Vor 21 Jahren mußte sich Independent Cycle mit diesem radikalen Low Rider mit dem undankbaren zweiten Platz bei der Custom-WM begnügen.
„Hardlife“ hieß das Bike, mit dem sich Independent Cycle damals bei der Weltmeisterschaft bewarb. Und wie schon im 2004 endete der Contest für die Jungs aus Rapid City mit dem Platz hinter dem Bike von Weltmeister Roger Goldammer. Ein ‚Deja-vu‘-Erlebnis war also garantiert.
Eigener Starrrahmen der Hardlife-Serie von Independent Cycle
Erneut traten die Profis aus South Dakota mit einem Bike an, das auf dem von ihnen gefertigten Starrrahmen der „Hardlife“-Serie basiert. Mutig für eine Firma, deren Geschäftsfeld neben dem Bike-Building die Fertigung und der Vertrieb der weltweit bekannten Legend Air-Federbein-Systeme ist (Legend Air Suspension ist eine Tochterfirma von Independent Cycle Inc.).

Allerdings haben sie sich tunlichst verkniffen, in das Bike eine Gabel von Goldammer zu verbauen. Diese Ehre wollte man dem kanadischen Konkurrenten, der sie im Vorjahr ebenfalls schon geschlagen hatte, dann doch nicht mehr geben.
Radikaler Low Rider mit Engenuity V2
Den 23-Zöller vorne hatten sie dann doch vom letztjährigen Bike von Goldammer kopiert. Der verbaute diese Riesenräder kurioserweise vorne schon nicht mehr, da die Handlingseigenschaften durch die immensen Kreiselkräfte ordentlich leiden.

Und auch beim 120 cui-Motor des mittlerweile nicht mehr existenten Edel-Produzenten Engenuity griffen die Independent-Künstler genau zu der Marke, mit der Goldammer im Vorjahr der ‚First World Champion‘ wurde. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Rahmen, Räder, Bremsen und das gesamte metal sheet work sind handgschnitzt
Ansonsten besticht das sehr unscheinbar in Graublau lackierte Bike durch seine Cleanness und die Tatsache, daß außer dem Motor und Getriebe fast alles an dem Ofen selbst gebaut ist. Rahmen, Räder und Bremsen sind ebenso handgschnitzt wie natürlich das gesamte „metal sheet work“.

Noch eine Frage zum Schluß: Ist euch aufgefallen, was an dem Bike total fehlt? Naaaa, was ist es? Genau. Nicht ein Fitzelchen Chrom findet sich am Vize-Champion-Bike von 2005. Matt is beautiful! „Wie, wo, was, Chrom? An meinem Bike? Keine Chance!“, sagte denn auch Independent-Chef Michael Prugh und ärgerte sich weiter, daß er schon wieder das oberste Treppchen verpaßt hatte.










