Ein neues Milwaukee Iron zu fahren ist fraglos kein billiges Vergnügen. Gebraucht lässt sich aber auch bei Harley eine Menge Geld sparen …
Harley fahren ist billiger als man denkt. Es muss ja nicht immer eine nagelneue Maschine sein. Wir haben uns auf dem Gebrauchtmarkt umgeschaut und drei ganz feine Bikes gefunden. Die Probanden haben wir vor Ort unter die Lupe genommen. Unser Ansatz war: Was kann man für 5.000 Euro, für 7.500 Euro und für 10.000 Euro an gebrauchten Harley-Davidsons erwarten? Lesen Sie unseren Erfahrungsbericht. Sie werden staunen!
Sportster XLH 883 – Eine Sporty gab’s lange Zeit für einen Listenpreis von weniger als 8.000 Euro. Wer statt dieser spartanischen Grundversionen wie der „Iron“ lieber eine großzügige Tourenausstattung hätte und gleichzeitig ordentlich Asche sparen will, kann eine nicht in Gummi gelagerte Vergaser-Sporty ins Auge fassen – wenn sich denn eine finden lässt.
Gebrauchte Sportster 883 liegen oft nur wenig unter dem Listenpreis einer Neumaschine, das ist der Wertstabilität aller Harleys geschuldet. Nicht immer ist also der Kauf einer Unbekannten aus privater Hand wirklich preiswerter als eine Neumaschine mit Garantie – wenngleich das bei der alten Sportster ja nicht mehr möglich ist. Umgekehrt addiert sich gewünschtes Zubehör gerne zu einer stattlichen Endsumme, und dann macht eine top Gebrauchte günstiger glücklich. In diesem bei mobile.de gefundenen Fall summieren sich allein die Extras auf rund 3.800 Euro, und der Verkäufer bietet die XLH 883 des Baujahres 1994 für 4.850 Euro an. Da die luftgekühlte Sportster ja nicht mehr gebaut wird, ziehen die Gebrauchtpreise mittlerweile spürbar an. Davon scheint der Verkäufer noch nichts mitbekommen zu haben, denn diese XLH riecht nach Schnäppchen.
Eine gebrauchte Harley für weniger als 5.000 Euro
Mit dem Evo-Big Twin als Pate, löste 1986 die Evo-Sportster den bisherigen Eisenkopf ab. Nach anfänglichen Kinderkrankheiten gilt ab 1991 die Fünfgang-Version mit Zahnriemen als ausgesprochen zuverlässig. So ist gerade diese zweite Generation für viele Fans die ideale Kombination aus Alltagstauglichkeit und ursprünglichem Feeling. Ab 2004 tragen der breitere Rahmen mit gummigelagertem Motor und ab 2007 eine Benzineinspritzung dem modernen Zeitgeist Rechnung.

Nicht nur Selbstschraubern bieten die Vergasermodelle auch gewisse technische Vorteile. Die jüngeren Motoren laufen wegen der verschärften EU-Abgaswerte magerer, und vor allem den ersten Einspritzversionen Konstantfahrruckeln nicht fremd ist. Die geforderten Preise für eine solche Vergaser-Sporty liegen bei Laufleistungen von 20.000 km zwischen 5.000 und 6.000 Euro, manchmal auch über 7.000 Euro; unter 4.000 geht praktisch nix. Besonders individuelle Umbaumaßnahmen lassen natürlich exaktes Tabellieren nicht zu. Doch die von uns gewählte XLH im gut ausgestatteten Tourentrimm liegt klar auf günstigem Niveau. Sie wirkt auf den ersten Blick äußerst attraktiv, werfen wir also einen zweiten Blick darauf.
Einwandfreier Zustand und reichlich Zubehör
Beim Ortstermin steht die Maschine im trockenen Unterstand eines noblen Einfamilienhauses neben einer modifizierten Road King neueren Baujahres. Der private Verkäufer hat sie nach der letzten Ausfahrt im sonnigen Herbst nicht mehr extra gewienert, dezente Schmutzschleier an Auspuffunterseiten und Hinterradfelge und ein paar Spritzer auf der Werkzeugrolle bezeugen: Hier steht kein künstlich aufpolierter Blender. Der erste Eindruck der Maschine ist hervorragend. Erst im letzten Frühling mit lediglich 6.000 km vom Erstbesitzer erworben, will die Frau des Harley-Fans für nächste Saison auf eine Dyna Street Bob umsteigen und sich deshalb von der Sportster trennen.

Die Beiden fahren gern und viel, scheuen keine langen Touren zwischen England und Alpen, und in den paar Monaten machte Harleys Kleinste alles klaglos mit. Dabei ist die Variante Hugger noch ein wenig kleiner, mit drei Zentimeter niedrigerer Sitzhöhe. Die einsitzige Basis konnte seinerzeit für Sozius nachgerüstet werden, das ist hier mit Echtlederbank und verchromten Fußrasten geschehen. Auch ein Cockpit mit Drehzahlmesser war 1994 aufpreispflichtig, ebenso Speichen- statt Gussräder und ein größerer 12,5 Liter-Tank, der erst 1997 Standard wurde. Die Angebotene hat darüber hinaus noch eine Zeituhr, Windschild, Sturzbügel, Lederpacktaschen und Werkzeugrolle, eine kurze Soziuslehne und Screamin Eagle-Kupplungsdeckel. Im Sommer bekam sie zudem eine wartungsfreie Gelbatterie mit langer Lebensdauer, und ihre komplette Historie mit Inspektionen, TÜV-Prüfungen und Rechnungen ist vorhanden. Klare Verhältnisse also.
Hier sieht nichts nach einem 31 Jahre alten Motorrad aus!
Ursprünglich in der 27 PS-Version für Einsteiger geliefert, ist die Maschine inzwischen entdrosselt. Sie ist unfallfrei und auch sonst trübt kaum ein Kratzer den äußerst gepflegten Zustand. Da der Erstbesitzer in den langen Jahren nur den halben Tachostand abgespult hatte und die zweite Hälfte auf verschleißarmen Langstrecken zustande kam, hat der noch fast neuwertige Motor nichtmal die Entfernung zum dritten Inspektionsintervall hinter sich. Einzige Winzigkeiten, die wir entdecken konnten, sind (konstruktionsbedingte) Scheuerspuren an der Unterseite der Werkzeugrolle, eine leichte Patina an den Schnallen der rechten Packtasche, sowie Rostschleier an den Verschraubungen der Sissybar und des Windshield.

Die wären mit Chrompaste in fünf Minuten weg und belegen erneut, dass dem Käufer hier nichts vorgemacht wird. Poröse Gummiteile, abgeschabte Fahrerrasten oder brüchige Kabel sucht man vergebens. Dass Letztere ab Werk manchmal etwas lieblos verlegt sind, ist ein anderes Thema. Ob also tadellose Ledersitzbank, unversehrte Schraubenköpfe, absolut rostfreie Schweißnähte an den unverkratzten Sturzbügeln, wie neu blitzende Soziusrasten oder selbst an potentiellen Scheuerstellen noch glänzender Lack: Hier sieht nichts nach einem 31 Jahre alten Motorrad aus. Manche Test-Harley in unserem Fuhrpark hat da nach einer Woche Schmuddelwetter schon mehr Flecken auf der neuen Weste offenbart.
Federbeine und Spaghetti-Gabel sind nicht das Gelbe vom Ei
Weisen wir also noch auf ein paar grundsätzliche Dinge hin: Während der Modellpflege ist das Gewicht der Evo-Sportster von anfänglich 220 kg auf 235 kg gestiegen, parallel wuchs die Leistung von 42 PS über 46 PS auf 53 PS, das Drehmoment um 12 Nm auf 70 Nm. Das höhere Gewicht ist u.a. auf den bereits erwähnten neuen Rahmen, verbesserte Federbeine und eine stärkere Gabel zurück zu führen. Ob die Mehr-PS des gummigelagerten Motors – bei gleichzeitig leicht gestiegener Drehzahl – für nun über 170 km/h Spitze ein entscheidendes Argument sind, mag jeder selbst entscheiden. Einzig die 1994er Federelemente mit nur 35 mm Standrohrdurchmesser der Gabel wurden schon damals kritisiert. Doch lassen sich mit den gesparten Tausendern leicht ein paar Pferde und gutes Fahrwerkzubehör finden, wenn ein genüsslicher Tourenfahrer darauf wirklich Wert legt.
FAZIT
Diese XLH 883 Sportster hat seit 1994 durchschnittlich keine 400 km pro Jahr zurück gelegt und ist technisch und optisch noch für Jahrzehnte gut. Da sie insbesondere Tourenfahrer anspricht, zählen die wenigen Schwächen gegenüber späteren Modellgenerationen kaum. Für knapp 5.000 Euro ein absolutes Schnäppchen!
Electra Glide Ultra Classic – Die Harley E-Glide ist die Mutter aller Supertourer und steht wie kein anderes Motorrad für den American Way of Drive. Schon serienmäßig mit allem Luxus ausgestattet, ist diese noch zusätzlich aufgewertet.
Wer sich für eine Electra Glide entscheidet, hat sich das seit jeher reiflich überlegt. Schon der hohe Preis von mehr als 30.000 Euro lässt niemanden im Vorübergehen die Geldbörse zücken, um Milwaukees Topmodell – das mittlerweile auf den Namen Street Glide Ultra hört – zu kaufen. Anders als eine Sportster, lockt dieses Maschinenmonument keine Neugierigen aus anderen Markenlagern, ums mal auszuprobieren. Doch einen Harley-Fan könnte die Königin schon reizen, wenn sie sich günstig erobern lässt. Diese FLHTCU Baujahr 1992 erregte unsere Aufmerksamkeit mit 7.500 Euro.
Eine solche Luxusmaschine nur aus den reichen USA kommen
Als 1965 die erste Electra Glide erschien, kauften in Europa immer weniger Menschen ein Motorrad. Sie wollten Autos, nicht ein Bike mit 1200 Kubik. In der Hubraumhierarchie lagen damals 650er British Bikes oben, die größte Honda war die CB 450. Anders als diese musste die mächtige Harley dank Elektrostarter nicht gekickt werden, und serienmäßig mit riesigem Sattel, Packtaschen, Windschild sowie reichlich Chromzierrat ausgestattet, konnte eine solche Luxusmaschine nur aus den reichen USA kommen. Diese Alleinstellung hat sie zwar heute eingebüßt, doch der 1982 erstmals im Serienbau verwendete Riemenantrieb und ihr einzigartiges Image sind geblieben.

Stilechte Konkurrenz gab es bis zum Indian-Comeback nur im eigenen Haus, seit die Road Glide auch in Europa wieder im Modellprogramm aufgetaucht ist während die Road King optisch an die frühen E-Glides erinnert. Denn der Luxuskreuzer ist inzwischen so gewachsen, dass die Company unten etwas nachschieben konnte. Topcase mit Soziusrückenlehne, belüftete Batwing-Verkleidung, Beinschilder mit integrierten Staufächern, Sturzbügel und verchromtes Metall an allen Ecken sind längst Standard. Aktuell ist die Street Glide Ultra mit Audiosystem, Sitzheizung, Integralbremssystem und kompletter Digital-Connectivity inklusive Navi natürlich viel besser ausgestattet. Gegenüber den meisten Custombikes werden die Tourenmodelle nämlich tatsächlich als solche genutzt, und Exemplare mit über 100.000 Meilen sind in Amerika keine Seltenheit.
In Vollausstattung sprengte Die E-Glide die 40.000 DM-Grenze
Auch hierzulande sind hohe Kilometerleistungen üblich, und einmal mehr ist eine klare preisliche Einordnung schwierig. Unser Modell war das günstigste im Internet: Mit gleichem Baujahr und vergleichbarer Laufleistung gab’s eine in Spanien für 11.500 Euro, eine 1993er mit 53.000 km in Österreich für 14.400 Euro und eine weitere in Deutschland im Topzustand mit über 100.000 km für knapp 19.000 Euro. In Vollausstattung sprengte eine Electra Glide Ultra Classic seinerzeit die 40.000 DM-Grenze, so dass die jetzt geforderten 7.500 Euro etwa 35 Prozent des Neupreises sind. Bei einem hessischen Vertragshändler steht die zu begutachtende Maschine in einem großen separaten Raum mit einer Reihe weiterer Gebrauchtmaschinen. Sofort fallen ihre zusätzlichen Chrombügel und -cover mit zahlreichen Lampen auf, außerdem verfügt sie über eine Anhängerkupplung: die volle Dröhnung im US-Style.

Bei Licht betrachtet sind dann die Spuren aus über 70.000 km natürlich nicht zu übersehen. Der mattschwarze Motor zeigt sich an einigen Stellen verwittert, besonders die linke Seite des hinteren Zylinders ist fast lackfrei. Schraubenköpfe wurden sichtbar gedreht, und auch die Koffer tragen deutliche Montagespuren. Die Oberseite der hinteren Chromstoßstangen weist Rostpickel auf, und die Lampenleiste links unten wurde bei einem Umfaller beschädigt. Kein heftiger Sturz, denn Beulen oder tiefe Kratzer gibt’s nicht. Im Gegenzug sind die zusätzlichen Chromracks auf Packtaschen und Topcase sehr gut, ohne Kratzer oder gar Rost.
der Reisedampfer gibt sich sofort startbereit
Und es sind weitere Customparts zu erkennen, wie ein anderer Luftfilter und dazu passende Deckel an Getriebe, Zündung oder Kupplung – ebenfalls in bestem Zustand. Auch dem Kunststoff im Cockpit haben 17 Jahre UV-Strahlung nicht geschadet, keine Selbstverständlichkeit. Bis auf die erwähnten Macken ebenso in gutem Zustand befindet sich der Lack, sowie die Ledersitzbank. Beim Drehen des Zündschlüssels gibt sich der Reisedampfer sofort startbereit, die volle Batterie vermag alle Positionslampen zu erleuchten, und über CB-Funk ließen sich gleich andere Lastzüge kontakten. Nur noch mit dem Tempomat die Reisegeschwindigkeit vorwählen, und es ginge los.

Blieben noch ein paar allgemeine Hinweise zur Electra Glide jener Jahre. War die Ur-1200er 65 PS stark, erreichte der erste 1338 ccm-Evo 70 PS , bis andere Abgasbestimmungen unser Baujahr 1992 auf 60 PS bei 5.000/min drückten, was nur für eine Spitze von 145 km/h reicht. Der spätere 1440-Twin Cam kam dann wieder auf 67 PS und die aktuelle Street Glide Ultra mit 109 PS bei 5.020/min ginge auch 200 km/h, wenn sie nicht vorher abgeriegelt würde. In der Praxis sind diese Zahlenspiele aber kaum von Bedeutung, weil es bei allen Baujahren über 130 km/h eh zu ungemütlichen Verwirbelungen hinter der Scheibe kommt. Bemerkenswerter ist, dass der Verbrauch von ehedem rund 9 l /100 km auf unter 6 l /100 km zu Twin-Cam-Zeiten und um die 7 Liter bei den Milwaukee-Eight-Motoren gesunken ist.
So ist ein gewisses Schaukeln in flotten Kurven normal
Auch die 1992er genehmigt sich durchschnittlich sieben Liter. Als eine ihrer Schwachstellen gilt seit den 1980ern das schwergängige Getriebe mit ungenau rastenden Gängen, besonders den Leerlauf betreffend, weshalb gelegentlich auf S&S-Innereien umgerüstet wird. Und mit dem Gewicht von fahrfertig gut 380 kg hat besonders die Gabel zu kämpfen, die erst zum Jahr 2000 u.a. mit einer neuen Radachse verwindungsfester wurde. Gleichzeitig kamen auch bessere Radlager, und 2004 folgte schließlich eine neue Schwinge mit stärkerer Hinterachse. So ist ein gewisses Schaukeln in flotten Kurven normal, zumal die weich abgestimmten Federelemente nicht erst mit Beladung an ihre Grenzen stoßen. Und die bei der E-Glide besonders geforderten Bremsen wurden ja noch bis zum Projekt Rushmore von Testern kritisiert, lassen sich aber mit Nachrüstbremsbelägen halbwegs auf Vordermann bringen.

Zwar bekam das stark gewachsene Gepäcksystem erst 2001 einen neuen Unterbau, doch der Rahmen selbst zeigte sich Jahrzehnte lang stabil genug, war er doch stets ab Werk für Seitenwagen tauglich. Zum Rennen ist der Luxusdampfer eh nicht gebaut.
FAZIT
Diese Electra Glide Ultra Classic von 1992 ist nicht artwidrig geschunden worden. Zu den sichtbaren Gebrauchsspuren bildet die Zusatzausstattung ein ausreichendes Gegengewicht. Wer auf diese Art US-Style steht, bekommt für 7.500 Euro eine garantiert einsatzbereite Basis mit Spielraum zum Aufhübschen – und das ganz ohne Electric-Trouble. Aber dafür auch mit sehr magerer Leistung, die im Zwei-Personen-Betrieb mit Gepäck wirklich nur zum gemütlichen Cruisen taugt. Aber da lässt sich auch was machen …
Dyna Glide Custom – Wenn es in jedem Fall ein Big Twin sein soll, ist ein rares Modell aus der Evo-Ära in exzellentem Zustand schon so etwas wie eine Wertanlage. Wir fanden eine ganz seltene Dyna Glide Custom aus dem Jahr 1992 in bemerkenswertem Originalzustand.
In jüngster Zeit erleben die Dynas so etwas wie ein Comeback. Die vergangenen Jahrzehnte war Deutschland zwar einig Softail-Land, doch mit dem Erscheinen der günstigen Dyna Street Bob und der famosen Dyna Fat Bob ging plötzlich auch bei dieser Modellreihe voll die Post ab. Street- und Fat Bob waren zwischenzeitlich sogar die beiden bestverkauften Harleys. Dieser „Pro Dyna“-Trend stellt auch die älteren Modelle in ein helleres Licht. Sie können unmittelbar von der neu erwachten Dyna-Mania profitieren. Und das haben sie auch wahrlich verdient.
1992erschienen gleich zwei ähnliche Modelle als Limited Edition
Zur Modellgeschichte: Als erste Dyna Glide überhaupt kam 1991 das Modell mit der Zusatzbezeichnung „Sturgis“. Die Serie war komplett neu entwickelt worden. Ihr Rahmen, dessen Oberrohr aus einem stabilen Kastenprofil bestand, war mit Hilfe der CAD-Technologie am Computer entstanden. Der Öltank befand sich unter dem Getriebe, die leicht zugängliche Einfüllkappe hat einen integrierten Messstab. 1992, im zweiten Modelljahr, erschienen gleich zwei ähnliche Modelle als Limited Edition von je 1.700 Stück: es war dies die FXDB Daytona zum damaligen 50-jährigen Jubiläum der Daytona-Rennwoche und die ganz in Silber-Metallic und Schwarz gehaltene FXDC Dyna Glide Custom mit pulverbeschichtetem (!) Rahmen.

Beide Modelle trugen am vorderen Gussrad eine Doppelscheibenbremse. 1993 erschien die FXDL Low Rider und nur für die USA die Dyna Wide Glide, die – ganz Chopper – als einzige der Modellreihe ein riesiges 21-Zoll-Vorderrad trug. Zum 90. Firmenjubiläum wurde diese Wide Glide – gemäß ihres Erscheinungsjahres – genau 1993 mal gebaut. 1994 machte die Low Rider Convertible die Freunde des Fahrens hinter Windschutzscheiben froh, 1995 kam die am einfachsten ausgestattete Super Glide. Sie war mit 9.995 Dollar die günstigste Harley mit Big Twin-Motor.
Diese Dyna Glide Custom hat fast Neufahrzeugcharakter
Die hier betrachtete Gebrauchte, die wir über mobile.de fanden, ist eines der seltenen, weltweit nur 1.700 mal gebauten Limited-Modelle Dyna Glide Custom. Verkäufer ist der Inhaber eines Autohauses im Heidelberger Raum. Der total vom Motorrad angefressene Zweirad-Maniac entdeckte die seltene Custom im Showroom eines befreundeten Auto-Händlers und musste sie einfach haben. Ursprünglich für seine Tochter gedacht, befand diese die immerhin 280 Kilo schwere Dyna nach Probefahrten als zu schwer.

Die Maschine ist eine originale Deutschland-Version und wurde im Jahr 1992 erstausgeliefert vom damaligen Vertragshändler des Rhein-Neckar-Raums Erich Krafft. Seitdem hatte das Bike nur zwei Besitzer, die offenbar beide mindestens zwei Dinge gemeinsam hatten: Beide hatten offenbar wenig Zeit, Kilometer zu machen und beide behandelten das rare Schätzchen ausgesprochen gut. Will heißen, beim Besichtigungstermin stellte sich heraus, dass der ungewöhnliche niedrige Kilometerstand von nicht mal 10.000 Kilometern absolut glaubhaft ist. Die Maschine hat fast Neufahrzeugcharakter – kein Kunststück bei gerade mal rechnerischen 300 Kilometer pro „Lebensjahr“.
Eine ordentliche WertSteigerung dürfte garantiert sein
Egal, in welchen Winkel man prüfend hinschaut, alles präsentiert sich annähernd wie frisch vom Band. Der Evo ist absolut dicht und trocken, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass die Company zum Zeitpunkt des Baujahres der Dyna Custom schon neun Jahre Evo-Experience hatte. Doch weil auch die beste Bereifung nach 30 Jahren hart ist wie ein Eishockey-Puck ist, wurden der feinen Gebrauchten noch ein Satz neuer Pneus – natürlich die originalen Dunlops mit dem Harley-Davidson-Schriftzug – spendiert.
Fazit
Sammlerherz, was willst Du mehr? Eine seltene Limited-Version in offizieller Deutschland-Ausführung in einem Top-Zustand, wie man ihn am Markt nur ausgesprochen selten antrifft. Diese Rarität besitzt jetzt schon Oldtimer-Status. Der aufgerufene Preis von 9.990 Euro ist angesichts der gebotenen Qualität überaus korrekt. Zumal bei diesem Motorrad keinerlei Wertverlust mehr zu erwarten ist, wohl aber eine ordentliche Steigerung!





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