Kann denn Leistung Sünde sein? Bei diesem Show-Racer im futuristischen Boardtrack-Gewand sicher nicht, denn der Ultima V2 bringt es auf 150 PS!
Wer beim World Championship of Custombike Building in Sturgis die Nase ganz vorne haben will, der muß sich etwas einfallen lassen: Allerbeste Handwerksarbeit – und nicht zuletzt Ideen, die man nie zuvor gesehen hat.

Dass exerzierte das Team Riverside aus dem französischen Massif Central schon zuvor, als sich die Jungs mit ihrem Bike „The Crosser“ im Hillclimb-Stil das erste Ticket nach Sturgis zogen. Dieser Erfolg spornte an.
Der Sugaland Express kann nur extern gestartet werden
Also tat sich Riverside nach dem ersten Sturgis-Auftritt mit dem Team von Mort’m Garage zusammen, um eines neues Projekt in Metall zu schmieden: „Sugarland Express“.

Bei einem Glas Wein, oder sagen wir lieber einer Kiste Wein, waren die Grundzüge des Projekts und die Arbeitsaufteilung schnell besprochen: Zugunsten eines cleanen Looks wurde auf überflüssige Sachen wie Beleuchtung verzichtet. Selbst gestartet wird der Racer ausschließlich extern: Die Batterie hierfür – samt Starterkabel – hängt als integraler Bestandteil am Racingständer.
Der Ultima V2 dient als tragendes Bauteil
„Wir wollten ein radikal designtes Racebike bauen, sozusagen einen Boardtracker des 21. Jahrhunderts“, erklären Xavier und Christophe. Ob Ducati oder Bimota das Gitterrohr-Design des Rahmens inspirierten, bleibt das Geheimnis der Erbauer, doch der nach unten offene Rahmen ist stabil genug, um den Motor nur an zwei Befestigungspunkten zu fixieren.

Das Motorgehäuse ist ein tragendes Bauteil des Fahrzeugs und verzichtet selbst am Motormount auf eine zusätzlich stabilisierende Verbindung! Das Gitterrohr-Design setzt sich nahtlos an der Vorderradgabel fort, welche – ebenso wie das Rahmenheck – auf Federung und Dämpfung verzichtet.
Der Ultima V2 hat 2,1 Liter Hubraum und bringt 150 PS
Lediglich die Luft in den großen 23-Zoll Speichenrädern, die von Radspezialist TTS eigens für dieses Bike gefertigt wurden, bringt eine denkbar minimale Federungsrate. Nach Boardtrack-Art sind Vorder- und Hinterrad identisch. Mit dem Durchmesser von satten 23 Zoll sind die Räder beinahe der höchste Punkt am ganzen Bike.

Renntaugliche Power liefert ein 2,1-Liter-Aggregat von Ultima mit 150 PS. Passend zum Hubraum schlürft sich der Treibsatz seine Luft mit dem größten Vergaser ein, den man für Geld kaufen kann: Carl’s Speed Shop in Daytona produziert das Billet-Kunstwerk, welches seine Zuverlässigkeit schon auf der Dragstrips der USA und den Bonneville Salt Flats unter Beweis gestellt hat.
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Die Ölversorgung kommt aus dem direkt hinter dem Motor platzierten Öltank, welcher den Schwerpunkt noch ein paar Zentimeter tiefer legt. Während das Team Riverside sich um den Bau und die Integration von Rahmen und Motor kümmerte, entstanden bei Mort’M Garage die zahlreichen Details wie Benzin und Öltank, Kupplungskomponenten, Lenker, Griffe und Fußrasten.

Der Auspuff entstand als Gemeinschaftsarbeit, als die Maschine schon fast fertiggestellt auf den Rädern stand. Ob die Felgenbremsen dieses Rennviech wirkungsvoll zum Stillstand bringen können, darf bezweifelt werden. Allerdings mussten die Fahrer der historischen Vorbilder des „Sugarland Express“ sogar ganz ohne Bremsen auskommen. Nie war der alte Rennfahrer-Spruch treffender als bei diesem Bike: Wer bremst, verliert!













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