Davidson FL-Gespann

Einige Bauteile der FL mussten den Weg ins Ersatzteilregal antreten. Das Vorderrad, der Lenker, die Fender und die Auspuffanlage sowie einige andere Kleinigkeiten wurden, zumindest für diesen Umbau, ausgemustert.

Mangels passender Alternativen baute Chili den ganzen Bootskörper selbst

In der serienmäßigen Springergabel steckt nun ein in den Dimensionen zum Hinterrad passendes 16-Zoll-Rad. Den weit geschwungenen Lenker ersannen die Jungs aus dem östlichen Havelland selbst. Es blieb auch beim zeitgenössisch korrekten Solositz, der jedoch stützt sich ganz modern und zeitgemäß über Gasdruckdämpfer ab.

Möglichst viel Old-School

Der saugend passende Heckfender korrespondiert optisch hervorragend mit seinem vorderen Gegenstück. Und der selbst konstruierte 2-in-1-Auspuff endet – was sonst – als Fishtail. Um möglichst viel Old-School-Touch ins Spiel zu bringen, wurde die Kupplung auf Fußbetätigung umgerüstet.

Bei Chili Custom Motors entstand ein feines Gespann

Geschaltet wird entsprechend per Jockeyshift. Kurios eigentlich: Erst wegen der gerne als ‚Ohren‘ bezeichneten Stahlgussmuffen am Originalrahmen kamen die Havelländer überhaupt auf die Idee, aus dem Zweirad ein Gespann zu machen. Deshalb begann parallel zur Restaurierung der Zugmaschine die Suche nach einem geeigneten Boot. Als Erstes konnten die Falkenseer einen alten Seitenwagenrahmen von Steib auftreiben.

Das Boot fehlte noch

Der wurde komplett restauriert und modifiziert. Das dritte Rad, jetzt ebenfalls in 16 Zoll und mit 40 Speichen, ist mit einer leistungsfähigen Scheibenbremse ausgestattet. Was noch fehlte, war ein passender Bootskorpus. Letztendlich fanden die Jungs nichts, was ihren Vorstellungen entsprach, denn das Boot sollte schon etwas Besonderes und Seltenes sein.

Detail mit Pfiff: Ausgefräste Silhouetten von Chili-Schoten in der Bremsscheibe

Also entschieden sie, das Boot samt Kofferabteil selbst anzufertigen. Als Vorlage dienten Bilder von einem Boot aus den 30er Jahren. In aufwendiger Handarbeit erwuchs so aus zig Tafeln Stahlblech ein stylisches Beiboot, das, unterstützt von der Lackierung, perfekt zu dem alten Motorrad passt. Bleibt zu hoffen, dass dieser Hingucker nicht das letzte Gespann ist, das aus der Werkstatt von Chili Custom Motors rollt.

 

 

Kontakt | www.chili-custom.de