Kaum auf dem Markt gibt es schon die ersten Umbauten der neuen Sportster S. Rick’s in Baden-Baden hat die Neue nicht nur schicker, sondern auch fetter gemacht und ziert deshalb gerade das Cover unserer aktuellen DREAM-MACHINES Ausgabe 01/22. Aber auch schon früher ist man in Baden-Badener mit Leidenschaft und Akribie solche Projekte angegangen, wie dieser böse Customracer auf Harley-Davidson Fat Boy-Basis zeigt.

Mit dem  Softail-Modelljahrgang 2018 hat die Harley-Davidson Company auf breiter Front für Staunen gesorgt. Der Milwaukee-Eight wurde zwar schon 2017 in den bereits im Handel befindlichen Touring-Modellen verbaut, kam aber bei den Softails in einer etwas anderen Version zum Einsatz. Spektakulär und neu war hingegen das komplette Rahmenkonzept.

Der Heckfender ist zwar Handarbeit, aber durch die Digitalisierung ist er exakt reproduzierbar

Der ursprünglichen Idee, das Design der alten Starrrahmen zu zitieren und das Heck dennoch über eine Dreiecksschwinge und verstecktem Federbein zu dämpfen, ist man treu geblieben. Neu ist: Das Federbein wanderte von unten nach oben knapp unter den Sitz. Der einstige Horseshoe-Trockensumpftank, der an dieser Stelle einmal untergebracht war, befindet sich fortan in flacher Form gut versteckt unterm Motor.

Harley-Davidson Fat Boy

Das augenfälligste Customteil an der Rick’s-Fat-Boy ist der zwar mächtig breite, dennoch elegante Heckfender aus Stahl, der sich dank eines Airride-Systems noch enger an das schwarze Gummi schmiegen kann. Das Vorderrad wird ebenfalls von einem neuen Stahlfender umschlossen. Im Heck setzte man noch eins drauf und passte statt des serienmäßigen 240ers einen 260 Millimeter breiten Reifen von Metzeler ein. Die Räder im Design „Rodder“ sind hauseigen, vorn rotiert ein 4,5 x 18″, hinten eine Walze in den Dimensionen 9,0 x 18″.

Unser absolutes Lieblingsdetail an der neuen Rick’s-Fat-Boy ist der „Lückenfüller“ zwischen Tank und Sitzbank. Das ist großes Custom-Kino!

Wenn an dieser Fat Boy kaum noch metallisch blanke Flächen zu finden sind, so liegt das daran, dass diese allesamt schwarz beschichtet wurden. Die finstere Optik in Verbindung mit den Lackflächen in SilverFortune sieht ausgesprochen ansprechend aus. Das passt zu den geschwärzten Teilen wie dem hauseigenen Luftfilter oder den Brems- und Kupplungshebeln. Ein Highlight ist auch die Auspuffanlage.

The first Super-Fat

Nicht nur die Customizer standen damals vor vor einem vollkommen neu gezeichneten Bike, auch die Auspuffhersteller. An diesem Bike wurde eine elektronisch verstellbare Anlage von KessTech verbaut, die es zum Zeitpunkt des Fotoshootings so noch nicht im Handel gab. KessTech hat Rick’s ein Vorserienmodell für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Hauseigener Luftfilter

Wer auf der rechten Fahrzeugseite aufs Hinterrad schaut, wird sehen, wie clean das dort zugeht. Der Grund: Die Bremse ist auf die linke Seite versetzt worden, sie sitzt jetzt ganz nahe am Riemenrad. Bei alldem hatten es die Jungs in Baden-Baden nicht auf einen Schnellschuss angelegt. Von vornherein sind alle Arbeiten mit eigenen Schweißlehren und Schablonen so angelegt worden, dass problemlos Kleinserien gefertigt werden konnten. 

Kontakt |www.ricks-motorcycles.com