Das Joint Venture eines Schweizers mit einem Kalifornier trägt erfolgreich Früchte. Hier die Geschichte, wie es zu dieser hübschen Custom-Panhead kam.

Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen der beiden Protagonisten eigentlich nicht sein. Der Schweizer Danny Schneider betreibt erst seit sieben Jahren seinen Shop Hardnine Choppers in Bern. Aus dem rollen immer wieder interessante Bikes, die auch international Beachtung finden. Der Kalifornier Chris Richardson dagegen hat bereits rund 25 Jahre Schraubererfahrung.

Unter hohem Zeitdruck brachte Buck Wildbrand den komplexen Psychedelic-Lack auf

An seinem ersten Projekt, einem Chevy Bel Air, schraubt er im zarten Alter von 15 Jahren, sein erstes Bike war kurz danach eine 1966er Shovelhead. Schon vor über zwei Jahrzehnten machte Chris sein Hobby zum Beruf und eröffnet den LA Speed Shop.

Eine 1950er Harley-Davidson Panhead

Beide Customizer trafen sich im Laufe der Jahre immer wieder mal auf Veranstaltungen und sind inzwischen gute Freunde. Unterwegs auf der Hot Bike Tour, die im August letzten Jahres quer durch die USA tourt, bekam Danny irgendwo im Nirgendwo technische Probleme mit seiner 1931er Indian.

„Calibernia“ steht für die Entstehung in California und Bern

Während er auf den Abschlepper wartete, erzählte ihm eine zufällig vorbeikommende Frau, dass ihr Sohn ein Bike zu verkaufen habe. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Panhead aus dem Modelljahr 1950 handelt. Danny kaufte das Bike, das als Basis für den hier präsentierten Showwinner diente. Noch bevor die Pan zum LA Speed Shop gelangte, beschlossen die beiden Freunde, dieses Motorrad für ein schon länger geplantes gemeinsames Projekt zu nutzen. Schnell steht auch der Name des Projekts fest: „Calibernia“. Und es sollte unbedingt bis zur Bike Expo Ende Januar in Verona fertig sein.

„Calibernia”

Zurück in Bern, begann Danny mit dem Bau erster Komponenten. Er fertigte einen Tank, einen Handschalthebel und eine Plakette, die am Rahmen befestigt werden sollte und mit 24 Karat Gold beschichtet ist. Letzten Oktober war er dann wieder in Los Angeles und begann zusammen mit Chris den Umbau. Der Amerikaner übernahm vorab die Restauration des Motors.

Coole Neuware: Die schlanke Springergabel und die ungedämpften Flammrohre gibt’s bei Paughco

Dabei kam ihm die Idee, die Pfannen der Ventilabdeckung zu splitten. Sieht cool aus, ist aber eine echt komplizierte Sache. Danny arbeitete indes am Rahmen, fertigte einen Lenker und profitierte von Chris’ jahrzehntelanger Erfahrung mit alten Harleys. Paughco lieferte die Springergabel und die Auspufftöpfe, von Rivera Primo stammen der Primärtrieb und die Kupplung.

Show-Winner Panhead

Bevor Danny nach drei Wochen wieder zurück in die Schweiz musste, stand das Rolling Chassis, für das Chris noch den Öltank, die Fußrasten und einen Heckfender herstellte. Den Sitz schneiderte Pascal von Hollywoodriffraff. Und schließlich kam mit Buck Wildbrand noch ein weiterer Könner ins Team. Der talentierte Lackierer war auserkoren, dem Bike ein spektakuläres Outfit zu verpassen. Der Knackpunkt: Er hatte lediglich zwölf Tage Zeit dazu, denn die Spedition wartete schon, das Bike nach Europa zu verschiffen.

Bevor Danny nach drei Wochen wieder zurück in die Schweiz musste, stand das Rolling Chassis

Als der Lack trocken war, flog Danny wieder nach LA, um zusammen mit Chris aus dem Teile-Puzzle ein funktionsfähiges Motorrad zu bauen. Nach dem Fotoshooting ging’s für das Bike dann ab in eine große Kiste, zunächst quer über Land durch Amerika und dann per Schiff über den Ozean.

Auch noch nicht gesehen! Bei Shovels sieht man das oft, aber nicht bei Panheads. Chris Richardson vom LA Speed Shop kam auf die Idee, die namensgebenden Pfannenköpfe technisch aufwändig zu splitten

Pünktlich zur Bike Expo traf es in Europa ein. Lohn des Parforceritts ist der Sieg in Verona in der von Custom Chrome Europe gesponserten Klasse „Jammer Old School“.

 

 

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